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Ratgeber

Wie viele Akustikpaneele? 16 Faustregeln und ein Rechenweg

16 von 24 Suchtreffern nennen eine Prozentregel, keine mit Quelle. Der Rechenweg über Nachhallzeit und Absorptionsfläche, am Wohnzimmer vorgerechnet.

Veröffentlicht
2026-10-15
Zuletzt geändert
geändert 2026-10-15
Zuletzt geprüft
geprüft 2026-10-15

Worum es hier geht

Für wen
Für alle, die einen halligen Wohnraum, ein Arbeitszimmer oder ein kleines Büro mit Akustikpaneelen beruhigen wollen und vor dem Bestellen wissen möchten, wie viel Fläche es dafür braucht.
Beantwortete Frage
Wie man aus Raumvolumen, Nachhallzeit und dem Absorptionsgrad eines Paneels die nötige Paneelfläche und die Stückzahl ausrechnet, und warum die Prozent-Faustregeln aus der Suche dafür nicht taugen.
Nicht behandelt
Welches Paneel man kauft (dafür steht der Vergleich der Lamellenpaneele), wie es an die Wand kommt (dafür steht der Montageratgeber), Schallschutz gegen Nachbarlärm und die akustische Planung von Studios, Kinos oder Konzertsälen.

Wie viele Akustikpaneele brauche ich? 24 Antworten aus der Suche, keine mit Quelle

Mal mit „ich“, mal mit „du“ steht sie als Überschrift über acht der Seiten, die man zu „akustikpaneele wie viele“ findet: Wie viele Akustikpaneele brauche ich? Gestellt wird sie meist kurz vor der Bestellung. Das Wohnzimmer hallt, das Sofa steht schon, ein Paket Lamellenpaneele liegt im Warenkorb, und unklar ist nur noch die Zahl. Zwei Stück, sechs Stück oder gleich eine ganze Wand?

Für diese Seite wurden am 15. Oktober 2026 die ersten 24 Treffer gelesen, die DuckDuckGo zu der Suche zeigte. Darunter sind Rechner von Händlern und Herstellern, Ratgeber von Shops, Blogs mit Partnerlinks, ein Magazin, ein Portal mit Akustikdaten. Erst danach kippt die Liste in Montageanleitungen. Was die 24 Seiten antworten, lässt sich auszählen, und das Ergebnis ist ernüchternd: 16 nennen eine Prozentregel, eine Quelle für die Spanne nennt keine einzige.

Das wäre halb so schlimm, wenn die Regeln sich einig wären. Sind sie nicht. Acht beziehen ihre Prozente auf die Wandfläche, drei auf Wand und Decke zusammen, vier auf die Bodenfläche, eine auf die „reflektierenden Oberflächen“. Von 10 bis 100 Prozent reichen die Spannen. Ein und derselbe Händler empfiehlt im Rechner 25 bis 35 Prozent der Wand und im Blog 50 bis 60 Prozent für dasselbe Wohnzimmer. Wer das liest, weiß hinterher weniger als vorher.

Dabei gibt es einen Weg, der ohne geratene Prozente auskommt. Er führt über die Nachhallzeit, also darüber, wie lange ein Geräusch im Raum nachklingt, über das Raumvolumen und über den Absorptionsgrad des Paneels, das man kaufen will. Zwei der 24 Seiten rechnen ihn vor. Diese Seite tut es in fünf Schritten, mit Zahlen, die sich nachschlagen lassen: aus einer Technischen Regel für Arbeitsstätten, aus zwei Prüfberichten des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, aus Herstellerangaben.

Wo eine Zahl fehlt, steht das dabei. Die wichtigste Lücke vorweg: Für Wohnräume gibt es keinen genormten Zielwert. Ausgerechnet die Norm, die viele Seiten dafür anführen, nimmt Wohnungen ausdrücklich aus. Der Zielwert ist deshalb hier eine Annahme, die man selbst setzt, und die Rechnung zeigt, was sich ändert, wenn man sie anders setzt. Welche Lamellenpaneele überhaupt einen gemessenen Absorptionsgrad mitbringen, prüft der Vergleich von fünf Lamellenpaneelen am Maßstab der Hallraummessung; hier geht es um die Menge.

Wie viel Prozent der Wand? 16 Faustregeln auf vier verschiedenen Flächen

Auf „wie viel Prozent der Wand“ antworten die Seiten ähnlich, und erst nebeneinander fällt auf, wie wenig die Antworten zusammenpassen. Unten stehen alle 16 Regeln aus der Auszählung mit der Fläche, auf die sie sich beziehen. In der letzten Spalte sind sie auf denselben Raum umgerechnet, ein Wohnzimmer von 5 × 4 Metern mit 2,5 Metern Deckenhöhe. Seine Wände messen zusammen 45 Quadratmeter, Boden und Decke je 20. Fenster und Tür sind nicht abgezogen.

Die 16 Prozentregeln aus 24 Suchtreffern zu „akustikpaneele wie viele“ (15.10.2026), am Fallraum 5 × 4 × 2,5 m
SeiteRegelbezogen aufPaneelfläche im Fallraum
silenti.de20 % (möbliert), bis 40 %Bodenfläche4 bis 8 m²
wandpaneele3d.de20 bis 30 %Grundfläche4 bis 6 m²
holzprofi24.de25 %Bodenfläche5 m²
heimkinofan.de10 bis 15 % (Heimkino)Wandfläche4,5 bis 6,75 m²
gikacoustics.net10, 15 oder 25 %Wand und Decke6,5 bis 16,25 m²
leisewohnen.de15 bis 30 %Wandfläche6,75 bis 13,5 m²
hellowalls.de15 bis 25 %„relevante“ Wandflächehöchstens 6,75 bis 11,25 m²
deutschland-rechner.de20 bis 30 %Wandfläche9 bis 13,5 m²
interior-in-out.com20 bis 35 %, bis 40 %Wandfläche9 bis 18 m²
stoffmeile.de25 % mal Zu- und AbschlägeWandfläche9,6 bis 13 m²
acoustelio.com15 bis 30 %Wand und Decke9,75 bis 19,5 m²
abc-parkett24.de15 bis 30 %Wand und Decke9,75 bis 19,5 m²
akustil.de, Rechner25 bis 35 %Wandfläche11,25 bis 15,75 m²
lignotrend.com„entsprechend der Grundfläche“Grundfläche20 m²
akustil.de, Blog50 bis 60 % (Wohnzimmer)Wandfläche22,5 bis 27 m²
decibel.shop25 bis 35 % (leichte Behandlung)„reflektierende Oberflächen“nicht umrechenbar

Gesucht wurde in allen 16 Texten nach einem Beleg: Norm, Studie, Messreihe, irgendeine Herkunft. Gefunden wurde keiner. Silenti nennt DIN 18041, aber für Zielwerte der Nachhallzeit, nicht für die Prozentregel. HelloWalls schreibt, für Wohn- und Büroräume habe sich ein Zielwert „eingebürgert“. Das ist ehrlich, aber kein Beleg. Ob eine dieser Spannen einmal aus einer Rechnung hervorging, lässt sich von außen nicht sagen.

Den genauesten Einblick gibt ausgerechnet ein Rechner. Stoffmeile fragt Raummaße, Wand, Boden und Möblierung ab, und die Formel steht offen im Quelltext der Seite: Wandfläche mal 0,25, bei rauem Putz mal 0,8, bei hartem Boden mal 1,05, bei weichem mal 0,95, bei wenig Möbeln mal 1,1, bei vielen mal 0,9. Auf die Deckenhöhe reagiert die Formel nur über die Wandfläche. Das ist nachvollziehbar gebaut, aber es bleibt eine Faustregel mit Zu- und Abschlägen. Eine Nachhallzeit kommt darin nicht vor.

Und der Widerspruch bei Akustil ist keine Haarspalterei. Im Bedarfsrechner des Händlers steht „25–35% für optimale Akustikwirkung im Wohnraum“. Sein Blogbeitrag, der auf denselben Rechner verweist, nennt 30 bis 40 Prozent für eine „leichte Verbesserung“ und 50 bis 60 Prozent als „ideal für Wohnzimmer und Home Office“. Im Fallraum liegen zwischen den Mitten der beiden Empfehlungen rund elf Quadratmeter Paneel.

Akustikpaneele pro Quadratmeter: alle Faustregeln an einem Wohnzimmer von 50 m³

Wie viele Akustikpaneele pro Quadratmeter Raum? Je nach Seite lautet die Antwort für dasselbe Zimmer: zwischen 4 und 27 Quadratmetern Paneelfläche. Nimmt man jeweils die Empfehlung, die die Seite für ein Wohnzimmer gibt, steht am unteren Ende Silenti mit 20 Prozent der Bodenfläche für möblierte Wohnräume, am oberen der Akustil-Blog mit 60 Prozent der Wandfläche. Das ist fast das Siebenfache.

In Stück übersetzt wird es greifbar. Ein Lamellenpaneel von 240 × 60 Zentimetern bedeckt 1,44 Quadratmeter. Vier Quadratmeter sind drei solche Paneele, 27 Quadratmeter sind 19. Wer die eine Seite liest, bestellt drei, wer die andere liest, verkleidet mehr als die Hälfte aller Wände. Beide glauben, einer Regel gefolgt zu sein.

