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Ratgeber

Farbe zum Sprühen verdünnen: 24 Merkblätter nachgerechnet

Was Farbenhersteller zum Sprühen schreiben: 24 technische Merkblätter ausgewertet, die Wassermenge in drei Lesarten vorgerechnet, dazu Lack und Lasur.

Veröffentlicht
2026-10-11
Zuletzt geändert
geändert 2026-10-11
Zuletzt geprüft
geprüft 2026-10-11

Worum es hier geht

Für wen
Für alle, die Wandfarbe, Lack oder Lasur mit einem Farbsprühsystem, einem Akku-Gerät oder einem Airless-Gerät verarbeiten wollen und wissen möchten, wie viel Wasser oder Verdünner wirklich hinein darf.
Beantwortete Frage
Was die Farbenhersteller in ihren technischen Merkblättern zum Sprühen und Verdünnen schreiben, und wie man aus diesen Angaben die Menge für einen ganzen Raum ausrechnet.
Nicht behandelt
Die Wahl des Geräts, Becherfüllungen im Detail, die Messgenauigkeit von DIN-Sekunden und die Frage, ob Sprühen sich gegenüber der Rolle überhaupt eignet. Dafür gibt es eigene Seiten im Cluster.

Farbe zum Sprühen verdünnen: welche Regel gilt, und wer sie aufstellt

Wer Farbe zum Sprühen verdünnen will, sucht meistens eine Zahl. Fünf Prozent, zehn Prozent, ein Schuss Wasser auf den Eimer. Die Ratgeber, die bei der Suche nach „farbe zum sprühen verdünnen" oben stehen, liefern genau das: fünf bis zehn Prozent als Faustregel, in kleinen Schritten zugeben, probesprühen. Das ist nicht falsch. Es ist nur nicht die Regel, die im Zweifel gilt.

Tatsächlich gelten vier verschiedene Texte, und jeder regelt etwas anderes. Der erste ist das technische Merkblatt der Farbe. Darin schreibt der Farbenhersteller, ob und womit verdünnt wird, für welches Verfahren und bis zu welcher Menge. Der zweite ist die Anleitung des Sprühgeräts. Sie sagt, was das Gerät verkraftet, also wie zäh die Farbe höchstens sein darf. Wie sich diese Anleitungen bei fünf netzbetriebenen Geräten widersprechen, zeigt der Belegabgleich der Farbsprühsysteme für Wandfarbe; hier geht es um die andere Seite, die Farbe.

Der dritte Text ist ein Gesetz. Die Chemikalienrechtliche Verordnung zur Begrenzung von VOC in Farben und Lacken, kurz ChemVOCFarbV, legt Höchstgehalte an flüchtigen organischen Verbindungen fest, und zwar für das gebrauchsfertige Produkt. Verdünner, der vor Gebrauch zugegeben werden soll, zählt dabei mit. Bei lösemittelhaltigem Lack ist das der Grund, warum manche Hersteller das Verdünnen ganz untersagen.

Der vierte ist eine Norm. DIN EN 13300 klassifiziert Innenwandfarben, unter anderem nach Deckvermögen und Nassabrieb. Auf dem Eimer steht dann „Deckvermögen Klasse 1", im Merkblatt steht dahinter eine Ergiebigkeit, etwa 8,5 Quadratmeter je Liter. Diese Zahl wird beim Verdünnen wichtig, weil Wasser zwar das Volumen vergrößert, aber keine Farbe hinzufügt. Was das in Millilitern heißt, rechnet diese Seite vor.

Muss man Wandfarbe zum Sprühen also verdünnen, ja oder nein? Das entscheidet nicht der Ratgeber und auch nicht die Faustregel, sondern das Zusammenspiel aus Merkblatt und Geräteanleitung. Genau dort beginnt das Problem: Die beiden passen oft nicht zueinander. Wie oft, zeigt die Auswertung im nächsten Abschnitt.

