Ratgeber
Bitumenrücken bei Teppichfliesen: was drin ist, was er wiegt
103 Angebote nennen Bitumen, keines den Kalk, der den Rücken schwer macht: 88 Umweltdeklarationen zu Aufbau, Gewicht, Fußbodenheizung, Keller und Entsorgung.
- Veröffentlicht
- 2026-10-24
- Zuletzt geändert
- geändert 2026-10-24
- Zuletzt geprüft
- geprüft 2026-10-24
- Verfasst von
- Fachbereich Bodenbeläge
Worum es hier geht
- Für wen
- Wer Teppichfliesen mit Bitumenrücken kaufen will oder schon liegen hat und wissen möchte, woraus der Rücken besteht, was er wiegt und was daraus für Heizung, Keller, Geruch und das Ende der Fliese folgt.
- Beantwortete Frage
- Was steckt im Rücken einer Teppichfliese, mit und ohne Bitumen, und welche Angaben dazu fehlen im Handel? Beantwortet aus 88 Umweltproduktdeklarationen, Datenblättern mit Wärmedurchlasswiderstand und 127 Angeboten.
- Nicht behandelt
- Welche Fliese man kauft (dafür sind die Vergleiche des Clusters da), wie man verlegt und womit man fixiert. Stufenmatten, Puzzlematten und Teppichboden von der Rolle gehören nicht hierher.
Teppichfliesen mit Bitumen: was der Rücken enthält, steht in keinem Angebot
Wer bei Amazon nach Teppichfliesen mit Bitumen sucht, bekommt ein Wort und selten mehr. Am 24. Oktober 2026 zeigte Amazon dazu bis zur dritten Ergebnisseite genau 132 Angebote, Werbung nicht gerechnet, und 127 davon sind textile Fliesen. Bitumen als Rücken nennen 103, im Titel, in den Stichpunkten oder in einem Datenfeld wie „Rückseitentyp“. Was außer Bitumen in diesem Rücken steckt, schreibt keines. Kein Füllstoff, kein Kalk, kein Glasvlies, in keiner Zeile.
Fehlt da nur eine Vokabel? Nein, denn der Name sagt über die Masse wenig. In den Umweltproduktdeklarationen der Hersteller, kurz EPD, ist der Rücken nach Gewichtsanteilen aufgeschlüsselt, und dort ist Bitumen der Binder, nicht die Masse. Den größten Anteil stellt bei jeder dieser Fliesen ein mineralischer Füllstoff, meist Kalkstein. Ob eine Fliese liegen bleibt, wie stark sie eine Fußbodenheizung bremst und was sie beim Entsorgen ist, hängt an dieser Zusammensetzung, nicht am Etikett.
Gelesen wurde jede Angebotsseite ganz: Überschrift, Aufzählung, Fließtext, Datenfelder, außerdem der Bereich, in dem Hersteller unter dem Angebot eigene Inhalte zeigen und den Amazon A+ nennt. Text enthielt er bei 18 der 132. Was dabei als Treffer zählt und wie gegengezählt wird, beschreiben die Grundsätze, nach denen kritero Angebote und Deklarationen auszählt.
| Angabe | Angebote mit Bitumen | In den 88 EPDs |
|---|---|---|
| Werkstoff Bitumen | 103 | 53, mit Anteil in Prozent |
| Gewicht je Quadratmeter | 85, alle 2,4 bis 3,2 kg | 88 |
| Füllstoff, Kalk, Kreide | 0 | 81, mit Anteil |
| Glasvlies oder Glasfaser | 0 | 73 |
| Wärmedurchlasswiderstand | 0 (28 nur „geeignet“) | 1 |
| Weichmacher | 0 | 0 |
| Prüfzeichen, Emissionsprüfung | 0 | 67 verweisen auf GUT-PRODIS |
| Entsorgung oder Rücknahme | 0 | 73 mit drei Wegen fürs Ende |
Gegen diese Lücke steht eine Zahl, die fast jedes Angebot liefert: das Gewicht. 85 der 103 nennen es je Quadratmeter, und alle 85 liegen zwischen 2,4 und 3,2 Kilogramm. Jede einzelne davon ist leichter als die leichteste Fliese mit Bitumenrücken, die in den Deklarationen vorkommt. Was das für das lose Verlegen heißt und woher der Abstand kommen könnte, steht weiter unten. Vorher geht es darum, was in einem solchen Rücken überhaupt steckt.
88 Umweltdeklarationen gelesen: woraus Rücken von Teppichfliesen bestehen
Eine Umweltproduktdeklaration ist kein Gütezeichen. Das Institut Bauen und Umwelt (IBU), das ein öffentliches Register solcher Deklarationen führt, beschreibt sie als Typ-III-Umweltdeklaration nach DIN EN ISO 14025 und EN 15804, die Umweltwirkungen transparent macht, ohne sie zu bewerten. Für diese Seite zählt etwas anderes: Jede Deklaration enthält einen Abschnitt mit den Grundstoffen des Produkts in Prozent der Masse, unabhängig geprüft.
Im Register des IBU standen am 24. Oktober 2026 genau 88 gültige Deklarationen für Teppichfliesen und textile Module, von 24 Inhabern. Darunter sind sechs Sammeldeklarationen des Verbands GUT für getuftete Fliesen mit Bitumenrücken, die einen Worst Case für alle Mitglieder beschreiben. Nicht gezählt wurden zwei deutsche Zweitfassungen derselben Deklaration und vier Deklarationen, die nur für Bahnenware gelten. 53 der 88 beschreiben eine Schwerbeschichtung mit Bitumen, 35 einen Rücken ohne Bitumen. Einen Rücken aus PVC beschreibt keine.
Zusammengefasst sind sie in der folgenden Tabelle, geordnet nach dem Stoff, der den Rücken bindet. Wichtig beim Lesen: Die Prozente beziehen sich auf die ganze Fliese einschließlich Flor, nicht auf den Rücken allein. Spannen ergeben sich aus mehreren Deklarationen eines Typs oder aus Angaben, die der Hersteller selbst als Spanne macht.
| Rücken (Deklarationen) | Bindemittel | Füllstoff | Gewicht je m² |
|---|---|---|---|
| Bitumen (53) | Bitumen 10,5 bis 20 % | Kalkstein, mineralisch 36 bis 70 % | 3,36 bis 5,28 kg |
| Holzharz und EVA, Interface (9) | Holzharz 5,3 bis 8,1 %, EVA 4,5 bis 6,9 % | Kalkstein 37 bis 59 % | 3,94 bis 5,29 kg |
| Polyolefin, modulyss (7) | 8,8 bis 10,3 % | Kalkstein 33 bis 38 % | 4,29 bis 5,0 kg |
| Polyethylen oder Polypropylen, Shaw (4) | 9 bis 22 % | Calciumcarbonat 30 bis 45 % | 2,72 bis 3,09 kg |
| Polyethylen mit Filz, Fletco und Object Carpet (4) | 17,5 bis 19,4 % | mineralisch 23 bis 29 % | 3,10 bis 3,44 kg |
| EVA, Anker und DAS TEPPICHWERK (4) | 14,4 bis 22,9 % | Eisenoxid, Kalkstein 27 bis 35 % | 3,20 bis 5,70 kg |
| Latex, Fabromont (3) | 9 bis 13 % | Aluminiumhydroxid 29 bis 44 % | 2,15 bis 3,34 kg |
| Dispersion mit Filz, VETEX (2) | 11 bis 16 % | Aluminiumhydroxid 13 bis 20 % | 3,32 bis 4,66 kg |
| SBR-Schaum, Vebe (1) | SBR-Latex 38 % | keiner | 2,95 kg |
| Polyethylen, ANKER aus China (1) | 61 bis 64 % | keiner | 3,20 bis 4,30 kg |
Zwei Dinge fallen sofort auf. In allen 53 Rücken mit Bitumen ist der Füllstoff der größte Einzelposten, und überall steckt mindestens doppelt so viel Füllstoff wie Bitumen in der Fliese. Zweitens heißt bitumenfrei nicht leicht. In der Deklaration der Superflor II trägt die holzharzgebundene Schwerbeschichtung von Interface 59,4 Prozent Kalkstein, mehr als viele Bitumenrücken. Ohne Kalk kommen nur der Schaumrücken von Vebe, der Polyethylen-Rücken des chinesischen Herstellers WuXi Sunshi unter der Marke ANKER und die latexierten oder verfilzten Rücken aus. Latexierte und verfilzte Rücken setzen dafür Aluminiumhydroxid ein, ebenfalls ein Mineral.