Woher kommt diese Spreizung? Zum Teil von der Bezugsfläche. Bodenfläche und Wandfläche stehen in keinem festen Verhältnis zueinander. Im Fallraum ist die Wand mehr als doppelt so groß wie der Boden; in einem Altbauzimmer mit 3,20 Metern Höhe wäre sie es noch deutlicher, in einem großen, niedrigen Büro weniger. Eine Regel auf die Bodenfläche wächst mit der Grundfläche, eine auf die Wandfläche mit Umfang und Höhe. Wer zwei solche Regeln für gleichwertig hält, vergleicht verschiedene Dinge.

Zum anderen Teil kommt die Spreizung daher, dass keine der Regeln sagt, was das Paneel leistet. Ob ein Quadratmeter Paneel fast allen Schall schluckt oder nur ein Drittel, macht für die Menge einen Unterschied um den Faktor drei. Davon weiter unten mehr. Jedes Paneel behandeln die Prozentregeln gleich, den dünnen Filz direkt auf dem Putz genauso wie die Lamellenwand auf Latten mit Mineralwolle dahinter.

Was bleibt von den Faustregeln? Eine grobe Ahnung, dass zwei, drei Paneele in einem großen Raum kaum etwas bewirken und dass niemand alle Wände verkleiden muss. Zum Bestellen reicht das nicht. Besser als „wie viel Prozent“ ist die Frage: Wie lange hallt der Raum jetzt, wie lange soll er hallen, und wie viel Absorption fehlt dazwischen? Darauf gibt es eine Rechnung.

Welche Nachhallzeit ist gut? Was die Zahl misst und wer sie vorschreibt

Die Nachhallzeit ist die Zeit, in der der Schalldruckpegel in einem Raum nach dem Ende des Geräuschs um 60 Dezibel abfällt. So steht es in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“, Ausgabe März 2021, und so wird sie gemessen. Das Kürzel T60, das in der Suche auftaucht, meint dasselbe. Angegeben wird sie in Sekunden und, weil Räume tiefe und hohe Töne unterschiedlich lange halten, eigentlich je Frequenzband.

Welche Nachhallzeit gut ist, hängt davon ab, wofür der Raum gebraucht wird. Verbindliche Werte gibt es nur für einige Räume. So nennt die ASR A3.7 für Büros im unbesetzten Zustand, in den Oktavbändern von 250 bis 2000 Hertz: höchstens 0,5 Sekunden im Callcenter, 0,6 Sekunden im Mehrpersonen- und Großraumbüro, 0,8 Sekunden im Ein- und Zweipersonenbüro. Für Klassenräume gibt sie eine Formel an, die mit dem Volumen wächst und für einen Raum von 210 Kubikmetern auf etwa 0,6 Sekunden kommt.

Ein Wohnzimmer kommt darin nicht vor. Mehrere Seiten der Auszählung nennen trotzdem Werte, leisewohnen 0,4 bis 0,6 Sekunden, wandpaneele3d 0,5 bis 0,8 Sekunden, Silenti 0,4 bis 0,6 Sekunden für Wohnräume und Homeoffice unter Berufung auf DIN 18041. Zwei weitere Seiten, Wohnglück und Holzprofi24, schreiben in fast gleichem Wortlaut, laut dem Deutschen Institut für Normung liege die optimale Nachhallzeit für Sprache bei etwa einer Sekunde. Eine Normnummer nennen beide nicht.

Wer diese Zahlen nebeneinanderlegt, merkt schnell: Eine Sekunde und 0,4 Sekunden sind nicht dieselbe Empfehlung, sondern zwei Räume, die man deutlich unterschiedlich hört. In der Rechnung ist die Soll-Nachhallzeit für den Wohnraum deshalb eine Entscheidung. Sie lässt sich begründen, etwa mit den Werten für kleine Büros, in denen ebenfalls gesprochen, telefoniert und konzentriert gearbeitet wird. Aber sie bleibt gewählt, nicht vorgeschrieben.

Bleibt die Frage, warum gerade die Nachhallzeit die richtige Größe ist. Weil sie das beschreibt, was man an einem halligen Raum stört: Stimmen verschwimmen, weil der Nachklang der letzten Silbe die nächste überdeckt, Geschirr klirrt lange, der Fernseher wird lauter gedreht. Und weil sie sich messen und vorhersagen lässt. Eine Prozentzahl der Wand misst niemand nach.

DIN 18041 und ihre Raumgruppen: eine Norm, die Wohnräume ausdrücklich ausnimmt

DIN 18041 heißt „Hörsamkeit in Räumen – Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung“ und liegt in der Ausgabe 2016-03 vor. In der Autovervollständigung taucht sie mit ihren Kürzeln auf, „din 18041 a3“, „din 18041 b3“, „din 18041 raumgruppen“, auch mit dem Zusatz „pdf kostenlos“. Kostenlos gibt es den Normtext nicht; für diese Seite wurde er nicht beschafft. Frei zugänglich ist die Inhaltsangabe beim Normenverlag DIN Media, und die ist aufschlussreich.

Danach gilt die Norm für Räume bis etwa 5.000 Kubikmeter, für Sport- und Schwimmhallen bis 30.000. Sie unterscheidet zwei Raumgruppen. Zur Gruppe A gehören Räume, in denen über mittlere und größere Entfernungen gehört wird, etwa Unterrichtsräume, Gruppenräume in Kitas, Konferenz- und Seminarräume. Gruppe B umfasst Räume für kurze Entfernungen, etwa Speiseräume, Kantinen, Eingangshallen und Büros. Innerhalb der Gruppen unterscheidet die Norm Nutzungsarten, daher A3 oder B3.

Und dann steht dort ein Satz, der in keiner der Mengenregeln auftaucht: „Diese Norm behandelt nicht Wohnungen und Wohnräume.“ Ebenfalls ausgenommen sind Räume mit speziellen Anforderungen wie Theater, Kinos, Studios und Regieräume. Wer also schreibt, DIN 18041 gebe für Wohnzimmer 0,4 bis 0,6 Sekunden vor, schreibt ihr etwas zu, das sie nach ihrer eigenen Inhaltsangabe gar nicht regelt.

Ganz ohne Bezug zum Wohnraum ist die Norm trotzdem nicht. Baunetz Wissen schreibt in seinem Beitrag zur raumakustischen Planung, die Planung von Wohnräumen orientiere sich in der Praxis an den Anforderungswerten der DIN 18041. Orientieren heißt: Man leiht sich Werte für einen ähnlichen Raum, etwa ein kleines Büro, und weiß, dass sie für das Wohnzimmer nicht geschrieben wurden. Genau so geht diese Seite in Schritt 3 vor.

Was die Norm für die Gruppe B im Einzelnen empfiehlt, steht im kostenpflichtigen Text. Ein Portal aus der Auszählung nennt dafür Verhältniszahlen von Absorptionsfläche zu Raumvolumen; nachprüfen ließen sie sich ohne den Normtext nicht, deshalb stehen sie hier nicht. Frei belegt ist nur die Formel, die die ASR A3.7 für Klassenräume nennt: Tsoll = (0,32 · lg V − 0,17) Sekunden mit V in Kubikmetern. Bemerkenswert ist ein letzter Satz der Inhaltsangabe: Eine vollständig wissenschaftlich begründbare Ableitung für genaue Anforderungswerte sei zurzeit nicht bekannt.

Nachhallzeit berechnen nach Sabine: eine Formel, drei Konstanten

Die Formel, mit der sich die Nachhallzeit berechnen lässt, trägt den Namen von Wallace C. Sabine. In der ASR A3.7 steht sie so: T ≈ 0,163 · V / (ᾱ · S). V ist das Raumvolumen in Kubikmetern, S die Summe aller Raumoberflächen in Quadratmetern, ᾱ der mittlere Schallabsorptionsgrad dieser Flächen. Das Produkt ᾱ · S heißt äquivalente Absorptionsfläche, kurz A. Dann wird es noch einfacher: T ≈ 0,163 · V / A.

Zweierlei steckt in dieser Formel. Erstens: Je größer der Raum, desto länger hallt er bei gleicher Absorption. Ein Raum mit doppeltem Volumen braucht doppelt so viel Absorptionsfläche für dieselbe Nachhallzeit. Zweitens: Wer die Nachhallzeit halbieren will, muss die Absorptionsfläche verdoppeln. Beides erklärt, warum eine feste Stückzahl je Zimmer nichts taugen kann und warum hohe Altbauräume mehr brauchen als niedrige Neubauzimmer.

Zur Konstante gibt es in der Auszählung drei Fassungen. Acoustelio rechnet mit 0,16, Acoustic Index, Silenti und Wohnglück schreiben 0,163. Die Fraunhofer-Prüfberichte, die Momento veröffentlicht, setzen bei der Messung im Hallraum 55,3 · V / (c · T) an, mit c als Schallgeschwindigkeit. Je nachdem, welche Schallgeschwindigkeit man einsetzt, ergibt das Werte um 0,16. Rechnet man 55,3 durch 0,163, kommt man auf 339 Meter je Sekunde, durch 0,16 auf rund 346.

Praktisch spielt das keine Rolle. Der Unterschied zwischen 0,16 und 0,163 liegt unter zwei Prozent und verschwindet hinter den Unsicherheiten, die beim Absorptionsgrad auf einen warten. Er zeigt aber, wie die Seiten arbeiten: Wer die Konstante nennt, hat die Formel irgendwo nachgeschlagen. Bei den Prozentregeln fehlt sie ganz.