24 technische Merkblätter: was Farbenhersteller zum Sprühen schreiben

Gelesen wurden am 11. Oktober 2026 die technischen Merkblätter der Marken, nach denen Leute fragen, wenn sie verdünnen wollen. Grundlage war die Autovervollständigung der Suchmaschine zu „wandfarbe verdünnen", „lasur verdünnen" und „lack verdünnen", jeweils mit allen Buchstaben von a bis z. Jede Marke für Wand-, Holz- oder Metallbeschichtungen, die dort auftauchte, kam in die Stichprobe. Händler, Fahrzeug- und Modellbaulacke blieben draußen.

Übrig blieben 24 Merkblätter: elf Wandfarben, sechs Lasuren, sieben Lacke. Darunter Alpina, Brillux, Caparol, Sto, Schöner Wohnen, Swingcolor, Vincent, Renovo und MissPompadour bei den Wandfarben, Bondex, Osmo, Remmers, Sikkens, Xyladecor und Renovo bei den Lasuren, Hammerite, Epifanes, Brillux, Alpina, MissPompadour, Remmers und Hamburger Lack-Profi bei den Lacken. Je Marke zählte das Merkblatt, das eine Suche nach Marke, Warengruppe und „technisches Merkblatt" zuerst lieferte.

Gelesen wurde jeweils der ganze Text, nicht nur die Zeile „Verdünnung". Gesucht wurde nach Spritzen, Sprühen, Airless, Verdünnung, Viskosität, Düse, Druck und nach den Wörtern, mit denen Gerätehersteller ihre Heimwerkergeräte beschreiben. Wie kritero Quellen auswählt und warum hier Herstellerunterlagen schwerer wiegen als Angebotstexte, steht allgemein in der Beschreibung der Arbeitsweise.

Das Ergebnis passt in wenige Sätze. Vierzehn der 24 Merkblätter nennen das Spritzen als Verfahren für Selbstverarbeiter. Neun nennen eine Verdünnung fürs Spritzen. Sechs dieser neun stehen in einer Zeile, die mit „Airless" überschrieben ist und einen Druck von 150 bis 180 bar angibt. Kein einziges Merkblatt verwendet die Wörter Niederdruck, HVLP oder Feinsprüh. Und keines sagt, worauf sich die Prozentangabe bezieht.

24 technische Merkblätter, ausgewertet am 11.10.2026: Wandfarben (11), Lasuren (6), Lacke (7)
Was das Merkblatt sagtWandLasurLack
Spritzen für Selbstverarbeiter genannt1004
Verdünnung fürs Spritzen mit Zahl702
davon in einer Airless-Zeile600
Heimwerker-Sprühgerät konkret angesprochen201
Viskosität mit Messverfahren032
Bezugsgröße der Prozentangabe000

Ohne Spritzangabe bleibt bei den Wandfarben nur die Kreide-Wandfarbe von MissPompadour, deren Merkblatt nur Pinsel und Farbroller nennt. Bei den Lacken sprechen Brillux, Hammerite und Remmers nur von Pinsel und Rolle. Den Lasuren gilt ein eigener Abschnitt weiter unten, weil ihr Befund am deutlichsten ausfällt: Keine der sechs ist für Privatleute zum Spritzen vorgesehen.

Muss man Farbe also immer verdünnen? Nach den Merkblättern nicht. Zehn der 24 schreiben ausdrücklich „nicht verdünnen", „unverdünnt verwenden", „streichfertig", „verarbeitungsfertig" oder „gebrauchsfertig": alle sechs Lasuren, drei der Lacke und, für das Rollen, die Designfarben von Schöner Wohnen. Bei den Wandfarben reicht die Spanne von „möglichst unverdünnt" bei Caparol bis „bei Bedarf geringfügig" bei Brillux. Eine Pflicht zum Verdünnen steht in keinem Wandfarben-Merkblatt, solange gerollt wird.