Grenzen hat diese Zählung auch. Gerechnet wird in den Sammeldeklarationen des GUT mit einem erdachten Produkt, das unter allen Mitgliedern den schlechtesten Fall abbildet; eine einzelne Fliese kann leichter sein und weniger Bitumen enthalten. Shaw und vier britische Hersteller, deren Deklarationen mit demselben Werkzeug erstellt sind, geben nur Spannen an. Und das Register zeigt vor allem Objektware großer Hersteller. Was es leistet, ist ein Maßstab: So sind Rücken gebaut, wenn ein Hersteller sie offenlegen muss.
Bitumenrücken: wie viel Bitumen in einer Teppichfliese steckt
Eine Teppichfliese mit Bitumen ist ein Schichtaufbau. Die Deklaration des britischen Herstellers STS beschreibt ihn Schritt für Schritt: Das Garn wird in ein Trägergewebe getuftet, Latex verankert die Fasern, dann kommt die Rückenmasse aus modifiziertem Bitumenpolymer, mineralischem Füllstoff und einer Glasfaserlage dazu, zuletzt werden die Fliesen gestanzt. Bei vielen Herstellern deckt ein Vlies aus Polyester oder Polypropylen die Unterseite ab. Balsan nennt für eine Kollektion ein Deckvlies aus 85 Prozent recyceltem Material.
Wie viel Bitumen am Ende in der Fliese steckt, lässt sich an der Sammeldeklaration des GUT für die Luxusklasse LC3 nachrechnen. Sie nennt 5,2 Kilogramm je Quadratmeter und 14,1 Prozent Bitumen. Umgelegt auf das übliche Format, ein Viertel Quadratmeter, sind das rund 1,3 Kilogramm Fliese und 183 Gramm Bitumen, errechnet aus den beiden Angaben. Bei Tapibel, einem belgischen Hersteller mit 17 Prozent Bitumen und 4,675 Kilogramm je Quadratmeter, kommen rund 199 Gramm heraus. Etwa ein Siebtel bis ein Sechstel der Fliese also.
„Modifiziert“ heißt dabei, dass dem Bitumen ein Kunststoff beigemischt ist. modulyss führt neben 11,3 Prozent Bitumen 1,1 Prozent SBS-Copolymer, IVC ebenfalls ein SBS-Copolymer, Shaw spricht von einem modifizierten Bitumenpolymer. Bauhaus nennt das Ganze in den Produkteigenschaften der Teppichfliese Emotion schlicht „Bitumenschwerbeschichtung“. Das Wort trifft die Funktion: Nach dem TKB-Merkblatt 11 für selbstliegende Teppichfliesen wird das hohe Flächengewicht, das die Fliese zum Liegen braucht, durch eine Schwerbeschichtung erreicht.
Wie wenig vom Gewicht auf den Flor entfällt, zeigt dieselbe Bauhaus-Fliese. Bei 4.545 Gramm Gesamtgewicht je Quadratmeter wiegt der Poleinsatz 790 Gramm. Rund 3,75 Kilogramm, gut vier Fünftel, sind Träger und Rücken. Wer ein Angebot liest, das nur das Polgewicht nennt, erfährt über den Rücken also nichts. Eines der 127 Angebote unter dem Suchwort tut genau das und nennt 0,55 Kilogramm Polgewicht je Quadratmeter, sonst kein Gewicht.
Kalk, Kreide, Eisenoxid: woher das Gewicht einer Teppichfliese kommt
Was eine Teppichfliese schwer macht, ist Stein. In den 53 Deklarationen mit Bitumen liegt der Anteil von Kalkstein oder anderem mineralischen Füllstoff zwischen 36 und 61 Prozent, wo feste Werte stehen, und bei Shaw bis 70 Prozent als Obergrenze einer Spanne. 48,3 Prozent sind es in der Sammeldeklaration für LC3, je Viertelquadratmeter rund 628 Gramm. Dazu kommen dort 8,2 Prozent Aluminiumhydroxid, ein weiteres Mineral, das als Flammschutz dient.
Ein Teil dieses Kalks ist Recyclingmaterial. Tapibel nennt seinen Kalkstein teilweise recycelt, Shaw einen natürlichen, recycelten Füllstoff. Tarkett beschreibt für den bitumenfreien Rücken EcoBase Calciumcarbonat, das als Nebenprodukt der niederländischen Trinkwasseraufbereitung anfällt, und laut Deklaration stammt bis zu 82 Prozent des Kalks aus solchen Produktionsresten. Anker, ein Hersteller gewebter Fliesen, füllt seinen EVA-Rücken mit recyceltem Eisenoxid, 31,9 Prozent der Masse.
Warum ausgerechnet Kalk? Eine Begründung geben die Deklarationen nicht, sie zählen auf. Ein Hinweis steht bei Tarkett am Ende des Lebenswegs: Reste, die sich nicht wieder zu Rücken verarbeiten lassen, gehen in die Zementindustrie, wo Kalk und Aluminiumhydroxid primären Kalk ersetzen, ein Rohstoff der Zementherstellung, und die organischen Anteile Brennstoff. Ein Rücken, der zur Hälfte aus Kalk besteht, ist dort fast so viel Rohstoff wie Abfall.
Für den Käufer heißt das zweierlei. Erstens ist die Frage „Bitumen oder nicht“ beim Gewicht die falsche Frage, denn schwer macht beide Rückenarten der Kalk. Zweitens erklärt der Füllstoff, warum die Gewichte im Handel so weit auseinanderliegen können: Wer weniger Kalk einsetzt, spart Masse, und keines der 103 Angebote mit Bitumen sagt, wie viel Kalk es enthält. Damit bleibt offen, ob eine leichte Fliese aus einer leichteren Rezeptur stammt oder nur einen dünneren Rücken hat.
Glasvlies im Rücken: warum eine Teppichfliese flach liegt und nicht schüsselt
Gewicht allein hält eine Fliese nicht flach. Ein Rücken, der bei Wärme oder Feuchte wächst oder schrumpft, wölbt sich an den Kanten auf, und dann helfen auch fünf Kilogramm je Quadratmeter wenig. Das TKB-Merkblatt 11 legt dafür zwei Grenzen fest. Maßhaltig ist eine Fliese, wenn sie die Toleranz von plus oder minus 0,2 Prozent einhält, geprüft nach EN 994. Bei der Maßbeständigkeit nach EN 986 sind für lose und wiederaufnehmbar geklebte Fliesen in beiden Richtungen höchstens 0,2 Prozent Schrumpf oder Ausdehnung erlaubt und höchstens 2 Millimeter Schüsseln oder Wölben.
Großzügiger als die Praxis ist diese Grenze trotzdem. Vertikale Maßänderungen dieses Ausmaßes führten zu Beanstandungen, schreibt die Technische Kommission selbst. Bei einer Fliese von 50 Zentimetern sind 0,2 Prozent ein Millimeter, über acht Fliesen in einer Reihe acht Millimeter, errechnet aus der Toleranz. In der Autovervollständigung taucht „wellen im teppich beseitigen“ auf; bei Fliesen ist die Welle eine Frage des Rückens.
Gegen dieses Arbeiten sitzt im Rücken eine Lage aus Glas. 73 der 88 Deklarationen nennen Glasfaser oder Glasvlies, mit Anteilen zwischen 0,2 Prozent bei Betap und modulyss und bis zu 3 Prozent als Obergrenze einer Spanne bei Shaw. In der Sammeldeklaration des GUT sind es 0,5 Prozent, in einer Standardfliese also rund 6,5 Gramm. Interface beschreibt seinen Standardrücken als Masse auf Basis von Holzharz mit recyceltem Füllstoff und Glasvlies-Verstärkung, Shaw die Glasfaserlage als Mittel für die Formstabilität.
Im Handel kommt das Wort nicht vor. Kein Angebot mit Bitumenrücken nennt Glasvlies oder Glasfaser, und unter allen 127 Fliesen erwähnt nur casa pura eine mit Glasfasern verstärkte Rückseite, dort aus Vinyl. Formstabilität versprechen sieben Angebote mit Bitumen in Worten wie „Formstabilität“ oder „Keine Verformung“, keines mit einem Wert. Wie empfindlich manche Rücken auf das Raumklima reagieren, sagt Interface offen: Fliesen mit biobasiertem Rücken bleiben im Karton und brauchen dort einen vollen Tag bei 18 °C oder mehr, sonst drohen nach der Anleitung Probleme mit Handhabung oder Stabilität.
Wie schwer ist eine Teppichfliese mit Bitumen? Angebot gegen Deklaration
Beim Gewicht liegen Handel und Deklaration nicht nur auseinander, sie berühren sich nicht. So verteilen sich die 85 Angebote mit Bitumen und Gewichtsangabe: 37 nennen 2,4 Kilogramm je Quadratmeter, 28 nennen 2,8, zwölf 2,9, sechs 2,5, eines 3,125 und eines 3,2. In den 53 Deklarationen mit Bitumenrücken stehen 3,36 bis 5,28 Kilogramm. Die schwerste Fliese im Handel bleibt also unter der leichtesten der Deklarationen, einer Fliese von GH Commercial aus Australien mit 3,356 Kilogramm.