Die Formel hat Voraussetzungen, und die ASR A3.7 nennt eine davon ausdrücklich: Sie gilt nur für Räume, deren längste Seite höchstens das Fünffache der kürzesten beträgt. In anderen Räumen kann die Nachhallzeit länger sein als berechnet. Außerdem geht Sabine davon aus, dass sich der Schall gleichmäßig im Raum verteilt und die Absorption nicht an einer einzigen Stelle konzentriert ist. Für ein übliches Wohnzimmer passt das gut genug. Wo es nicht passt, steht im vorletzten Abschnitt.

Äquivalente Absorptionsfläche: warum 6 m² Paneel keine 6 m² Absorption sind

Die äquivalente Absorptionsfläche ist eine gedachte Fläche. Sie gibt an, wie viele Quadratmeter vollständig schluckendes Material dieselbe Wirkung hätten wie alle Flächen des Raums zusammen. So ein Material wäre ein offenes Fenster: Der Schall geht hinaus und kommt nicht zurück. Ein Quadratmeter Wand mit einem Absorptionsgrad von 0,05 zählt als 0,05 Quadratmeter, ein Quadratmeter Paneel mit 0,89 als 0,89.

Daraus folgt der Unterschied, den fast alle Rechner verwischen: Paneelfläche ist nicht Absorptionsfläche. Sechs Quadratmeter Lamellenpaneel mit einem Absorptionsgrad um 0,9 bringen gut fünf Quadratmeter Absorption. Dieselben sechs Quadratmeter eines Paneels, das nur 0,3 erreicht, bringen 1,8. Prozentregeln kennen nur die erste Größe, die Fläche an der Wand. Mit der zweiten rechnet die Akustik.

Noch eine Feinheit, die selten jemand erwähnt: Das Paneel kommt auf eine Wand, die vorher auch schon etwas geschluckt hat. Für Tapete auf Kalkzementputz nennt die ASR A3.7 einen Absorptionsgrad von 0,05. Wer sechs Quadratmeter Tapete mit Paneelen verdeckt, nimmt dem Raum diese 0,3 Quadratmeter wieder weg. Der Zugewinn je Quadratmeter Paneel ist also der Absorptionsgrad des Paneels minus der der Wand. Bei einem guten Paneel ist das ein kleiner Abzug, bei einem schwachen ein spürbarer.

Die Absorptionsgrade selbst stammen aus Messungen im Hallraum nach DIN EN ISO 354. Dabei kommen manchmal Werte über 1 heraus, was physikalisch nach mehr als vollständiger Absorption klingt. Die DGUV Information 215-443 „Akustik im Büro“ erklärt das mit dem Messverfahren: Im Hallraum können Werte um 1,2 entstehen. Wer mit solchen Zahlen rechnet, setzt für den Raum höchstens 1 an. Alle Mittelwerte, mit denen diese Seite rechnet, liegen ohnehin darunter.

Paneelfläche und äquivalente Absorptionsfläche: was ein Quadratmeter bringt
FlächeAbsorptionsgradZugewinn je m² auf TapeteHerkunft
Tapete auf Kalkzementputz0,05(Ausgangswert)ASR A3.7, Anhang 2
Lamellenpaneel auf 40 mm Mineralwolle0,89 (Mittel 250 bis 2000 Hz)0,84 m²Fraunhofer-Berichte für Momento
Paneel der Klasse D, oberer Rand0,550,50 m²Klassengrenze, als Rechenwert angenommen
Paneel der Klasse D, unterer Rand0,300,25 m²Klassengrenze, als Rechenwert angenommen

Schritt 1: Raumvolumen und Oberflächen aufnehmen

Der Rechenweg beginnt mit dem Zollstock. Gebraucht werden Länge, Breite und Höhe des Raums und daraus zwei Zahlen: das Volumen und die gesamte Oberfläche. Im Fallraum sind das 5 × 4 × 2,5 Meter, also 50 Kubikmeter. Zur Oberfläche zählen Boden und Decke mit je 20 Quadratmetern und die vier Wände mit zusammen 45, macht 85 Quadratmeter.

„Was ist mit der Raumgröße in Kubikmetern?“, fragt eine der Seiten aus der Suche, und die Antwort ist: Sie ist die wichtigste Zahl der ganzen Rechnung. Das Volumen steht in der Sabine-Formel im Zähler. Ein Raum mit 3,20 Metern Höhe hat bei gleicher Grundfläche 28 Prozent mehr Volumen als einer mit 2,50 Metern und braucht entsprechend mehr Absorption für dieselbe Nachhallzeit. Keine der Prozentregeln auf die Bodenfläche bildet das ab.

Für den nächsten Schritt braucht es die Flächen genauer, nach Material getrennt, weil jedes Material einen anderen Absorptionsgrad hat. Im Fallraum sind es: Wände mit Tapete auf Putz, abzüglich drei Quadratmetern Fenster und zwei Quadratmetern Tür, also 40 Quadratmeter. Eine glatt verputzte Decke. Ein aufgeklebtes Parkett. Wer einen Teppich hat, ein Bücherregal oder eine Fensterfront, schreibt das dazu.

Offene Durchgänge sind ein Sonderfall. Eine Wohnküche, die ohne Tür in den Flur übergeht, ist akustisch ein größerer Raum als das, was man mit dem Zollstock misst. Ehrlicher ist es, beide Räume zusammen aufzunehmen oder die Grenze bewusst zu setzen und zu wissen, dass das Ergebnis dann zu optimistisch ist.

Eine kleine Tabelle auf Papier genügt: Fläche, Material, Quadratmeter. Mehr braucht es für die Bemessung nicht. Der Rechenweg hier ist so angelegt, dass man ihn mit einem Taschenrechner nachvollziehen kann. Wie das Portal Herstellerangaben, Messberichte und Regelwerke dabei gewichtet, beschreibt die Erläuterung der Arbeitsweise von kritero.

Schritt 2: Was der Raum schon schluckt, mit den Tabellenwerten der ASR A3.7

Jetzt kommt der Teil, an dem die meisten Rechner aufgeben oder schätzen: Wie viel Absorption hat der Raum schon, bevor ein Paneel hängt? Ohne Messung braucht man dafür Absorptionsgrade für Putz, Parkett, Glas und Holz. Erfinden muss man sie nicht. Die ASR A3.7 führt in ihrem Anhang 2 eine Tabelle mit Mittelwerten für die Oktavbänder von 250 bis 2000 Hertz, nach Angaben des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt und des Akustikbüros Oldenburg.

Für den Fallraum ergeben sich daraus: Tapete auf Kalkzementputz 0,05 für 40 Quadratmeter, macht 2,0 Quadratmeter Absorption. Fenster mit Isolierverglasung 0,10 für drei Quadratmeter, also 0,3. Lackierte Holztür 0,06 für zwei Quadratmeter, 0,12. Glattputz an der Decke 0,03 für 20 Quadratmeter, 0,6. Aufgeklebtes Parkett 0,05 für 20 Quadratmeter, 1,0. Zusammen 4,02 Quadratmeter.

Leer hätte der Raum damit eine Nachhallzeit von 0,163 · 50 / 4,02, rund 2,0 Sekunden. Das ist der frisch renovierte, unmöblierte Zustand, in dem jeder Schritt hallt. Bewohnt ist er so nicht. Sofa, Sessel, Vorhänge, Kissen, Kleidung, Regale schlucken mit, und für die meisten davon gibt es keine verlässlichen Tabellenwerte.

Dafür hat die ASR A3.7 eine zweite, gröbere Tabelle: geschätzte mittlere Absorptionsgrade ganzer Räume. Ein Raum ohne schallschluckende Einbauten mit wenigen Einrichtungen liegt dort bei 0,1, mit vielen Einrichtungen bei 0,15. Die Werte gelten für die Oktaven von 500 bis 4000 Hertz und sind laut Fußnote leicht erhöht gegenüber der Materialtabelle. Gedacht sind sie für Arbeitsräume, nicht für Wohnzimmer.

Als Annahme für einen sparsam möblierten Wohnraum taugt der Wert trotzdem. Mit 0,1 ergibt sich für den Fallraum eine Absorptionsfläche von 8,5 Quadratmetern und eine Nachhallzeit von 0,96 Sekunden. Bei 0,15 sind es 12,75 Quadratmeter und 0,64 Sekunden. Zwischen beiden liegt der Unterschied zwischen einem Raum, der deutlich hallt, und einem, der fast schon ruhig ist. Im Folgenden geht die Rechnung von 0,1 aus. Wer seinen Raum messen lässt, ersetzt diese Annahme durch einen gemessenen Wert, und das ist immer besser.

Schritt 3: Die Soll-Nachhallzeit festlegen, als Annahme und nicht als Norm

Ein genormter Zielwert für Wohnräume fehlt. Diese Seite rechnet deshalb mit drei Zielen aus der ASR A3.7, die dort für Büros gelten und hier nur geliehen sind. 0,8 Sekunden ist der Höchstwert für ein Ein- oder Zweipersonenbüro. 0,6 Sekunden gilt für Mehrpersonenbüros. 0,5 Sekunden ist der Wert für Callcenter, also für Räume, in denen ständig gesprochen wird.