Farbe für das Wagner-Sprühsystem verdünnen: ein Verweis im Kreis

„farbe verdünnen für wagner sprühsystem" ist eine Suchanfrage, die die Autovervollständigung von selbst anbietet. Sie zeigt, wo Heimwerker steckenbleiben. Bei Wagner steht in der Anleitung der W 590 FLEXiO ein klarer Verweis: Wie weit höchstens verdünnt werden darf, regelt das technische Datenblatt des Materialherstellers. Boschs Anleitung zur PFS 5000 E verlangt ebenfalls, die Angaben des Farbenherstellers zu beachten.

Und was schreiben die Farbenhersteller? Alpina sagt im Merkblatt der Feinen Farben, sie seien auch für Spritzgeräte geeignet, und fügt hinzu: „Hierbei bitte die Hinweise des Geräteherstellers beachten." Eine Zahl folgt nicht. Schöner Wohnen hat für das Sprühen eine eigene Seite mit dem Namen Perfect Spray. Dort steht, man solle die Farbe „mit Wasser entsprechend der Vorgabe des Geräteherstellers" verdünnen.

Damit schließt sich der Kreis. Das Gerät verweist auf die Farbe, die Farbe auf das Gerät. Nach beiden Unterlagen steht man ohne Zahl da. Das ist kein Versehen eines einzelnen Herstellers, sondern eine Lücke zwischen zwei Branchen, die jeweils nur ihre eigene Hälfte dokumentieren.

Ganz leer bleibt die Hand trotzdem nicht. Schöner Wohnen gibt im Merkblatt von Polarweiss unter „Perfect Spray" fünf Prozent Wasser an, für alle Farbsprühgeräte, die dieses Zeichen tragen. Welche Geräte das sind, sagt das Merkblatt nicht. Und im Merkblatt der Designfarben derselben Marke stehen drei Aussagen untereinander: „Nicht verdünnen, da verarbeitungsfertig eingestellt", „Spritzen: Mit ca. 5% Wasser verdünnen" und, unter Perfect Spray, „unverdünnt anwenden".

Was tun? Wenn Merkblatt und Geräteanleitung aufeinander verweisen, gilt die engere der beiden Grenzen, die überhaupt eine Zahl nennt. Sagt das Merkblatt „Spritzen mit 5 %" und das Gerät „unverdünnt, bei gelartigen Farben 10 %", fängt man unverdünnt an und geht höchstens bis fünf. Nennt keine der beiden etwas, bleibt nur die eigene Messung, die weiter unten als Protokoll beschrieben ist.

Wandfarbe zum Spritzen verdünnen: warum die Airless-Zeile nicht passt

Sechs der elf Wandfarben-Merkblätter haben einen kleinen Kasten mit Spritzdaten. Er sieht überall ähnlich aus: Düse, Spritzwinkel, Druck, Verdünnung. Bei Caparol CapaTrend steht dort maximal fünf Prozent Wasser, 150 bis 180 bar, Düse 0,019 bis 0,021 Zoll. Sto nennt für StoColor Select Plus ungefähr zwei Prozent und ebenfalls 150 bis 180 bar. Brillux, Renovo, Swingcolor und Polarweiss geben 150 bar an und fünf oder fünf bis zehn Prozent.

Diese Zeile gilt für Airless-Geräte. Dort presst eine Pumpe die Farbe unter 150 bar und mehr durch eine winzige Düse, und sie zerreißt beim Austritt, ganz ohne Luftstrom. Wer ein Airless-Gerät besitzt oder mietet, kann mit diesen Angaben arbeiten; welche Geräte für Wohnung und Haus in Frage kommen, steht im Vergleich der Airless-Farbsprühgeräte. Für die Becher- und Turbinengeräte der meisten Heimwerker ist die Zeile dagegen nicht geschrieben.

Der Unterschied ist nicht akademisch. Ein Turbinengerät zerstäubt die Farbe mit Luft. Je zäher die Farbe, desto mehr Luft braucht es, und irgendwann reicht die Luft nicht mehr. Ein Airless-Gerät dagegen verarbeitet zähe Dispersionsfarbe gerade deshalb, weil der Druck so hoch ist. Zwei Prozent Wasser bei Sto oder fünf Prozent bei Caparol sagen also, wie wenig Wasser die Farbe unter 150 bar braucht, nicht, wie viel ein Turbinengerät braucht.