Hinter den häufigsten Werten steckt ein einziges Muster. 67 Angebote unter 25 Markennamen beschreiben ihre Fliese mit der Formel „PP und Bitumen“, 37 davon mit 2.400 Gramm je Quadratmeter, meist bei 5 Millimetern, 28 mit 2.800 Gramm, meist bei 6 Millimetern. Eine der Marken ist vidaXL mit der Artikelnummer 42032455; Nummern derselben Form, 42032435 und 42032440, stehen in vier Angeboten unter den Namen Mengtu, Homgoday und Anself. Keines der 67 Angebote hat eine Rezension, und wo das Datenfeld „Im Angebot seit“ gefüllt ist, nennt es Juni bis Oktober 2026.
Selbst innerhalb dieser Angebote passen die Zahlen nicht zusammen. Für vier Fliesen, also einen Quadratmeter, steht im Datenfeld Artikelgewicht 2,88 Kilogramm, im Text daneben „Gewicht: 2400 g/m²“. Bei den 2.800-Gramm-Fliesen sind es 3,32 Kilogramm für vier Stück. Ob die Verpackung mitgewogen ist, sagt keines der Angebote. Eine Umrechnung von Quadratmeter auf Fliese steht weiter unten.
Dass schwerere Fliesen mit Bitumen auch im Handel zu haben sind, zeigen die Hersteller selbst, nur eben nicht unter diesem Suchwort bei Amazon. Floordirekt führt die Teppichfliese Vienna im eigenen Shop mit 3.700 Gramm je Quadratmeter; das Amazon-Angebot einer Vienna von casa pura nennt kein Gewicht. Bauhaus gibt für die Emotion 4.545 Gramm an. Wie weit die Werte bei selbstliegenden Fliesen insgesamt streuen und wie wenige Angebote sie überhaupt nennen, hat der Abschnitt zu Gewicht und Rücken im Vergleich der selbstliegenden Fliesen an einer anderen Stichprobe ausgezählt.
Woher der Abstand kommt, verrät kein Angebot. Weniger Füllstoff, ein dünnerer Rücken, eine leichtere Garnmenge oder nur eine andere Art zu wiegen: Jede dieser Erklärungen wäre möglich, und keine ist belegt, weil kein Angebot die Zusammensetzung nennt. Sicher ist nur die Folge. Eine Fliese mit 2,4 Kilogramm je Quadratmeter liegt in einer anderen Gewichtsklasse als alles, was die Hersteller deklarieren.
Teppichfliesen selbstliegend mit Bitumen: ab welchem Gewicht der Rücken hält
Ab wann eine Fliese lose liegen darf, ist geregelt. Die Grenze steht in Anhang A der DIN EN 1307, und Wulff, ein Hersteller von Verlegewerkstoffen, zitiert sie in einem Merkblatt: 3,5 Kilogramm je Quadratmeter für das lose Verlegen, 2,5 Kilogramm für eine Verklebung, die sich wieder lösen lässt. Was leichter ist oder um mehr als 0,2 Prozent schrumpft oder wächst, wird nach dieser Lesart fest geklebt, von Sonderfreigaben einzelner Hersteller abgesehen.
Legt man diese Grenze an, trennen sich Handel und Deklaration erneut. 52 der 53 Fliesen mit Bitumenrücken aus den Deklarationen liegen bei 3,5 Kilogramm oder darüber. Unter den 85 Angeboten mit Gewichtsangabe erreicht keines den Wert, und 20 davon nennen sich trotzdem selbstliegend. Das erste Angebot in der Suchmaschine, eine Fliese von HPFloor, verspricht, sie verrücke „durch den schweren Rücken aus Bitumen“ nicht, und nennt selbst kein Gewicht je Quadratmeter.
Dass leichte Fliesen nicht automatisch falsch sind, zeigen die Hersteller bitumenfreier Rücken, nur sagen sie dazu, was sie verlangen. Object Carpet verkauft seine Akustik-Fliesen auf dem Rücken Welltex mit 1.900 bis 3.050 Gramm je Quadratmeter und schreibt in der Verlegeanleitung, dass sie immer gegen ein Verrutschen fixiert werden, mit einem dauerhaft klebrigen Haftkleber von 120 bis 160 Gramm je Quadratmeter. Fabromont dagegen nennt seine latexierten Module mit höchstens 2,91 Kilogramm ausdrücklich selbstliegend. Das ist eine Herstellerfreigabe, keine Regel, die man auf eine Fliese ohne Datenblatt übertragen kann.
Auch eine schwere Fliese liegt nicht überall lose. Bauhaus beschränkt die lose Verlegung der Emotion mit 4.545 Gramm auf kleine, private Räume und empfiehlt für stark genutzte Räume eine Rutschbremse. Welche Rutschbremse zu welchem Rücken passt, steht in den Merkblättern der Hersteller, und die Zuordnung von Rutschbremse und Rückenart hat der Fixierungs-Ratgeber aus zwölf solchen Papieren zusammengetragen.
Wie viel schwerer lose Fliesen als Klebefliesen sind, wird an einem anderen Suchwort sichtbar. Unter „selbstklebend“ laufen bei Amazon auch lose Fliesen mit, und der Gewichtsvergleich zwischen losen und klebenden Fliesen zeigt, dass die Klebeschicht dort leisten muss, was hier der Rücken mit Masse leistet. Eine Fliese mit 2,4 Kilogramm sitzt zwischen beiden Welten: zu leicht für die Grenze, ohne Klebeschicht.
PVC- und Vinylrücken: ein Heavybacking mit Weichmacher, im Register nicht vertreten
Neben Bitumen nennt das TKB-Merkblatt 11 PVC als klassischen Werkstoff der Schwerbeschichtung, und heute zunehmend Polyurethan, Ethylen-Vinylacetat-Copolymere und Polyolefine. Im Register des IBU findet sich trotzdem keine einzige Teppichfliese mit PVC-Rücken. Einen Blick hinein erlaubt nur eine ältere Deklaration von anderswo. Interface hat für seinen Rücken GlasBac in Australien eine Deklaration veröffentlicht, ausgestellt im September 2012 und fünf Jahre gültig, also längst abgelaufen, aber mit offener Zusammensetzung.
Danach besteht der tragende Rücken aus Polyvinylchlorid mit recyceltem Inhalt und einer eingebetteten Lage aus Glasvlies. Auf die ganze Fliese gerechnet sind es 12,3 Prozent PVC, 9,1 Prozent eines Weichmachers, 13,4 Prozent Kalkstein und weitere 35,8 Prozent recycelter Kalkstein, dazu 1,3 Prozent Glasvlies; die Fliesen wiegen 3.535 bis 4.145 Gramm je Quadratmeter. Den Weichmacher nennt die Deklaration mit seinem chemischen Namen, 1,2-Benzoldicarbonsäure-dinonylester, hergestellt aus Isononylalkohol und Phthalsäureanhydrid. Gemeint ist ein Phthalat.
Für öffentliche Auftraggeber zieht das Umweltbundesamt hier eine Linie. Sein Leitfaden zur Beschaffung textiler Bodenbeläge schließt Phthalate als Weichmacher aus und lässt sie nur als Verunreinigung bis 0,1 Masseprozent zu, mit dem Blauen Engel als Nachweis. In Europa liefert Interface seine Teppichfliesen heute standardmäßig mit dem holzharzgebundenen Rücken aus, und seine Verlegeanleitung enthält eine Warnung, die nur den PVC-Rücken betrifft: Fliesen mit GlasBac sollen nicht direkt auf Gussasphalt liegen, sondern auf einem abgesandeten und gespachtelten Untergrund. Einen Grund nennt die Anleitung nicht.
Im Handel ist der Vinylrücken eine Randerscheinung. Fünf der 127 Fliesen unter dem Suchwort nennen einen Rücken aus Vinyl oder PVC, darunter casa pura mit „Vinyl mit Glasfasern“ und 3,8 Kilogramm je Quadratmeter und Floordirekt mit einem „antirutsch Vinyl Rücken“. Welcher Weichmacher darin steckt, schreibt keines. Fragen darf man trotzdem, und wie eine Anfrage nach besonders besorgniserregenden Stoffen aussieht, auf die ein Anbieter antworten muss, erklärt der Abschnitt zur REACH-Anfrage samt Frist im Wandtattoo-Vergleich für Kinderzimmer.