Für jedes Ziel lässt sich die nötige Absorptionsfläche direkt aus der Sabine-Formel ablesen, umgestellt nach A: A = 0,163 · V / T. Bei 50 Kubikmetern ergibt das für 0,8 Sekunden 10,19 Quadratmeter, für 0,6 Sekunden 13,58 und für 0,5 Sekunden 16,30. Mehr braucht Schritt 3 nicht. Diese Zahl hängt nur am Volumen und am Ziel, nicht an den Wänden.

Warum nicht einfach die Formel für Klassenräume nehmen, die die ASR A3.7 nennt? Weil sie für einen besetzten Unterrichtsraum geschrieben ist, in dem über mehrere Meter verstanden werden muss, mit Toleranzen je Frequenzband. Bei 50 Kubikmetern ergäbe sie 0,37 Sekunden. Das ist ein Maßstab für Unterricht, nicht für ein Sofa mit zwei Menschen.

Welches Ziel passt? Eine einfache Orientierung: Fernsehen, Musik und Gespräche vertragen 0,6 Sekunden gut, die Rechnung verwendet diesen Wert als Mittelwert. Viel Telefonieren oder Videokonferenzen im Wohnzimmer sprechen für 0,5. Wer nur das Gröbste wegnehmen will, nimmt 0,8. Diese Zuordnung ist eine Empfehlung dieser Seite und stammt nicht aus einer Norm. Sie lässt sich ändern, und die Rechnung zeigt sofort, wie viele Quadratmeter Paneel eine andere Wahl bedeutet.

Wichtig ist eine Sache, die man leicht übersieht. Die Werte der ASR A3.7 für Büros gelten im unbesetzten Raum. Menschen schlucken ebenfalls Schall. Ein Wohnzimmer mit vier Gästen klingt deshalb trockener als dasselbe Wohnzimmer leer. Wer für den Abend mit Besuch plant, braucht etwas weniger Paneel als für den Nachmittag allein; die Rechnung hier geht vom leeren Raum aus und liegt damit auf der sicheren Seite.

Schritt 4: Die fehlende Absorptionsfläche ausrechnen

Der vierte Schritt ist eine Subtraktion. Fehlende Absorptionsfläche gleich Soll minus Ist. Im Fallraum mit dem angenommenen mittleren Absorptionsgrad von 0,1 sind 8,5 Quadratmeter vorhanden. Bis 0,8 Sekunden fehlen 1,69 Quadratmeter, bis 0,6 Sekunden 5,08, bis 0,5 Sekunden 7,80. Zusammengefasst stehen die Schritte 1 bis 4 in der Tabelle.

Rechenweg am Fallraum 5 × 4 × 2,5 m, mittlerer Absorptionsgrad 0,1 angenommen
GrößeZiel 0,8 sZiel 0,6 sZiel 0,5 s
Volumen V50 m³50 m³50 m³
vorhandene Absorptionsfläche (0,1 × 85 m²)8,5 m²8,5 m²8,5 m²
nötige Absorptionsfläche (0,163 × V / T)10,19 m²13,58 m²16,30 m²
fehlende Absorptionsfläche1,69 m²5,08 m²7,80 m²
Paneelfläche bei 0,84 m² je m² Paneel2,0 m²6,05 m²9,29 m²

Auffällig ist der Sprung zwischen den Zielen. Von 0,8 auf 0,6 Sekunden verdreifacht sich die fehlende Fläche, von 0,6 auf 0,5 wächst sie um die Hälfte. Das liegt daran, dass die nötige Absorptionsfläche mit dem Kehrwert der Nachhallzeit steigt, während der Raum seinen Grundbestand behält. Am aufwendigsten sind die letzten Zehntelsekunden.

Ebenso auffällig ist, wie stark das Ergebnis an der Annahme aus Schritt 2 hängt. Setzt man statt 0,1 einen mittleren Absorptionsgrad von 0,15 an, hat der Raum schon 12,75 Quadratmeter. Dann fehlen bis 0,6 Sekunden nur noch 0,83, und bis 0,8 Sekunden fehlt gar nichts mehr. Beim selben Grundriss heißt das: Ein gut möbliertes Wohnzimmer braucht womöglich kaum Paneele, ein karges deutlich mehr. Genau das meinen die Seiten, die schreiben, es komme auf die Einrichtung an, ohne es zu beziffern.

Deshalb verbessert nichts die Rechnung so sehr wie eine Messung der Ist-Nachhallzeit. Mit einem gemessenen Wert T_ist ergibt sich die vorhandene Absorption direkt aus 0,163 · V / T_ist, und die Annahme aus Schritt 2 entfällt. Wie gemessen wird und wer das darf, steht weiter unten im Abschnitt zum Messen.

Schritt 5: Von der Absorptionsfläche zur Paneelfläche und zur Stückzahl

Im letzten Schritt wird aus gedachten Quadratmetern echte Fläche an der Wand. Die fehlende Absorptionsfläche wird durch den Zugewinn je Quadratmeter Paneel geteilt, also durch den Absorptionsgrad des Paneels minus den der verdeckten Wand. Bei einem Lamellenpaneel auf Mineralwolle mit 0,89 auf einer tapezierten Wand mit 0,05 sind das 0,84. Mit dem Ziel von 0,6 Sekunden: 5,08 / 0,84 = 6,05 Quadratmeter Paneel.

Woher die 0,89 kommen: Die beiden Prüfberichte des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, die Momento auf seiner Seite zum Produktratgeber verlinkt, messen Lamellen von 6 und von 9 Millimetern Dicke, jeweils auf 9 Millimetern PET-Filz und 40 Millimetern Mineralwolle. Beide kommen auf einen bewerteten Absorptionsgrad αw von 0,90 und dieselben Oktavwerte. In den vier Oktaven von 250 bis 2000 Hertz lauten sie 0,65, 1,00, 1,00 und 0,90, im Mittel 0,8875. Genau dieses Mittel verlangt auch die ASR A3.7 als Rechenwert.

In Stück: Ein Paneel von 240 × 60 Zentimetern bedeckt 1,44 Quadratmeter. 6,05 Quadratmeter sind 4,2 Paneele, aufgerundet fünf. Im Format 120 × 60 mit 0,72 Quadratmetern sind es 8,4, also neun. Für 0,5 Sekunden werden aus 9,29 Quadratmetern sieben lange oder 13 kurze Paneele, für 0,8 Sekunden reichen zwei lange oder drei kurze.

Zur Kontrolle lässt sich rückwärts rechnen. Sechs Quadratmeter Paneel mit 0,84 Zugewinn bringen 5,04 Quadratmeter, zusammen mit den 8,5 vorhandenen 13,54. Damit liegt die Nachhallzeit bei 0,163 · 50 / 13,54, also 0,60 Sekunden. Die Rechnung geht auf. Wer sie für seinen eigenen Raum durchspielt, setzt seine Maße, seine Annahme oder Messung und das Paneel ein, das er kaufen will.

Was Schritt 5 nicht beantwortet, ist die Zahl der Schrauben, nach der die Autovervollständigung zu „akustikpaneele wie viele“ als einzige weitere Frage fragt. Ein Rechner der Auszählung nennt sechs bis acht je Paneel; die Montageanleitungen von Momento, WoodUpp und Denpanels nennen 15 für ein Paneel an der Wand. Diese und die übrigen Montagezahlen sammelt der Ratgeber zur Montage, der 13 Herstelleranleitungen nebeneinanderlegt.

Vier Raumgrößen umgerechnet: vom Kubikmeter zur Paneelfläche

Wer nicht selbst rechnen will, findet in der Tabelle eine Umrechnung für vier typische Zimmergrößen, alle mit 2,5 Metern Höhe. Sie geht vom Raumvolumen über die fehlende Absorptionsfläche zur Paneelfläche, für ein Ziel von 0,6 Sekunden und einen angenommenen mittleren Absorptionsgrad von 0,1 im Bestand. In der dritten Spalte stehen Paneele auf Latten mit Mineralwolle, in der vierten dieselbe Rechnung mit einem Paneel der Absorberklasse D.

Umrechnung Raumvolumen, fehlende Absorptionsfläche, Paneelfläche (Ziel 0,6 s, Bestand 0,1, Höhe 2,5 m)
Raumfehlende AbsorptionsflächePaneelfläche auf Latten mit Dämmung (0,89)Paneelfläche bei Klasse D (0,55 bis 0,30)
3 × 4 m, 30 m³2,25 m²2,7 m²4,5 bis 9,0 m²
4 × 5 m, 50 m³5,08 m²6,1 m²10,2 bis 20,3 m²
5 × 6 m, 75 m³8,88 m²10,6 m²17,8 bis 35,5 m²
6 × 8 m, 120 m³16,0 m²19,0 m²32,0 bis 64,0 m²

Hier wird sichtbar, warum die Bodenfläche als Maßstab nicht trägt. Der Raum mit 12 Quadratmetern Grundfläche braucht auf Latten 2,7 Quadratmeter Paneel, das sind 23 Prozent seiner Bodenfläche. Beim Raum mit 48 Quadratmetern sind es 19 Quadratmeter, knapp 40 Prozent. Der Anteil wächst mit der Raumgröße, weil das Volumen schneller zunimmt als die Oberfläche, die im Bestand schon etwas schluckt.

In der vierten Spalte wird außerdem sichtbar, wo ein schwaches Paneel an seine Grenze kommt. Im großen Raum bräuchte es bei 0,30 bis zu 64 Quadratmeter, mehr als die gesamte Wandfläche von 70 Quadratmetern abzüglich Fenstern und Türen hergibt. Dann hilft keine weitere Wand, sondern nur ein besseres Paneel, ein anderer Aufbau oder die Decke.