Für die Suche „wandfarbe zum spritzen verdünnen" heißt das: Steht im Merkblatt nur eine Airless-Zeile, ist sie für ein Becher- oder Akkugerät höchstens die Untergrenze. Mit dieser Menge anfangen, probesprühen und die weitere Zugabe vom Gerät abhängig machen, ist der Weg, den die Unterlagen beider Seiten noch decken. Mehr als die allgemeine Höchstgrenze des Merkblatts, etwa zehn Prozent bei Polarweiss zum Rollen, ist auch damit nicht gedeckt.

Gesucht wurde in allen 24 Volltexten nach Niederdruck, HVLP, Feinsprüh, Turbine, Farbsprühsystem und Sprühgerät. Treffer gab es nur in allgemeiner Form: Alpina und Vincent sprechen von Spritz- beziehungsweise Farbsprühgeräten ohne Zahl, Schöner Wohnen vom Perfect-Spray-Zeichen. Ein einziges Merkblatt, ein Lack, nennt ein Heimwerkergerät beim Namen. Dazu mehr im Abschnitt über Lack.

Farbsprühsystem, Akku, Airless: welche Angabe zu welchem Gerät gehört

Die Suche „farbe für farbsprühsystem verdünnen" meint fast immer ein Gerät, das Luft und Farbe getrennt fördert: eine Turbine erzeugt einen breiten Luftstrom, die Farbe kommt aus einem Becher oder über einen Ansaugschlauch dazu. Was die Begriffe HVLP, Niederdruck, Feinsprüh und Airless trennt, ordnet die Gegenüberstellung der Sprühprinzipien im Wandfarben-Vergleich. Für die Verdünnung gilt bei diesen Geräten zuerst die Anleitung.

Bei den Netzgeräten reicht das Spektrum von „unverdünnt" bis „muss verdünnt werden". Wagner lässt bei W 590 und W 950 handelsübliche Wandfarbe unverdünnt zu und verlangt zehn Prozent Wasser nur für gelartige Farben oder sehr glatte Wände. Bosch verlangt bei der PFS 5000 E mindestens fünf. Die Einhell TC-SY 700 S gibt eine Höchstviskosität an und schreibt, Farben müssten meistens verdünnt werden. Das Merkblatt der Farbe setzt dann die Obergrenze.

Bei Akkugeräten ist die Lage gemischt. Einhell baut seine kleine Akkupistole für Lack und Lasur und schließt Latex aus, Bosch nimmt Latexfarbe nur verdünnt; wer welche Farbe zulässt, steht im Abschnitt zur Akku-Farbspritzpistole für Wandfarbe. Verdünnen verlängert dort zusätzlich die Arbeit, weil mehr Mischung für dieselbe Fläche durch den Becher muss.

Bei Airless ist es umgekehrt. Wagner lässt Innenwandfarbe in seinen Airless-Anleitungen unverdünnt spritzen, und die Merkblätter liefern genau für dieses Verfahren die vollständigsten Daten. Eine belastbare Zahl aus dem Farbenmerkblatt findet man also am ehesten für das Gerät, das die wenigsten Heimwerker besitzen.

Mit entscheidet dort außerdem die Düse, ob eine Farbe ohne Wasser durchgeht. Merkblätter nennen Düsengrößen in Zoll oder Millimetern, die Geräte führen eigene Kennzeichnungen; welche Airless-Düse zu Wandfarbe und Lack passt, ordnet der Airless-Vergleich nach den Anleitungen ein. Erst wenn die Düse stimmt, ist Wasser die zweite Stellschraube.