Teppich und Weichmacher: was auf Vinyl, PVC und Linoleum offenbleibt
Weichmacher wirken in zwei Richtungen. Sie können im Rücken der Fliese stecken, wie beim PVC-Rücken eben gesehen, und sie können im Boden darunter stecken, wenn die Fliese auf einem alten PVC- oder Vinylbelag liegt. Zur zweiten Richtung haben die Fliesenhersteller Warnungen geschrieben, die im Handel nicht ankommen. Schatex schreibt für Böden, die PVC enthalten, eine Sperrschicht vor, sonst könnten Rücken und Boden miteinander reagieren; das Material soll ein Fachmann bestimmen.
Unter dem Suchwort sieht es anders aus. 29 der 103 Angebote mit Bitumenrücken nennen Vinyl, PVC oder Linoleum als Boden, auf den die Fliese passt oder den sie schützt, etwa „kompatibel mit Laminat, Parkett, Vinyl, Kork und Linoleum“. Alle 29 stammen von sechs Markennamen aus der Gruppe „PP und Bitumen“. Ein Wort zu Weichmachern steht in keinem der 103 Angebote, und auch keine der 88 Deklarationen führt einen Weichmacher unter den Grundstoffen.
Was zwischen einem Rücken und einem Vinylboden passieren kann, haben die Hersteller von Vinylböden genauer beschrieben als die von Teppichfliesen. Sie warnen vor Gummi- und Latexrücken von Matten, die gelbe oder braune Verfärbungen im Belag hinterlassen, und vor dunklen Gummiarten. Wie diese Verfärbung durch wandernde Weichmacher, vor der 14 von 16 Vinylherstellern warnen, entsteht und warum sie sich nicht wegreinigen lässt, steht im Reinigungs-Ratgeber für Vinyl.
Ob ein Bitumenrücken auf einem Vinylboden dasselbe tut, beantwortet keine der gelesenen Unterlagen. Weder die Deklarationen noch die Datenblätter der Fliesen sagen etwas zu Bitumen auf PVC, und die Hersteller von Fixierungen schweigen zu Weichmachern ebenfalls, obwohl sie PVC und Linoleum als Untergrund freigeben. Wer auf einem alten Vinylboden verlegen will, der wieder ans Licht soll, legt zuerst eine Fliese an eine verdeckte Stelle, hebt sie nach einigen Wochen an und schaut auf den Boden. Eine Sperrschicht, wie Schatex sie verlangt, ist der vorsichtigere Weg.
Teppichfliesen bitumenfrei: Holzharz, Polyolefin und EVA statt Bitumen
„Bitumenfrei“ steht unter dem Suchwort in genau zwei Angeboten, beide für Fliesen von Interface mit dem Zusatz „Hochwertige bitumenfreie Rückenkonstruktion“. In den Deklarationen sind bitumenfreie Rücken dagegen keine Ausnahme: 35 der 88 kommen ohne Bitumen aus, von elf Herstellern. Sie lassen sich in drei Familien einteilen, nach dem, was statt Bitumen bindet.
Zur ersten gehören Schwerbeschichtungen mit anderem Binder und viel Kalk. Interface bindet seinen Standardrücken mit Holzharz, laut Rückenübersicht aus biobasierten Materialien und recycelten Füllstoffen; in den neun Deklarationen sind das 5,3 bis 8,1 Prozent Holzharz und 4,5 bis 6,9 Prozent EVA, bei 37 bis 59 Prozent Kalkstein. DAS TEPPICHWERK, dessen Deklarationen auf die Seite vorwerk-flooring.de verweisen, nimmt EVA, Anker ebenfalls. Beim Gewicht unterscheidet sich diese Familie von den Bitumenfliesen kaum: 3,2 bis 5,7 Kilogramm je Quadratmeter.
Zweitens gibt es Polyolefine, Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen. Tarkett nennt seinen Rücken EcoBase bitumenfrei und zu 91 Prozent aus recycelten und biobasierten Inhaltsstoffen; die Deklaration einer Fliese mit 600 Gramm Garn kommt auf 3,89 Kilogramm je Quadratmeter. modulyss beschreibt ecoBACK als Rücken auf Polyolefinbasis, frei von PVC und Bitumen, und ecoBACK PLUS als 48 Prozent leichter als den eigenen Bitumenrücken Back2Back. Shaw schreibt dem Rücken EcoWorx S zu, 50 Prozent leichter zu sein als andere Rücken; die Deklaration nennt 2,72 Kilogramm je Quadratmeter.
Ganz ohne Schwerbeschichtung im engeren Sinn kommt die dritte Familie aus: latexierte Nadelvliese wie bei Fabromont, Filzrücken wie bei VETEX und Object Carpet, Schaum wie bei Vebe. Hier wird die Fliese leicht, und hier verlangen manche Hersteller mehr als das Eigengewicht, wie der Abschnitt zum losen Verlegen gezeigt hat. Bitumenfrei ist damit eine Angabe über den Binder, nicht über das Liegeverhalten. Wer eine bitumenfreie Fliese lose legen will, braucht dieselben zwei Zahlen wie bei jeder anderen: das Gesamtgewicht und die Freigabe des Herstellers.
Textilrücken, Vlies und Filz: was unter der Schwerbeschichtung liegt
Unter vielen Schwerbeschichtungen liegt noch eine Lage, die man beim Umdrehen der Fliese sieht: ein Vlies oder ein Filz. Bei IVC ist es ein Polyesterfilz, beim Rücken Echo ein Akustikfilz mit 94 Prozent Recyclinganteil. modulyss deckt den Bitumenrücken comfortBACK mit einem Filz aus 90 Prozent recyceltem Polyester ab, Interface den Standardrücken in der Variante Sone mit einem Akustikfilz aus Polyester, die Superflor II mit einem Filz aus Polypropylen.
Solche Filze sind mehr als Kosmetik, sie verändern die Akustik. Für die Variante Sone nennt Interface eine Trittschalldämmung bis zu 29 dB und eine Schallabsorption bis αw 0,30, für Sone+ bis 33 dB und αw 0,30 bis 0,40 je nach Produkt. Was ein solcher Wert im Raum bedeutet, lässt sich mit der Nachhallrechnung für Teppich nach ASR A3.7 im Akustikpaneel-Ratgeber abschätzen, die Teppich mit und ohne Filzunterlage durchspielt.
Daneben gibt es Fliesen, deren Rücken ganz textil ist. tretford führt für die Interland einen Vliesrücken bei 4,6 Kilogramm je Quadratmeter. Creative Concepts nennt für die Fliese Tekno ein Textilgewebe als Rückenausstattung und 4.000 Gramm je Quadratmeter, Steffensmeier für die Chicago einen Textilrücken mit dem Namen Polyflex. Im Register stehen die latexierten Kugelgarn-Module von Fabromont und die Module von VETEX, deren Filzrücken laut Deklaration aus Polyester besteht.
Im Handel kommt Vlies in 27 der 127 Angebote vor, etwa als „Rückseitiger Vliesträger“ oder bei Primaflor als „Vlies mit einem schweren Bitumenrücken“. Welche Schicht gemeint ist, das Trägergewebe im Flor oder die Abdeckung unter dem Rücken, bleibt offen. Wie sehr die Bezeichnungen auseinanderlaufen können, zeigt eine Velours-Fliese, deren Rücken drei Quellen verschieden beschreiben: als Polyflex mit Vliesstoff, als Fiberglas und als Bitumen.
Teppichfliesen mit Dämmung: Polster- und Schaumrücken aus PU und SBR
„teppichfliesen mit dämmung“ schlägt Amazon vor, DuckDuckGo „fußboden teppichfliesen mit dämmung schaum“, und „gummiert“ steht ebenfalls in der Liste. Wie Hersteller eine weiche Fliese bauen, zeigen die Deklarationen. Milliken setzt unter die Bitumen-Schwerbeschichtung ein Polster aus Polyurethan, nach eigener Angabe zu 90 Prozent recycelt und mit Filz abgedeckt; auf die ganze Fliese entfallen 11,4 bis 15,1 Prozent Polyurethan. GH Commercial nennt ein Polster aus PET unter dem Bitumenrücken.
Ein Schaumrücken ohne Schwerbeschichtung ist seltener. Vebe deklariert Nadelvlies-Fliesen mit einem Rücken aus SBR-Schaum, also Styrol-Butadien-Kautschuk, der 38,2 Prozent der Masse ausmacht, ohne Kalk und ohne Bitumen, bei 2.952 Gramm je Quadratmeter. Eine eigene Grenze nennt der Leitfaden des Umweltbundesamts für solche Rücken: Aus Schaumrücken aus SBR dürfen N-Nitrosamine in der Prüfkammer weniger als 1 µg/m³ abgeben, gemessen am dritten Tag.