Gültig sind die Werte nur unter den gesetzten Annahmen. Sie sind Größenordnungen, und kein Hersteller hat sie für sein Paneel bestätigt. Ein gut möblierter Raum liegt darunter, einer mit Fliesen, viel Glas und kaum Textilien darüber. Eine Umrechnung von Paneelen auf Quadratmeter Wand, mit Verschnitt, wie sie bei der Bestellung gebraucht wird, steht im Vergleich selbstklebender 3D-Paneele mit seiner Maßtabelle für Formate von 30 bis 77 Zentimetern; dort geht es um Deko-, nicht um Akustikpaneele, die Rechnung je Quadratmeter ist aber dieselbe.

Direkt an die Wand oder auf Latten: Klasse D gegen Klasse A in Quadratmetern

Die 0,89 aus Schritt 5 haben einen Haken, und Momento sagt ihn selbst. Gemessen hat das Fraunhofer-Institut die Paneele auf 40 Millimetern Mineralwolle. Auf seiner Montageseite schreibt der Hersteller, die Schallabsorptionsklasse A erreiche man nur, wenn zwischen Wand und Paneel 45 Millimeter Dämmung in einer Balkenlage gleicher Stärke liegen. Direkt an Wand oder Decke geschraubt, erreiche dasselbe Paneel die Klasse D.

Was Klasse D heißt, steht in der Einteilung nach DIN EN ISO 11654, wie sie der Hersteller Preform auf seiner Seite wiedergibt: A umfasst bewertete Absorptionsgrade von 0,90 bis 1,00, B 0,80 bis 0,85, C 0,60 bis 0,75, D 0,30 bis 0,55, E 0,15 bis 0,25. Mit der Tabelle der ASR A3.7 decken sich die Bereiche für A und C. Für die Montage direkt an der Wand gibt Momento keinen Messwert an, nur die Klasse.

Rechnet man trotzdem, mit den Klassengrenzen als Annahme, wird der Unterschied deutlich. Bei 0,55 bringt ein Quadratmeter Paneel auf Tapete 0,50 Quadratmeter Zugewinn, bei 0,30 nur 0,25. Bis 0,6 Sekunden braucht der Fallraum dann 10,2 bis 20,3 Quadratmeter statt 6,05. Das ist das 1,7- bis 3,4-Fache derselben Paneele, nur anders montiert. In langen Paneelen: acht bis 15 statt fünf.

Momento beschreibt das auf seiner Seite zum Produktratgeber auch ohne Zahlen. Mit den Paneelen allein werde ein Großteil der hohen Töne und der Sprachfrequenzen geschluckt, und es gelange nur noch etwa die Hälfte des Schalls zurück. Erst mit einer zusätzlichen Dämmkonstruktion von 40 Millimetern würden auch tiefere Bereiche bis etwa 250 Hertz erfasst. Die Hälfte zurück entspricht grob einem Absorptionsgrad um 0,5, und der liegt in Klasse D.

Von den übrigen 23 Seiten der Auszählung verbinden nur zwei den Aufbau hinter dem Paneel mit der nötigen Menge. Acoustic Index schreibt, dieselbe Platte könne je nach Aufbau 0,55 oder 0,95 erreichen. Lignotrend rät, den Hohlraum zu vergrößern oder zu dämmen, wenn die berechnete Fläche nicht an die Wand passt. Vier weitere erwähnen, dass Latten oder Dämmwolle die Wirkung verbessern, ziehen aber keine Folgerung für die Fläche.

Unterm Strich heißt das: Lattung mit Dämmung bedeutet mehr Arbeit und ein paar Zentimeter weniger Raumtiefe, spart aber Paneelfläche, in diesem Beispiel mindestens vier Quadratmeter. Wie die Latten an die Wand kommen, mit welchem Achsabstand und wie viele Dübel dabei entstehen, beschreibt die Schrittfolge für Lattung, Dämmung und Schrauben bei Lamellenpaneelen.

Stimmen ja, Bässe kaum: warum dieselbe Fläche bei 125 Hertz wenig bringt

Bisher hat diese Seite mit einem Mittelwert gerechnet, 0,89 über die Oktaven von 250 bis 2000 Hertz. Das ist der Bereich, in dem Sprache liegt, und für ein Wohnzimmer der wichtigste. Darunter sieht es anders aus. Bei 125 Hertz messen die Fraunhofer-Berichte für das Momento-Paneel auf Mineralwolle einen Absorptionsgrad von 0,25, bei 63 Hertz 0,10.

In Quadratmetern gerechnet, bringen die sechs Quadratmeter Paneel aus Schritt 5 bei 500 Hertz rund sechs Quadratmeter Absorption, bei 125 Hertz nur anderthalb. Der Raum klingt nach der Montage bei Stimmen deutlich trockener, beim Bass einer Filmszene oder eines Subwoofers kaum. Wer mit der Frage sucht, warum sein Raum „bei tiefen Frequenzen dröhnt“, bekommt mit Lamellenpaneelen dafür keine Lösung, egal in welcher Menge.

Die DGUV Information 215-443 erklärt den Grund. Poröse Absorber, zu denen Filz und Mineralwolle gehören, schlucken zu den hohen Frequenzen hin immer besser, im tiefen und mittleren Bereich hängt ihr Vermögen sehr stark von der Dicke ab. Ein Paneel mit gut einem Zentimeter Filz ist dünn. Erst der Hohlraum mit Dämmung dahinter verschiebt die Wirkung nach unten, das zeigen die Werte bis 250 Hertz.

Daraus folgt eine zweite Grenze der Einzahlwerte. Über den bewerteten Absorptionsgrad αw schreibt die DGUV, er sei ein vereinfachter Einzahlwert, der für Planungszwecke nicht geeignet ist. Planer rechnen deshalb je Oktavband, mit den Werten aus dem Prüfbericht. Im Wohnzimmer reicht der Mittelwert über den Sprachbereich, solange man weiß, dass er die Bässe nicht abdeckt.

Wer ein Heimkino plant, ist hier an der Grenze dieser Seite. HOFA, ein Hersteller von Studioakustik, rechnet für einen Raum von 5 × 4 × 2,5 Metern mit Betonwänden und einem Ziel von 0,5 Sekunden mit sechs Bassfallen, zehn Absorbern und 16 Diffusoren. Das sind andere Bauteile als Lamellenpaneele. Welche Paneele überhaupt Werte bei 125 Hertz veröffentlichen, zeigt der Prüfstand der Lamellenwände mit dem Fraunhofer-Bericht als Maßstab.

Mit welchem Wert rechnen, wenn das Angebot keinen nennt?

Der Rechenweg braucht einen Absorptionsgrad des Paneels. Was aber, wenn das Angebot keinen nennt? Bei Lamellenpaneelen ist das der Normalfall. Von den 24 Seiten der Auszählung setzen nur zwei den Absorptionsgrad des Paneels überhaupt in eine Mengenrechnung ein: Acoustic Index mit αw, Acoustelio mit dem NRC, einer Kennzahl aus dem US-Prüfverfahren ASTM C423.

Acoustelio zeigt dabei, wie schnell sich ein Fehler einschleicht. Im Text steht: „Mit einem NRC von 0,80 verlangt ein Defizit von 34 m² 34 / 0,85 = 40 m² Paneele“. Geteilt wird durch 0,85, genannt sind 0,80. Mit 0,80 wären es 42,5 Quadratmeter. In den drei Rechenbeispielen danach teilt derselbe Text richtig durch 0,80. Ein Tippfehler, aber einer, der zeigt, dass man jede Rechnung nachrechnen sollte, auch die eines Herstellers.

Fehlt der Wert, gibt es drei Wege. Erstens beim Hersteller nach dem Prüfbericht fragen, samt der Angabe, in welchem Aufbau gemessen wurde. Zweitens mit einer Spanne rechnen, wie diese Seite es für die Klasse D tut, und die Fläche für den schlechtesten Fall einplanen. Drittens den Momento-Wert als Orientierung nehmen, wenn das eigene Paneel ähnlich gebaut ist und genauso montiert wird, und wissen, dass das eine Übertragung ist, kein Messwert.

Eine Vorsicht gilt für Prozentangaben auf Angeboten. „Bis zu 95 % Schallabsorption“ meint meist einen αw oder NRC von 0,95, ohne Messbericht dahinter. In einer Mengenrechnung ist das der vorteilhafteste denkbare Fall. Wer damit rechnet, landet bei der kleinsten Fläche, und wenn das Paneel in Wahrheit direkt auf dem Putz nur 0,4 erreicht, hängt am Ende zu wenig. Was die Hersteller statt eines Messwerts über ihren Filz angeben, meist Recyclinganteil und Stärke, listet der Werkstoffratgeber im Abschnitt über PET-Filz und Lamellen auf.

Bei Wandpaneelen aus Kunststoff, wie sie im Bad Fliesen ersetzen, braucht es diese Rechnung kaum. Fliesen führt die ASR A3.7 mit 0,02, einen PVC-Bodenbelag mit 0,03. Glatte, geschlossene Oberflächen schlucken wenig, und die DGUV schreibt allgemein, dass verschlossene Poren die Wirkung poröser Absorber zerstören. Welche Platten für die Dusche taugen, ist eine Frage der Abdichtung, nicht der Akustik, und steht im Belegabgleich der Badpaneele zwischen Angebot und Montageanleitung.

Wand oder Decke, eine Wand oder zwei: was die Formel nicht sieht

Wo die Absorption sitzt, ist der Sabine-Formel gleich. Sie zählt Quadratmeter, nicht Orte. Das stimmt, solange sich der Schall im Raum gleichmäßig verteilt, und das ist eine der Voraussetzungen der Formel. Im Alltag gibt es zwei Fälle, in denen der Ort trotzdem zählt, und beide kommen in der Suche vor: „sollte man vorrangig die Wände oder die Decke behandeln“ und „reicht eine Wand mit Akustikpaneelen aus“.

Der erste Fall ist das Flatterecho. Zwei parallele, harte Wände werfen einen Klatscher hin und her, und man hört ein schnelles, metallisches Nachklingen. Das ist kein Nachhall im Sinne der Formel, sondern eine Reflexion zwischen zwei Flächen. Dagegen hilft es, eine der zwei Wände schallschluckend zu belegen, ganz gleich, was die Rechnung sagt. Silenti empfiehlt deshalb, die Fläche auf mindestens zwei nicht parallele Flächen zu verteilen.

Der zweite Fall ist die Decke. Sie ist in vielen Räumen die größte freie Fläche, und Absorption an der Decke trifft Schall aus allen Richtungen. An der Menge ändert sie nach Sabine nichts, an der Montage viel: Über Kopf gelten strengere Regeln, Momento etwa nennt für ein Paneel über Kopf 30 Schrauben statt 15. Wer Paneele an die Decke bringen will, liest vorher die Montageregeln für Paneele über Kopf mit Schraubenzahl und Lattenabstand.

Daraus ergibt sich eine pragmatische Reihenfolge beim Platzieren. Zuerst die Fläche berechnen, dann so verteilen, dass keine zwei harten Wände parallel frei bleiben, die zwischen sich ein Echo erzeugen. Paneele auf Ohrhöhe gegenüber der Sitzgruppe treffen den Schall von Stimmen früh. Ob eine Wand reicht, hängt an der Fläche: Passen die berechneten Quadratmeter auf eine Wand und steht ihr keine nackte parallele Wand gegenüber, reicht sie.

Was die Formel ebenfalls nicht sieht, ist die Optik. Fünf lange Paneele an einer Wand sind eine Gestaltungsentscheidung. Die Rechnung sagt nur, dass es ungefähr fünf sein sollten, nicht, ob nebeneinander oder verteilt. Wer aus optischen Gründen eine ganze Wand verkleiden möchte, darf das, solange die nächsten Abschnitte im Blick bleiben.

Raum hallt, was tun? Teppich und Regal in Quadratmetern Absorption

„Raum hallt, was tun“ steht in der Autovervollständigung neben „hall im raum reduzieren“. Nicht immer ist die erste Antwort ein Paneel. Mit der Tabelle der ASR A3.7 lässt sich die einfachere Lösung genauso rechnen wie die Lamellenwand. Ein Teppich von 20 Quadratmetern im Fallraum, auf dem Parkett, das er verdeckt, ersetzt einen Absorptionsgrad von 0,05.

Mit einem Teppichboden bis 6 Millimeter Florhöhe, laut ASR 0,15, kommen 2,0 Quadratmeter Absorption hinzu, die Nachhallzeit sinkt von 0,96 auf 0,78 Sekunden. Bei 7 bis 10 Millimetern Flor, 0,26, sind es 4,2 Quadratmeter und 0,64 Sekunden. Ein Teppich von 5 Millimetern auf 5 Millimetern Filzunterlage, mit 0,57 der stärkste Wert der Tabelle für Böden, bringt 10,4 Quadratmeter und damit 0,43 Sekunden, weniger als jedes der drei Ziele.

Teppich statt Paneel: 20 m² Teppich auf Parkett im Fallraum (Bestand 0,1)
Bodenbelag laut ASR A3.7AbsorptionsgradZugewinnNachhallzeit danach
ohne Teppich(Parkett 0,05)0 m²0,96 s
Teppichboden bis 6 mm Flor0,152,0 m²0,78 s
Teppichboden 7 bis 10 mm Flor0,264,2 m²0,64 s
5 mm Teppich auf 5 mm Filzunterlage0,5710,4 m²0,43 s

Diese Tabellenwerte stammen aus dem Büro- und Arbeitsstättenbereich, und ein Wohnzimmerteppich mit Fransen ist kein Objektteppichboden. Als Größenordnung taugen sie trotzdem. Der Befund ist klar: Ein dicker Teppich auf Filz bringt im Fallraum mehr Absorption als die sechs Quadratmeter Lamellenpaneel, die Schritt 5 für 0,6 Sekunden ausrechnet. Mit einem flachen Teppich kommt weniger als die Hälfte davon zusammen.

Wann reicht das? Wenn das Ziel ein angenehmerer Klang im Wohnraum ist und kein bestimmter Wert, wenn der Boden hart und frei ist und wenn kein Flatterecho zwischen parallelen Wänden stört. Gegen das Echo hilft ein Teppich nicht, weil er am Boden liegt. Dann bleibt eine absorbierende Fläche an der Wand nötig, die aber kleiner ausfallen kann, wenn der Teppich schon einen Teil übernimmt.

Ein Bücherregal führt die ASR-Tabelle nur „in Bibliotheken“, mit 0,35. Vorhänge und Polstermöbel stehen gar nicht darin. Einen frei zugänglichen Wert, den man einfach übernehmen könnte, gibt es für sie nicht. An der Reihenfolge ändert das wenig: erst Teppich und Textilien, dann messen oder hinhören, dann die fehlende Fläche mit Paneelen schließen.

Kann man zu viele Akustikpaneele anbringen? Der Fallraum mit 27 m² Paneel

Ja, man kann. „Kann ich zu viele Akustikpaneele im Raum anbringen?“ fragen mehrere Seiten der Auszählung selbst, und Acoustelio, Silenti und HelloWalls antworten mit einem Ja, das sie unterschiedlich begründen. Rechnen lässt es sich am Fallraum, mit den Paneelen auf Latten und dem Zugewinn von 0,84 je Quadratmeter.

Bei 13 Quadratmetern Paneel, knapp 30 Prozent der Wände, sinkt die Nachhallzeit auf 0,42 Sekunden. 20 Quadratmeter drücken sie auf 0,32. Mit 27 Quadratmetern, der Empfehlung des Akustil-Blogs für Wohnzimmer, sind es 0,26 Sekunden. Das ist ein Raum, in dem Stimmen ungewöhnlich trocken klingen, kürzer als jeder Wert, den die ASR A3.7 für Arbeitsräume verlangt, und deutlich kürzer als die 0,37 Sekunden, die ihre Formel für einen besetzten Klassenraum dieser Größe ergäbe.

Was dann passiert, beschreibt Baunetz Wissen. In der Praxis würden eher zu kurze als zu lange Nachhallzeiten angestrebt, aber extrem stark gedämpfte Räume könnten ebenfalls Unwohlsein hervorrufen. Menschen verhielten sich in stark gedämpften Räumen typischerweise leiser. Ein Wohnzimmer ist kein schalltoter Raum, aber die Richtung stimmt: Musik verliert Raum, Gespräche wirken gedämpft.

Mit einem schwächeren Paneel ist die Gefahr geringer. 27 Quadratmeter eines Paneels der Klasse D, direkt auf die Wand geschraubt, bringen bei 0,30 nur 6,75 Quadratmeter Absorption, und der Raum landet bei 0,53 Sekunden. Paradox, aber folgerichtig: Dieselbe Faustregel ergibt mit dem einen Aufbau einen fast toten Raum und mit dem anderen ein vernünftiges Ergebnis. Das ist der stärkste Einwand gegen jede Prozentregel, die den Absorptionsgrad nicht kennt.

Zu viel hängt man am einfachsten gar nicht erst auf: rechnen, die Hälfte anbringen, hinhören, dann ergänzen. Einen Haken hat das. Zwei Hersteller aus dem Lamellenvergleich, Momento und TONOR, empfehlen, alles in einer Bestellung zu kaufen, weil Produktionschargen leicht in der Farbe abweichen. Wer stufenweise vorgeht, bestellt deshalb die volle berechnete Menge und montiert sie in zwei Etappen.

Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer: drei Zielwerte, drei Flächen

„Wie viele Akustikpaneele brauche ich für mein Wohnzimmer?“ und „für einen Raum von 20 m²?“ sind zwei weitere Fassungen der Frage aus der Suche. Den Fallraum, genau so ein Wohnzimmer mit 20 Quadratmetern, beantwortet Schritt 5: rund sechs Quadratmeter Lamellenpaneel auf Latten mit Dämmung für 0,6 Sekunden, bei sparsamer Einrichtung. In den anderen Räumen einer Wohnung verschiebt sich vor allem das Ziel.

Im Arbeitszimmer, in dem telefoniert und in Videokonferenzen gesprochen wird, liegt der Vergleich mit dem Büro nahe. Die ASR A3.7 erlaubt im Ein- und Zweipersonenbüro 0,8 Sekunden. Im Fallraum, als Arbeitszimmer genutzt, wären das zwei Quadratmeter Paneel auf Latten, also zwei lange oder drei kurze. Wer häufig in Konferenzen spricht, setzt das Ziel strenger und rechnet mit 0,5 Sekunden, das ergibt gut neun Quadratmeter.