Im Handel ist Dämmung vor allem ein Wort. 89 der 103 Angebote mit Bitumen versprechen Trittschalldämmung, Schallabsorption, bessere Akustik oder weniger Geräusche, darunter 56 der 67 Angebote mit „PP und Bitumen“. Ein Polster aus PU oder Schaum nennt keines, und einen Wert in dB auch nicht. Object Carpet schreibt in seinen Datenblättern für den Rücken Welltex eine Trittschallverbesserung von plus 20 dB und eine Raumakustik von plus 0,2 αw, als Herstellerangabe, nicht als geprüfter Einzelwert der Fliese.
Naheliegend ist dann eine Matte darunter, wenn der Rücken nicht genug dämmt. Das ist eine andere Frage mit einer knappen Antwort: Die Regelwerke sehen Unterlagen nur mit Eignungsnachweis vor, und bei der Frage, ob eine Trittschallmatte unter die Teppichfliese gehört, fand sich unter dreizehn Verlegeanleitungen keine, die eine beliebige Schaummatte freigibt. In den Rücken gehört die Dämmung, und dort lässt sie sich in der Deklaration nachlesen.
Teppichfliesen mit Bitumen auf Fußbodenheizung: was der Rücken am Wärmedurchlass ändert
28 der 103 Angebote mit Bitumenrücken nennen die Fliese für eine Fußbodenheizung geeignet. Eine Zahl steht in keinem, weder ein Wärmedurchlasswiderstand noch eine Höchsttemperatur. Hier helfen die Deklarationen nicht weiter, denn sie enthalten den Wert nicht; nur die Deklaration von WuXi Sunshi für den Polyethylen-Rücken ANKER nennt ihn mit 0,06 m²K/W. Bleiben die technischen Datenblätter. Wo sie einen Wert nennen, ergibt sich das folgende Bild.
| Fliese | Rücken laut Datenblatt | Gewicht, Höhe | m²K/W |
|---|---|---|---|
| Bauhaus Emotion | Bitumen auf Vliesträger | 4.545 g/m², 7 mm | ca. 0,07 |
| Jordan Linus | modifiziertes Bitumen | 4.150 g/m², 7 mm | ca. 0,073 |
| Creative Concepts Merlin | Nadelfilz auf Bitumen | 3.500 g/m², 5,5 mm | ca. 0,08 |
| Object Carpet Scor 550 | Bitumen-Schwerbeschichtung | 4.400 g/m², 6,5 mm | 0,08 |
| Jordan Pathos | bitumenfrei, Stoff nicht genannt | 4.170 g/m², 6,5 mm | ca. 0,08 |
| ANKER (WuXi Sunshi) | Polyethylen | 3.200 bis 4.300 g/m² | 0,06 |
| Object Carpet Contract 1000 | Welltex, ohne PVC und Bitumen | 2.300 g/m², 8 mm | 0,11 |
| Object Carpet Smoozy 1600 | Welltex Circular | 2.340 g/m², 11 mm | 0,16 |
| tretford Interland | Vlies | 4,6 kg/m², 8 mm | ca. 0,11 |
| Creative Concepts Tekno | Textilgewebe | 4.000 g/m², 5,9 mm | ca. 0,15 |
Die vier Fliesen mit Bitumenrücken liegen eng beieinander, zwischen 0,07 und 0,08 m²K/W. Textile und filzige Rücken reichen weiter, von 0,08 bis 0,16. Dass der Rücken allein das nicht entscheidet, zeigen die 47 Datenblätter von Object Carpet: Auf demselben Rücken Welltex kommen die dicken Velours- und Shag-Fliesen Smoozy mit 11 Millimetern auf 0,16 und Poodle mit 11,5 Millimetern auf 0,14, die Schlinge Twist mit 5,8 Millimetern aber auch auf 0,12. Gesamthöhe und Flor zählen mit, und ohne Datenblatt lässt sich keines von beiden abschätzen.
Wie groß der Unterschied auf der Heizung ist, hängt von der Grenze ab, gegen die man rechnet. Üblich ist es, Belag und Unterlage gemeinsam gegen 0,15 m²K/W zu rechnen; der Vinyl-Ratgeber zur Heizung führt diesen Wert auf die Kennlinien der Heizungsnorm DIN EN 1264-3 und eine Richtlinie des Bundesverbands Flächenheizungen zurück. Wie man mit einer solchen Zahl in Temperaturen und Watt umrechnet, zeigt die Rechnung mit der BVF-Spanne für textile Beläge im Vinyl-Ratgeber; eine Fliese mit 0,07 nutzt knapp die Hälfte dieser Grenze, eine mit 0,15 die ganze. Welche höchsten Bodentemperaturen die Verlegeanleitungen nennen und ob beim Verlegen geheizt werden darf, steht im Heizungsabschnitt des Ratgebers zum Verlegen.
Wer „teppich fußbodenheizung geeignet symbol“ sucht, sucht ein Zeichen, das es für textile Beläge tatsächlich gibt: Der Verband sieht für sie ein Zusatzsymbol „Fußbodenheizung“ vor, das für ein bestimmtes Produkt gilt. In den Texten der Angebote unter dem Suchwort ist von einem Symbol nirgends die Rede. Ein bloßes „geeignet“ ohne Wert sagt deshalb nur, dass der Anbieter keine Bedenken hat. Mit einem Bitumenrücken liegt man nach den vorliegenden Datenblättern eher am unteren Ende der Spanne, mit einem dicken Velours auf Filz eher am oberen.
Teppichfliesen für den Keller: Feuchte von unten, Wasser von oben
Im Keller kommt Feuchte von zwei Seiten. Von unten steigt sie aus dem Estrich, von oben kommt sie als verschüttetes Wasser oder als Wasserschaden. Für die erste Seite schreiben die Hersteller klare Bedingungen in ihre Anleitungen. Forbo verlangt für Tessera-Fliesen, dass nicht unterkellerte Räume mit Erdkontakt bauseits normgerecht gegen aufsteigende Feuchte abgedichtet sind. Schatex schreibt, Betonböden müssten feuchtigkeitsisoliert sein, besonders im Erdgeschoss und in tiefer liegenden Räumen.
Am Rücken ändern diese Regeln nichts. Tarkett schreibt für DESSO-Fliesen eine Anleitung für beide Rückenarten, den Bitumenrücken ProBase und den bitumenfreien EcoBase, mit denselben Feuchtegrenzen für den Untergrund. Wie trocken ein Estrich sein muss und wie man das misst, stellt die Übersicht der Feuchtegrenzen für den Estrich im Verlege-Ratgeber nebeneinander. Ein Rücken, der kein Wasser durchlässt, ersetzt also keine Abdichtung; jedenfalls sagt keine der gelesenen Anleitungen etwas anderes.
Zur zweiten Seite steht eine nüchterne Auskunft in der Deklaration von Tapibel. War der Boden bei einem Leck oder einer Überschwemmung tagelang durchnässt, sei er wahrscheinlich ein Totalverlust. Bei kurzer Einwirkung seien nach dem Trocknen keine sichtbaren Schäden zu erwarten, außer einigen Flecken. Das gilt für eine Fliese mit modifiziertem Bitumenrücken, also genau für die Bauart, die im Handel mitunter als wasserfest beschrieben wird.
Im Handel klingt das anders. 16 der 103 Angebote mit Bitumenrücken nennen den Keller, 28 das Bad oder einen Feuchtraum, neun nennen die Fliese wasserdicht oder wasserfest. Die 28 Bad-Angebote stammen sämtlich von fünf Markennamen aus der Gruppe „PP und Bitumen“. Keines nennt eine Bedingung, einen Nachweis oder eine Abdichtung. Für den trockenen Hobbykeller mit abgedichtetem Boden kann eine schwere Fliese passen. In einen Keller, in dem schon einmal tagelang Wasser stand, gehört nach der Deklaration von Tapibel keine Teppichfliese, ob mit Bitumen oder ohne.
Riecht ein Bitumenrücken? Was Angebote und Deklarationen zum Geruch sagen
Nach „bitumen geruch“ und „neuer teppichboden geruch“ fragt die Autovervollständigung, und wer einen Karton Fliesen auspackt, fragt es sich auch. Eine Messung des Geruchs von Bitumenrücken enthält keine der gelesenen Unterlagen. Was es gibt, sind Aussagen über Emissionen und Prüfsysteme. 65 der 88 Deklarationen schreiben, dass nach dem ersten Jahr wegen bekannter Abklingkurven keine produktbezogenen Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen mehr relevant seien. Über die ersten Wochen sagt dieser Satz nichts.
67 Deklarationen verweisen auf das Informationssystem PRODIS des Verbands GUT, das nach ihrer Darstellung Grenzen für verschiedene Chemikalien und für die Emission flüchtiger organischer Verbindungen sicherstellt. Der Leitfaden des Umweltbundesamts beschreibt die Geruchsprüfung textiler Beläge nach DIN ISO 16000-28 oder als GUT-Geruchsprüfung und hält fest, dass für Produkte mit GUT-Signet keine gesonderte Prüfung nötig ist. Ob eine bestimmte Fliese darunterfällt, lässt sich nur mit ihrer Registriernummer nachschlagen.