Ein Hinweis aus derselben Regel passt zur Gegenprobe. Bei Ein- und Zweipersonenbüros bis 20 Quadratmeter Grundfläche nennt die ASR A3.7 einen erforderlichen mittleren Absorptionsgrad von 0,15. Setzt man ihn in die Sabine-Formel für den Fallraum ein, ergibt sich eine Nachhallzeit von 0,64 Sekunden, unter den 0,8, die für diesen Bürotyp gelten. Beide Angaben der Regel passen also zusammen, und sie zeigen: Ein Arbeitszimmer mit Teppich, Vorhang und gefülltem Regal kommt womöglich ganz ohne Paneele aus.

Im Schlafzimmer wird wenig gesprochen. Einen Zielwert nennt dafür keine Quelle dieser Seite. Wer dort Paneele anbringen will, rechnet mit 0,8 Sekunden oder verzichtet auf eine Rechnung, weil Bett, Decken und Vorhang meist schon viel schlucken. Im Kinderzimmer ist es ähnlich. Dort spielen eher Material und Ausgasung eine Rolle als die Menge; was die Angebote dazu sagen, steht im Vergleich der Lamellenpaneele.

Am schwierigsten ist die offene Wohnküche. Harte Flächen, Fliesen, Glasfronten, Geschirr. Akustisch gehört sie mit dem Wohnbereich zusammen, und wer nur den Essplatz rechnet, rechnet zu klein. Zusammen ergeben beide schnell 75 Kubikmeter und mehr, und die Umrechnungstabelle zeigt, dass dann zehn bis elf Quadratmeter Paneel auf Latten nötig sind, mit einem Paneel der Klasse D deutlich mehr.

Wie viele Akustikpaneele für ein Büro? Was die ASR A3.7 verlangt

Im Büro ist die Nachhallzeit nicht frei wählbar. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten werden vom Ausschuss für Arbeitsstätten ermittelt und vom Bundesarbeitsministerium bekannt gemacht. Hält der Arbeitgeber die ASR A3.7 ein, kann er davon ausgehen, dass die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung erfüllt sind. Wählt er eine andere Lösung, muss sie mindestens denselben Schutz bieten.

Im unbesetzten Raum gelten für die Oktavbänder 250 bis 2000 Hertz diese Grenzwerte: 0,5 Sekunden im Callcenter, 0,6 im Mehrpersonen- und Großraumbüro, 0,8 im Ein- und Zweipersonenbüro. Für sonstige Arbeitsräume mit Sprachkommunikation verlangt die Regel einen mittleren Absorptionsgrad von mindestens 0,3 im eingerichteten Raum. In ihrer Tabelle 3 nennt sie für Büros je nach Grundfläche die nötigen mittleren Absorptionsgrade, etwa 0,2 für ein Mehrpersonenbüro von 50 bis 200 Quadratmetern.

Rechnen lässt sich ein Büro genauso wie der Fallraum. Ein Mehrpersonenbüro von 6 × 8 Metern mit 2,5 Metern Höhe hat 120 Kubikmeter. Bis 0,6 Sekunden braucht es 32,6 Quadratmeter Absorptionsfläche. Mit einem Bestand von 0,1 fehlen 16, das sind 19 Quadratmeter Lamellenpaneel auf Latten mit Dämmung oder, bei Klasse D, 32 bis 64 Quadratmeter. Ein Portal aus der Auszählung kommt für ein Büro mit 120 Kubikmetern auf 20 bis 25 Wandpaneele von 0,72 Quadratmetern; das passt in der Größenordnung.

Im Büro passen aber oft andere Bauteile besser als Lamellen an der Wand. Die DGUV Information 215-443 beschreibt abgehängte Faserplatten an der Decke, die mit 100 bis 400 Millimetern Abhängung trotz 15 bis 20 Millimetern Materialdicke über den ganzen Frequenzbereich gut schlucken. In der ASR-Tabelle steht für eine 20-Millimeter-Mineralwollplatte mit 200 Millimetern Abhängehöhe, Klasse A, 0,90 bis 1,00. Eine solche Akustikdecke über die ganze Grundfläche brächte im Büro von 6 × 8 Metern, anstelle einer glatt verputzten Decke, zwischen 42 und 47 Quadratmetern Absorption hinzu, mehr als die fehlenden 16.

Wer als Arbeitgeber plant, rechnet nicht mit Annahmen, sondern lässt nach Abschnitt 7.3 der ASR A3.7 messen oder von einer fachkundigen Person abschätzen. Diese Seite ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung. Sie zeigt nur, dass die Größenordnung sich auch für Laien nachvollziehen lässt, und dass „ein paar Paneele“ in einem Großraumbüro nicht genügen.

Nachhallzeit messen: vorher, nachher und was das Klatschen verrät

Eine gemessene Ist-Nachhallzeit macht die Rechnung genauer als jede Tabelle. Geregelt ist das in DIN EN ISO 3382-2 „Messung von Parametern der Raumakustik – Teil 2: Nachhallzeit in gewöhnlichen Räumen“. Laut Inhaltsangabe bei DIN Media legt sie Messverfahren, Geräte, Zahl der Messpunkte, Auswertung und Prüfbericht fest und unterscheidet ein Kurzverfahren, ein Standardverfahren und ein Präzisionsverfahren.

Für Arbeitsstätten verlangt die ASR A3.7, dass raumakustische Kennwerte von Personen mit entsprechender Fachkunde ermittelt werden. In der eigenen Wohnung gibt es keine solche Pflicht. Ein Akustikbüro misst mit einer Schallquelle und einem Messmikrofon an mehreren Punkten und wertet die Nachhallzeit je Frequenzband aus. Das Ergebnis ersetzt die Annahme aus Schritt 2 und zeigt zugleich, wo der Raum bei tiefen Tönen steht.

Wer nicht messen lässt, kann vorher und nachher wenigstens vergleichen. Einmal kräftig in die Hände klatschen, in der Raummitte, und hinhören: Klingt es lange nach, flattert es metallisch zwischen zwei Wänden, oder ist es sofort weg? Eine Zahl liefert das nicht. Aber das Flatterecho hört man zuverlässig, und den Unterschied nach den ersten Paneelen auch.

Daraus ergibt sich eine Vorgehensweise, die Fehlkäufe begrenzt. Rechnen, die berechnete Fläche halb anbringen, eine Woche im Raum leben, hören. Hallt es noch, die zweite Hälfte. Klingt es schon gut, ist der Rest Reserve. Zwei Anzeichen sprechen nach den ersten Tagen dafür, dass etwas nicht stimmt: Stimmen hallen kaum weniger als vorher, dann sitzt das Paneel womöglich direkt auf der Wand und wirkt schwächer als gerechnet. Oder der Raum dröhnt bei Musik weiter, dann fehlt Absorption bei tiefen Tönen, die Lamellen nicht liefern.

Im ersten Fall hilft der Blick auf den Aufbau, im zweiten der Blick auf andere Bauteile. Mehr Lamellen derselben Art helfen im zweiten Fall wenig. Wer beides ausschließen will, lässt nach der Montage noch einmal messen, und hat dann einen Wert, mit dem er weitere Räume derselben Wohnung genauer planen kann.

Offene Küche, langer Flur, Dachschräge: wo der Rechenweg nicht mehr trägt

Die Sabine-Rechnung ist ein Überschlag, kein Gutachten. Sie setzt voraus, dass sich der Schall gleichmäßig im Raum verteilt, dass die Absorption nicht an einer Stelle gebündelt ist und dass der Raum ungefähr kompakt ist. Die ASR A3.7 nennt die Grenze ausdrücklich: Ist die längste Seite mehr als fünfmal so lang wie die kürzeste, kann die tatsächliche Nachhallzeit länger sein als die berechnete.

Ein Flur von 1,20 auf acht Metern liegt jenseits dieser Grenze. Dort werfen vor allem die beiden Längswände den Schall hin und her, und eine Rechnung nach Volumen unterschätzt das Problem. Hilfreich ist hier weniger die Menge als der Ort: Paneele an einer Längswand oder an der Decke. In Räumen mit Dachschräge gilt die Formel, solange das Volumen richtig ermittelt ist; die geneigte Fläche zählt als Decke.

Bei offenen Grundrissen hängt alles an der Frage, wo der Raum endet. Eine Wohnküche, die über einen Durchgang in den Flur und von dort ins Treppenhaus übergeht, koppelt mehrere Volumen. Acoustelio nennt gekoppelte Räume als einen der Fälle, in denen eine Messung vor Ort nötig wird. Ohne Messung rechnet man die zusammenhängenden Bereiche als einen Raum und nimmt in Kauf, dass das Ergebnis zu großzügig ausfällt.

Eine weitere Grenze ist der Absorptionsgrad des Paneels. Alle Rechnungen dieser Seite hängen an zwei veröffentlichten Messungen für ein Paneel auf Mineralwolle und an Klassengrenzen für die direkte Montage. Bei den meisten Lamellenpaneelen im Handel fehlt beides. Wer ein Paneel ohne Messwert kauft, rechnet mit einer Spanne, und die ist breit. Wie selten ein belegter Wert ist, zeigt die Clusterübersicht mit ihrer Zählung von 45 Wandpaneel-Angeboten: Von 23 Akustikangeboten nennen sechs einen NRC, keines mit Messnorm und Prüfstelle.