Unter dem Suchwort nennt kein Angebot eine solche Nummer, ein Prüfzeichen oder eine Emissionsprüfung. Zum Geruch der Fliese selbst äußert sich unter den 103 Angeboten mit Bitumen genau eines, das seine Materialien geruchsneutral nennt und schreibt, nach der Verlegung sei keine Belüftung erforderlich, ohne Beleg. Object Carpet schreibt in den Datenblättern seiner bitumen- und PVC-freien Fliesen „Frei von schädlichen Emissionen und Gerüchen“ und „Grenzwerte TVOC werden SOFORT erfüllt“, als Herstellerangabe.
Was eine Prüfkammer bei Teppich misst, wie lange sie misst und welche Geruchsgrenze am Ende steht, zählt der Kinderzimmer-Vergleich auf, und zwar die Grenzwerte, die der Blaue Engel bei Teppich ansetzt. Für den Bitumenrücken bleibt die Frage offen, und sie lässt sich nur mit einer Nummer schließen: Wer eine PRODIS- oder Zeichennummer bekommt, kann sie prüfen; wer nur „geruchsneutral“ liest, kann lüften und warten. Besonders besorgniserregende Stoffe über 0,1 Prozent enthält laut 87 der 88 Deklarationen keine der Fliesen; die verbleibende Deklaration enthält diese Zeile nicht.
Teppichfliesen schwer entflammbar: Aluminiumhydroxid im Rücken
„teppichfliesen schwer entflammbar“ schlägt Amazon zum Rücken mit vor, und die Antwort steht in den Grundstoffen. 24 der 53 Deklarationen mit Bitumen führen Aluminiumhydroxid, zwischen 2,8 und 10,8 Prozent der Masse. Interface schreibt dazu ausdrücklich, Aluminiumhydroxid werde als Flammschutz eingesetzt. In bitumenfreien Rücken ist der Anteil teils viel höher: bei den latexierten Modulen von Fabromont 29 bis 44 Prozent, bei EcoBase von Tarkett 14 Prozent, bei ecoBack von modulyss 10 bis 12 Prozent.
Das passt zu einer Linie, die das Umweltbundesamt für öffentliche Auftraggeber zieht. Halogenierte organische Verbindungen sind dort als Flammschutz ausgeschlossen. Erlaubt sind, wo der Brandschutz es verlangt, anorganische Mittel wie Ammoniumphosphate, Blähgraphit oder wasserabspaltende Minerale wie Aluminiumhydrat. Ein Rücken mit Aluminiumhydroxid bringt also einen Flammschutz mit, der in dieser Liste steht. Ob ein bestimmtes Produkt zusätzlich etwas anderes enthält, sagt die Liste der Grundstoffe, nicht das Angebot.
Das Ergebnis heißt bei Bodenbelägen Euroklasse. Tapibel nennt Bfl-s1 für seine Fliesen, Bauhaus für die Emotion ebenfalls Bfl-s1, im Datenblatt nach EN 13501-1. Unter dem Suchwort nennen drei der 103 Angebote mit Bitumen eine Brandklasse, alle drei Cfl-s1: Primaflor für die Nadelfilz-Fliese VOX, Zenya und Floordirekt für die Sheffield. Bei den übrigen 100 steht nichts, auch kein „schwer entflammbar“.
Ob für einen Raum eine bestimmte Klasse verlangt ist, regelt nicht das Angebot. Wer sie braucht, fragt nach der Leistungserklärung, die eine Fliese nach der europäischen Bauproduktenverordnung braucht; so halten es die Deklarationen selbst fest, mit dem Hinweis, dass die Leistungserklärung in den technischen Unterlagen des Herstellers steht. Ein Angebot, das keine Klasse nennt, ist kein Beleg dafür, dass die Fliese schlecht brennt, sondern nur für die Lücke.
Alte Teppichfliesen entsorgen: Deponie, Müllverbrennung oder Zementwerk
Was am Ende mit einer Teppichfliese geschieht, beantwortet kein einziges der 127 Angebote. Durchgerechnet wird es in den Deklarationen. 73 der 88 setzen für das Lebensende ausdrücklich drei Wege an: die Deponie, die Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage mit Energiegewinnung und die Verwertung in einem Zementwerk. Beim Zementwerk beschreibt die Sammeldeklaration des GUT das Sammeln, das Granulieren und den Transport, bevor der Teppich im Ofen verbrannt wird.
Bei einem Rücken, der zur Hälfte aus Kalk besteht, ist der dritte Weg naheliegend. Tarkett schreibt in der Deklaration für EcoBase, dass Kalk und Aluminiumhydroxid dort primären Kalk ersetzen und die organischen Reste primären Brennstoff. Tapibel nennt gebrauchte Teppichfliesen Textilabfall mit dem europäischen Abfallschlüssel 20 01 11; sie könnten mit Energierückgewinnung verbrannt oder deponiert werden. Interface schreibt in seiner Rücknahmebroschüre, Fliesen mit der früheren Rückenkonstruktion Graphlex würden zur Energierückgewinnung eingesetzt.
Für die Fliesen aus der Wohnung ist damit wenig gesagt, denn die Szenarien beschreiben, was mit Teppichabfall geschehen kann, nicht, wohin ein Haushalt ihn bringt. „teppichboden entsorgen sperrmüll“ und „verklebte teppichboden entsorgen“ fragt die Autovervollständigung, und darauf geben weder Deklarationen noch Angebote eine Antwort. Zuständig ist der örtliche Entsorger; wie er Teppichfliesen einordnet, steht in seiner Abfallsatzung. Ein ähnlicher Fall lässt sich bei Paneelen an der Wand nachlesen: Abfallschlüssel und Herstellerwege für Wandpaneele zeigen, wie selten Hersteller einen Weg für Haushaltsmengen nennen.
Zwei Dinge erleichtern das Ende trotzdem. Lose oder wiederaufnehmbar verlegte Fliesen lassen sich sortenrein stapeln, ohne Estrich und Kleber, und genau das verlangt Interface für sein Rücknahmeprogramm: keine fremden Materialien wie Müll oder Bauschutt auf der Palette. Und ganze, saubere Fliesen sind kein Abfall: Unter „teppichfliesen gebraucht“ wird gesucht, und Tapibel hält fest, dass Fliesen, die nicht am Ende ihrer Lebensdauer sind, ausgebaut und als Bodenbelag wiederverwendet werden können. Wer auszieht, sollte also zuerst fragen, ob jemand die Fliesen nimmt, und erst dann, in welchen Container sie gehören.
Rücknahme durch den Hersteller: wer alte Teppichfliesen zurücknimmt, und unter welchen Bedingungen
Einige Hersteller nehmen ihre Fliesen zurück, aber nicht jede Fliese von jedem. Wie eng die Bedingungen sind, zeigt die Anleitung von Interface zum Programm ReEntry vom September 2026. Infrage kommen nur Fliesen, die mit einem lösbaren Klebstoff oder mit TacTiles verlegt wurden. Gestapelt wird auf Paletten von Interface mit 106 × 106 Zentimetern, höchstens 100 Quadratmeter je Palette, trocken gelagert und am Tag der Abholung vor dem Gebäude übergeben.
| Programm | Für wen | Bedingungen | Was daraus wird |
|---|---|---|---|
| Interface ReEntry | Kunden mit Interface-Fliesen; Fremdware nur nach schriftlicher Zustimmung | lösbar verlegt oder TacTiles, eigene Paletten, höchstens 100 m² je Palette | Wiederverwendung, dann Recycling, dann Energie; Graphlex-Rücken: Energie |
| Tarkett ReStart | in Deutschland, Österreich und der Schweiz Geschäftspartner mit Vertrag | Mindestmengen je Produktgruppe auf Anfrage, Fliesen auf Paletten | Teppichfliesen zu 76 % im Kreislauf, 24 % Zementindustrie |
| modulyss | Rücken ecoBACK, ecoBACK PLUS, comfortBACK ECO | auf der Rückenseite nicht genannt | Recyclingprogramm am Lebensende, ohne Einzelheiten |
| Shaw Contract | Rücken EcoWorx | auf der Rückenseite nicht genannt | Rücknahme und Recycling als Umweltgarantie |
Geschnittene, verschmutzte oder beschädigte Fliesen nimmt Interface nur zur Energierückgewinnung, in einem Container, der höchstens 14 Tage stehen darf. Was die Abholung dem Kunden abverlangt, wird vor der Bestätigung eines Termins schriftlich vereinbart. Erfüllt eine Lieferung die Bedingungen nicht, kann der Spediteur die Annahme verweigern. Tarkett bietet ReStart in der D/A/CH-Region für Geschäftspartner an, die ReStart Partner werden; die Mindestmengen müssen gesondert angefragt werden.