Und schließlich die Raumnutzung. Wer im Wohnzimmer Schlagzeug übt, aufnimmt oder ein Heimkino mit kräftigem Bass betreibt, hat Anforderungen, die DIN 18041 ausdrücklich als speziell ausnimmt und die mit Lamellenpaneelen allein nicht zu erfüllen sind. Dann ist ein Akustikplaner die richtige Adresse, nicht ein Rechner im Netz. In allen anderen Räumen einer Wohnung trägt der Überschlag, solange seine Annahmen offen auf dem Tisch liegen. Weitere Seiten des Portals zu Wandverkleidungen, von Badpaneelen bis zur Montage, führt die Übersicht der Wandverkleidungen bei kritero.

Wie viele Akustikpaneele also? Die Antwort für das Wohnzimmer vom Anfang

Am Anfang stand die Frage, wie viele Akustikpaneele man braucht, und 24 Seiten mit 16 Faustregeln, die für dasselbe Zimmer zwischen 4 und 27 Quadratmetern empfehlen. Jetzt lässt sich für das Wohnzimmer von 5 × 4 × 2,5 Metern eine Antwort geben, die nachrechenbar ist. Sie hat zwei Stellgrößen, und beide stehen offen da.

Bei einem sparsam möblierten Raum und einem Ziel von 0,6 Sekunden fehlen rund fünf Quadratmeter Absorptionsfläche. Mit Lamellenpaneelen auf Latten und Mineralwolle, gemessen mit 0,89 im Sprachbereich, sind das sechs Quadratmeter Paneel, also fünf Paneele von 240 × 60 oder neun von 120 × 60 Zentimetern. Direkt auf die Wand geschraubt, in Klasse D, werden daraus zehn bis 20 Quadratmeter, acht bis 15 lange Paneele. Für 0,8 Sekunden reichen auf Latten zwei lange Paneele, für 0,5 Sekunden braucht es sieben.

Erste Stellgröße ist der Raum, wie er schon ist. Ein dicker Teppich auf Filz kann im Fallraum mehr leisten als die sechs Quadratmeter Paneel. Wer misst, statt anzunehmen, weiß es genau. Zweitens zählt das Paneel, oder genauer, wie es montiert wird. Bei derselben Lamellenwand entscheidet die Lattung mit Dämmung über einen Faktor von 1,7 bis 3,4 bei der Fläche. Keine der 16 Faustregeln kennt eine dieser beiden Größen.

Offen bleibt, was diese Seite nicht klären kann. Einen Zielwert für Wohnräume gibt es in keiner frei zugänglichen Regel, und DIN 18041 schließt Wohnräume aus. Für die Montage direkt an der Wand ist die Datenlage dünn: Momento nennt nur die Klasse, und eine Zahl fand sich in den Unterlagen dieses Clusters nur einmal, bei Meister, dessen AcousticSense WOOD laut Datenblatt direkt geklebt auf 0,35 kommt. Für die Paneele, die der Vergleich zeigt, fehlt ein solcher Wert. Und die Ist-Absorption eines eingerichteten Wohnzimmers lässt sich aus Tabellen nur schätzen. Alle Angaben stammen vom 15. Oktober 2026; Regeln, Prüfberichte und Seiten können sich ändern.

Einen Rechenfehler, eine neuere Fassung der ASR A3.7 oder einen Prüfbericht für die Montage direkt an der Wand nimmt die Meldestelle für Fehler und neuere Angaben entgegen. Was sich daraufhin ändert, steht mit Datum im Protokoll unter diesem Text.

Berechnet und ausgewertet hat diesen Rechenweg der Fachbereich Wandverkleidung, der bei kritero Paneele und Akustik bearbeitet. Auf seiner Seite steht, wofür er zuständig ist und wie er Messbericht, Herstellertext und Technische Regel gegeneinander abwägt.

Häufige Fragen

Wie viele Akustikpaneele brauche ich für ein Wohnzimmer von 20 Quadratmetern?

Für einen Raum von 5 × 4 × 2,5 Metern, sparsam möbliert, und ein Ziel von 0,6 Sekunden Nachhallzeit rund sechs Quadratmeter Lamellenpaneel auf Latten mit Mineralwolle, also fünf Paneele von 240 × 60 Zentimetern. Direkt auf die Wand geschraubt, wo Momento nur Absorberklasse D angibt, werden daraus zehn bis 20 Quadratmeter. Gut möblierte Räume brauchen weniger.

Wie viel Prozent der Wand sollte man mit Akustikpaneelen verkleiden?

Eine belegte Prozentregel gibt es nicht. 16 von 24 ausgewerteten Suchtreffern nennen eine, aber auf vier verschiedene Flächen bezogen, Wand, Wand und Decke, Boden oder reflektierende Oberflächen, und ohne Quelle. Für dasselbe Wohnzimmer ergeben sie zwischen 4 und 27 Quadratmetern. Verlässlicher ist der Rechenweg über Raumvolumen, Nachhallzeit und den Absorptionsgrad des Paneels.

Wie berechnet man die Nachhallzeit eines Raums?

Mit der Formel nach Sabine, wie sie die ASR A3.7 angibt: T ≈ 0,163 · V / A. V ist das Raumvolumen in Kubikmetern, A die äquivalente Absorptionsfläche, also die Summe aller Flächen mal ihrem Absorptionsgrad. Die Formel gilt für Räume, deren längste Seite höchstens das Fünffache der kürzesten beträgt.

Welche Nachhallzeit schreibt DIN 18041 für Wohnräume vor?

Keine. Laut Inhaltsangabe bei DIN Media behandelt DIN 18041 Wohnungen und Wohnräume nicht. Sie gilt für Räume der Gruppe A wie Unterrichts- und Konferenzräume und der Gruppe B wie Kantinen und Büros. Für Wohnräume ist ein Zielwert deshalb eine Annahme, etwa angelehnt an die 0,6 oder 0,8 Sekunden, die die ASR A3.7 für Büros nennt.

Wirken Akustikpaneele direkt an der Wand genauso gut wie auf Latten?

Nein. Momento gibt für seine Lamellenpaneele direkt an der Wand die Absorberklasse D an, auf 45 Millimeter Balken mit Dämmung die Klasse A; gemessen hat das Fraunhofer-Institut αw 0,90 auf 40 Millimetern Mineralwolle. Klasse D umfasst αw 0,30 bis 0,55. Für dieselbe Nachhallzeit braucht es dann das 1,7- bis 3,4-Fache an Fläche.

Kann man zu viele Akustikpaneele anbringen?

Ja. Im gerechneten Wohnzimmer mit 50 Kubikmetern sinkt die Nachhallzeit bei 27 Quadratmetern Paneel auf Latten auf etwa 0,26 Sekunden, kürzer als jeder Wert, den die ASR A3.7 für Arbeitsräume verlangt. Stark gedämpfte Räume können laut Baunetz Wissen Unwohlsein hervorrufen. Sinnvoll ist, die berechnete Menge in zwei Etappen anzubringen und dazwischen hinzuhören.

Quellen

  1. [1]DIN Media: DIN 18041:2016-03, Hörsamkeit in Räumen (Inhaltsangabe)· abgerufen 2026-10-15
  2. [2]Baunetz Wissen: Raumakustische Planung· abgerufen 2026-10-15
  3. [3]BAuA: Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 Lärm (Ausgabe März 2021)· abgerufen 2026-10-15
  4. [4]DGUV Information 215-443: Akustik im Büro (März 2021)· abgerufen 2026-10-15
  5. [5]Momento: Montage der Akustikpaneele (Absorberklassen je Aufbau)· abgerufen 2026-10-15
  6. [6]Momento: Produktratgeber mit Fraunhofer-Prüfberichten P-BA 60-1/2025 und 61-1/2025· abgerufen 2026-10-15
  7. [7]Preform: Absorberklassen und Schallabsorptionsgrad· abgerufen 2026-10-15
  8. [8]DIN Media: DIN EN ISO 3382-2:2008-09, Nachhallzeit in gewöhnlichen Räumen· abgerufen 2026-10-15

Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.

Änderungen an diesem Beitrag

  1. 2026-10-15Satz zur Datenlage bei Montage direkt an der Wand berichtigt: Meister nennt im Datenblatt für AcousticSense WOOD direkt geklebt einen Wert (0,35); für die Paneele aus dem Vergleich fehlt er weiterhin.
  2. 2026-10-15Querverweise im Cluster ergänzt: Übersichtsseite mit ihrer Zählung der Akustikangebote im Abschnitt zu den Grenzen des Rechenwegs, Werkstoffratgeber zu PET-Filz und Lamellen im Abschnitt über den Kennwert.
  3. 2026-10-15Ersterstellung. 24 Suchtreffer zu „akustikpaneele wie viele“ ausgezählt (16 Prozentregeln auf vier Bezugsflächen, keine mit Quelle), Bemessung in fünf Schritten nach Sabine mit den Tabellenwerten der ASR A3.7 und den Fraunhofer-Prüfberichten für Momento, Geltungsbereich der DIN 18041 nach DIN Media, Umrechnung für vier Raumgrößen und zwei Aufbauten.

Das Veröffentlichungsdatum bleibt bei Korrekturen unverändert. Wie mit Fehlern umgegangen wird, steht auf Korrekturen.