Für eine Wohnung mit 20 Quadratmetern Fliesen ohne Markennamen gibt es damit keinen Herstellerweg. Vorausgesetzt wird in beiden Programmen, dass man weiß, von wem die Fliese stammt, und dass sie lösbar verlegt ist. Beim zweiten Punkt hilft eine gute Verlegung, beim ersten nur der Karton mit Etikett. Wer Objektware gekauft hat, etwa bei einem Fachhändler, fragt dort nach dem Programm des Herstellers; wer bei einem der 25 Markennamen mit „PP und Bitumen“ gekauft hat, findet in den Angeboten keinen Hinweis auf eine Rücknahme.
Recycelter Anteil im Rücken: was 70 Prozent bei Bitumen und Kalk bedeuten
Mit Recyclinganteilen werben Rücken gern, und die Zahlen klingen hoch. Tapibel nennt den modifizierten Bitumenrücken zu 70 Prozent recycelt. Jordan führt für die Fliese Linus einen modifizierten Bitumenrücken mit 70 Prozent recyceltem Inhalt, und unter den 103 Angeboten mit Bitumen nennt genau eines einen Anteil: Primaflor schreibt für die Fliese VOX „schweren Bitumenrücken (mind. 70 % recycelt)“. Van Heugten wirbt auf der Startseite mit „Nachhaltiges Recyflex-Bitumen“, ohne Zahl.
Was hinter einer solchen Zahl steckt, erklärt die Deklaration von Tapibel: Der recycelte Anteil von 61 bis 70 Prozent der Fliese setzt sich aus dem Garn aus recyceltem Polyamid, dem recycelten PVB im Vorstrich und dem Kalkstein-Füllstoff zusammen. Bei einem Rücken, der zur Hälfte aus Kalk besteht, bestimmt der Kalk die Quote. Tarkett beziffert bei EcoBase bis zu 82 Prozent recycelte Kreide, und zwar Kreide aus Produktionsresten, die vorher nicht als Boden genutzt wurde.
Beim Lesen hilft eine Unterscheidung: recycelt vor oder nach dem Gebrauch. Die Superflor II von Interface kommt auf 62,8 Prozent recycelten Anteil, davon 61,7 Prozent aus Produktionsresten und 1,1 Prozent aus gebrauchtem Material. Bei Balsan liegt der recycelte Anteil der Fliesen mit Bitumenrücken zwischen 24 und 28 Prozent, bei einer Fliese von GH Commercial bei mindestens 1,9 Prozent. modulyss nennt für den Bitumenrücken Back2Back 75 Prozent recyceltes Material.
Für die Entscheidung sagt der Recyclinganteil mehr über die Herstellung als über das Ende. Ob der Rücken selbst später wieder verwertet wird, steht in dieser Zahl nicht, und eine Quote von 70 Prozent macht eine Fliese nicht zu einer, die der Hersteller zurücknimmt. Wer beides will, fragt getrennt: Wie viel ist recycelt, aus welcher Quelle, und was passiert mit der Fliese, wenn sie wieder herauskommt?
Bitumen, PVC-Heavybacking, Textilrücken, Filzrücken: die Rückenarten nebeneinander
Im Handel und in den Datenblättern laufen die Begriffe durcheinander, und „teppichrücken arten“ fragt die Suche entsprechend. Geordnet sind in der folgenden Gegenüberstellung die Rückenarten, die in den Deklarationen und Datenblättern dieser Seite vorkommen, mit dem, was jeweils drinsteckt, und dem Wort, an dem man sie im Angebot erkennt. Neben ein Angebot gehalten, funktioniert sie auch ohne den übrigen Text.
| Rückenart | Was drinsteckt | Wort im Angebot | Gewicht je m² |
|---|---|---|---|
| Bitumen-Schwerbeschichtung | Bitumen 10 bis 20 %, Kalkstein 36 bis 70 %, meist Glasvlies, oft Vlies darunter | „Bitumen“, „Bitumenrücken“, „PP und Bitumen“ | 3,4 bis 5,3 kg (Handel 2,4 bis 3,2) |
| Modifiziertes Bitumen | Bitumen mit SBS-Copolymer oder Polymer, oft recycelter Füllstoff | „modifiziertes Bitumen“ | 3,9 bis 4,7 kg |
| PVC-Heavybacking, Vinylrücken | PVC, Weichmacher, Kalkstein, Glasvlies (Deklaration von 2012) | „Vinyl-Rücken“, „PVC“ | 3,5 bis 4,1 kg |
| Polyolefin-Rücken | Polyethylen oder Polypropylen, Kalk 30 bis 45 %, Glasgitter | „bitumenfrei“, Rückennamen der Hersteller | 2,7 bis 5,0 kg |
| Holzharz und EVA | Holzharz 5 bis 8 %, EVA 5 bis 7 %, Kalkstein 37 bis 59 %, Glasvlies | Rückennamen der Hersteller | 3,9 bis 5,3 kg |
| EVA-Schwerbeschichtung | EVA 14 bis 23 %, Eisenoxid oder Kalkstein | „EVA“ | 3,2 bis 5,7 kg |
| Textilrücken, Vlies, Latex | Vlies oder Gewebe, latexiert, ohne Schwerbeschichtung | „Vlies-Rücken“, „Textilgewebe“, „Latex“ | 2,2 bis 4,6 kg |
| Filz- und Polsterrücken | PES-Filz, PU- oder SBR-Schaum unter oder statt der Schwerbeschichtung | „Akustik“, „Dämmung“, „Comfort“ | 2,9 bis 5,3 kg |
Zwei Zeilen brauchen einen Zusatz. Die Spanne beim PVC-Rücken stammt aus einer einzigen, abgelaufenen Deklaration und ist kein Marktwert. Und die Wörter in der dritten Spalte sind Hinweise, keine Belege: „Vlies“ kann im Handel das Trägergewebe im Flor meinen, „Dämmung“ eine Behauptung ohne Polster. Wer sicher sein will, liest die Rückenausrüstung im Datenblatt oder die Grundstoffe in der Deklaration.
Teppichfliesen 50 x 50 und 100 x 25: Gewicht je Fliese und je Quadratmeter umrechnen
Datenblätter nennen das Gewicht je Quadratmeter, Datenfelder bei Amazon oft das Gewicht des Pakets oder einer Fliese. Damit beides vergleichbar wird, rechnet die Tabelle typische Werte dieser Seite auf eine Fliese um. Fliesen von 50 × 50 und 25 × 100 Zentimetern haben dieselbe Fläche von 0,25 Quadratmetern, vier davon ergeben einen Quadratmeter. Das amerikanische Maß 30,48 × 91,44 Zentimeter, das GH Commercial deklariert, hat 0,279 Quadratmeter.
| Angabe | 50 × 50 oder 25 × 100 cm | 30,48 × 91,44 cm | Woher |
|---|---|---|---|
| 2,4 kg/m² | 600 g | 669 g | häufigster Wert im Handel |
| 2,8 kg/m² | 700 g | 780 g | zweithäufigster Wert |
| 3,5 kg/m² | 875 g | 975 g | Grenze für lose Verlegung |
| 4,5 kg/m² | 1.125 g | 1.254 g | etwa Bauhaus Emotion |
| 5,2 kg/m² | 1.300 g | 1.449 g | Höchstwert Sammeldeklaration LC3 |
| davon Bitumen 14,1 % | 183 g | 204 g | errechnet |
| davon Füllstoff 48,3 % | 628 g | 700 g | errechnet |
Rückwärts geht es genauso. Ein Paket mit vier Fliesen und 2,88 Kilogramm Artikelgewicht entspricht 720 Gramm je Fliese und 2,88 Kilogramm je Quadratmeter, auch wenn daneben 2.400 Gramm stehen. Steht bei einer einzelnen Fliese „1 Kilogramm“ im Datenfeld, ergäben sich 4 Kilogramm je Quadratmeter, sofern die Zahl nicht gerundet ist. Zwei Angebote vergleicht man deshalb erst, wenn beide auf demselben Maßstab stehen, und nicht vorher nach der höheren Zahl.
Beim Wärmedurchlass hilft eine zweite Umrechnung, nämlich die auf den Wert von 0,15 m²K/W, gegen den Belag und Unterlage zusammen gerechnet werden. Ein Wert von 0,06 nutzt 40 Prozent davon, 0,07 rund 47 Prozent, 0,08 rund 53 Prozent, 0,11 rund 73 Prozent, 0,15 die ganze Grenze und 0,16 etwas mehr als sie. Wer auf einer Heizung zusätzlich einen Läufer oder eine Unterlage plant, zieht deren Wert ab, bevor er die Fliese wählt.
Vier Angaben, die man vor dem Kauf beim Händler erfragt
Am Ende dieser Seite steht keine Fliese, sondern eine Anfrage. Drei der vier Angaben unten fehlen in allen Angeboten unter dem Suchwort, die vierte, das Gewicht, steht meist da und liegt unter jedem deklarierten Wert. Jede lässt sich mit einer kurzen Nachricht an den Händler oder Hersteller erfragen. Eine Antwort zählt nur, wenn sie eine Zahl, einen Werkstoff oder eine Unterlage nennt. Ein „ja, geeignet“ ist keine.
Die erste Frage gilt dem Aufbau: Woraus besteht der Rücken, mit Füllstoff und Glasvlies, und gibt es eine Umweltproduktdeklaration oder eine PRODIS-Nummer dazu? Die gute Antwort ist eine Deklarationsnummer im Format der Register oder ein Datenblatt mit der Zeile Rückenausstattung. Wer nur „Bitumen“ hört, weiß nach dieser Seite, dass damit höchstens ein Fünftel der Fliese beschrieben ist.
Zweitens das Gewicht, und zwar das der ganzen Fliese je Quadratmeter, das Flächengewicht nach ISO 8543, nicht das Polgewicht. Dazu gehört die Frage, ob der Hersteller die Fliese für die lose Verlegung freigibt. Bei 3,5 Kilogramm oder mehr ist das nach Anhang A der DIN EN 1307 in der Wiedergabe von Wulff der Regelfall, darunter braucht es eine ausdrückliche Freigabe oder eine Fixierung.
Drittens, bei einer Fußbodenheizung, der Wärmedurchlasswiderstand in m²K/W und die höchste zulässige Bodentemperatur. Ein Bitumenrücken liegt nach den Datenblättern dieser Seite bei 0,07 bis 0,08, ein dicker Velours auf Filz deutlich höher. Kommt keine Zahl, ist die Fliese für die Heizung nicht ausgeschlossen, aber auch nicht belegt.
Viertens das Ende: Nimmt der Hersteller die Fliese zurück, unter welchen Bedingungen und ab welcher Menge? Und wenn nicht, als was gilt sie beim Entsorger? Für Objektware einiger Hersteller gibt es solche Programme, für die Angebote unter dem Suchwort fand sich keines. Wer die Antwort vor dem Kauf kennt, legt die Fliesen später lösbar und hebt den Karton mit Etikett auf.
Wie die Rückenfrage mit Raum, Verlegeart und Pflege zusammenhängt, zeigt Etappe 3 der Übersicht zu Teppichfliesen. Gezählt und gelesen wurde am 24. Oktober 2026: die Angebote bei Amazon auf den ersten drei Ergebnisseiten, die Deklarationen im Register des IBU in der an diesem Tag gültigen Fassung, die Datenblätter in der Ausgabe, die die Hersteller online führten. Neue Deklarationen kommen laufend hinzu, und die Angebote unter dem Suchwort wechseln schneller als die Rücken. Verantwortlich ist der Fachbereich Bodenbeläge; was er sonst prüft, zeigen die Seiten des Fachbereichs Bodenbeläge bei kritero.
Fehlt eine Deklaration in der Zählung, oder hat ein Hersteller seine Angaben zum Rücken geändert, nimmt das Korrekturverfahren von kritero den Hinweis auf, und gezählt wird dann die ganze Tabelle neu, nicht nur die eine Zeile.
Häufige Fragen
Was ist ein Bitumenrücken bei Teppichfliesen?
Eine Schwerbeschichtung, die die Fliese schwer und flach macht. Bitumen ist darin der Binder: In 53 Umweltdeklarationen macht es 10,5 bis höchstens 20 Prozent der ganzen Fliese aus, Kalkstein oder ein anderer mineralischer Füllstoff 36 bis 70 Prozent. Meist sitzt eine Lage Glasvlies darin und ein Vlies darunter.
Wie schwer sind Teppichfliesen mit Bitumen?
Die Deklarationen der Hersteller nennen 3,36 bis 5,28 kg je Quadratmeter, eine Fliese von 50 × 50 cm wiegt also 0,84 bis 1,32 kg. Im Handel unter dem Suchwort stehen dagegen 2,4 bis 3,2 kg je Quadratmeter. Lose verlegen lassen sich Teppichfliesen nach DIN EN 1307 Anhang A, wie Wulff sie wiedergibt, ab 3,5 kg.
Sind Teppichfliesen mit Bitumenrücken für Fußbodenheizung geeignet?
Vier Datenblätter mit Bitumenrücken nennen einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,07 bis 0,08 m²K/W, also rund die Hälfte des Werts von 0,15, gegen den Belag und Unterlage gerechnet werden. Im Handel sagen 28 von 103 Angeboten nur „geeignet“, ohne Zahl. Vor dem Kauf nach Wert und höchster Bodentemperatur fragen.
Gibt es Teppichfliesen ohne Bitumen?
Ja, 35 der 88 Deklarationen im IBU-Register beschreiben bitumenfreie Rücken: mit Holzharz und EVA, mit Polyolefinen wie Polyethylen, mit EVA und Eisenoxid, mit Latex, Filz oder Schaum. PVC kommt in keiner vor. Leichte bitumenfreie Fliesen brauchen teils eine Fixierung; Object Carpet fixiert seine Akustik-Fliesen immer.
Kann man Teppichfliesen mit Bitumen im Keller verlegen?
Auf einem trockenen, gegen aufsteigende Feuchte abgedichteten Boden ja; das verlangen Forbo und Schatex unabhängig vom Rücken. Nach Wasserschäden sieht es schlechter aus: Tagelang durchnässte Fliesen mit Bitumenrücken sind laut der Deklaration von Tapibel wahrscheinlich ein Totalverlust, kurz nasse zeigen nach dem Trocknen allenfalls Flecken.
Wie entsorgt man Teppichfliesen mit Bitumenrücken?
Für Haushaltsmengen ist der örtliche Entsorger zuständig; keines der 127 Angebote nennt einen Weg. Die Deklarationen rechnen mit Deponie, Müllverbrennung oder Verwertung im Zementwerk. Interface und Tarkett nehmen eigene Fliesen unter Bedingungen zurück, etwa lösbar verlegt und auf Paletten; ganze Fliesen lassen sich auch weitergeben.
Quellen
- [1]Institut Bauen und Umwelt (IBU): Verzeichnis der veröffentlichten Umweltproduktdeklarationen· abgerufen 2026-10-24
- [2]GUT e.V.: EPD Tufted carpet tiles with PA6 pile material and bitumen-based heavy backing, LC3 (EPD-GUT-20220087-CBG1-EN)· abgerufen 2026-10-24
- [3]Interface: EPD Superflor II, Nadelvliesfliesen mit holzharzgebundenem Rücken (EPD-INT-20220230-CBB3-EN)· abgerufen 2026-10-24
- [4]Tapibel: EPD getuftete Teppichfliesen mit modifiziertem Bitumenrücken, 70 % recycelt (EPD-TAP-20230339-IBA1-DE)· abgerufen 2026-10-24
- [5]Tarkett: EPD DESSO Teppichfliesen mit EcoBase-Rücken (EPD-IES-0014259)· abgerufen 2026-10-24
- [6]Object Carpet: Verlegeanleitung AT Akustik Tiles, Fixierung und Fußbodenheizung· abgerufen 2026-10-24
- [7]Umweltbundesamt: Leitfaden zur umweltfreundlichen öffentlichen Beschaffung, Textile Bodenbeläge· abgerufen 2026-10-24
- [8]Interface: ReEntry, Ablauf zur Rücknahme von gebrauchten Bodenbelägen (09/2026)· abgerufen 2026-10-24
Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.
Änderungen an diesem Beitrag
- 2026-10-24In den Fragen die Einordnung von 0,07 bis 0,08 m²K/W berichtigt: rund die Hälfte von 0,15, nicht knapp die Hälfte.
- 2026-10-24Querverweise auf den Heizungsabschnitt des Verlege-Ratgebers und die dritte Etappe der Übersichtsseite ergänzt.
- 2026-10-24Ersterstellung. 88 Umweltproduktdeklarationen für Teppichfliesen und Module aus dem IBU-Register nach Bindemittel, Füllstoff, Glasvlies und Gewicht ausgewertet und gegen 127 Angebote unter dem Suchwort gehalten; dazu Datenblätter mit Wärmedurchlasswiderstand, Feuchte- und Entsorgungsangaben, Rücknahmeprogramme, eine Gegenüberstellung der Rückenarten und eine Umrechnung von Quadratmeter auf Fliese.
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