Eine einfache Zuordnung hilft beim Lesen. Airless-Zeile im Merkblatt: gilt für Airless-Geräte. Allgemeine Spritzangabe ohne Druck: gilt für alle Verfahren, ist aber oft für Airless gedacht. Perfect Spray: gilt für Geräte mit diesem Zeichen. Gerätename im Merkblatt: gilt für dieses Gerät mit den genannten Einstellungen. Alles andere ist eine Obergrenze zum Rollen und Streichen. Welche Bauart man vor sich hat, wenn das Angebot sie nicht nennt, klärt die Übersichtsseite zu den Bauarten von Farbsprühsystemen.

Wie viel Wasser in Wandfarbe: 2, 5 oder 10 Prozent

„wie viel wasser in wandfarbe" fragt die Autovervollständigung genau so, dazu „wandfarbe wie viel verdünnen" und „wie stark wandfarbe verdünnen". Jedes Merkblatt antwortet anders, und die Unterschiede sind größer, als die Faustregel ahnen lässt. Sto erlaubt bei StoColor Select Plus für Zwischen- und Schlussbeschichtung höchstens zwei Prozent Wasser. Schöner Wohnen erlaubt bei Polarweiss zum Rollen und Streichen bis zu zehn.

Dazwischen liegen die meisten. Caparol schreibt für CapaTrend „möglichst unverdünnt" und für den Grundanstrich höchstens fünf Prozent. Alpinaweiß soll mit höchstens fünf Prozent Wasser verdünnt werden. MissPompadour nennt für die Kreide-Wandfarbe „bei Bedarf eventuell" fünf Prozent, Swingcolor zehn Prozent für den Voranstrich. Brillux beschränkt sich bei der Wandfarbe 971 auf „bei Bedarf geringfügig", ohne Zahl.

Warum so verschieden? Das Merkblatt kennt die Rezeptur, die Ratgeber kennen sie nicht. Wie viel Wasser eine Farbe verträgt, bevor sie läuft oder schlechter deckt, hängt an dieser Rezeptur, und die legt kein Hersteller offen. Die Faustregel von fünf bis zehn Prozent passt deshalb zu manchen Farben und überschreitet bei anderen die Grenze des Herstellers um das Fünffache.

Für das Sprühen stehen die Zahlen in den Spritzzeilen: zwei Prozent bei Sto, fünf bei Polarweiss, Brillux und Caparol, fünf bis zehn bei Renovo Meisterweiss und Swingcolor. Bei „caparol wandfarbe verdünnen" oder „sto wandfarbe verdünnen" liefert das Merkblatt also eine Zahl, aber eben die Airless-Zahl. Vincent schreibt nur, man solle die Farbe beim Farbsprühgerät auf Spritzviskosität verdünnen. Welche das ist, steht nicht da.

Am nützlichsten ist auf „wie viel Wasser" deshalb keine Zahl, sondern eine Reihenfolge. Erst die Höchstgrenze im Merkblatt suchen und notieren. Dann die Mindest- oder Höchstverdünnung in der Geräteanleitung. Mit dem kleineren Wert beginnen. Und alles darüber nur nach einer Sprühprobe, in kleinen Schritten, bis zur Grenze des Merkblatts und keinen Milliliter weiter.

Farbe 10 Prozent verdünnen: zehn Prozent wovon?

„farbe 10 prozent verdünnen", „farbe verdünnen verhältnis", „wie verdünnt man 1 zu 10": Die Suchanfragen setzen voraus, dass klar ist, was eine Prozentangabe meint. Keines der 24 Merkblätter sagt es. Es gibt mindestens drei Lesarten, und sie führen zu verschiedenen Mengen.

Die erste und häufigste Lesart: Prozent vom Farbvolumen, als Zugabe. Zehn Prozent auf einen Liter Farbe sind 100 Milliliter Wasser. So rechnet die Bosch-Anleitung in ihrer Verdünnungstabelle, 300 Milliliter Farbe und 15 Milliliter Wasser bei fünf Prozent. Diese Lesart ist die naheliegende, weil man mit einem Messbecher arbeitet.

Die zweite Lesart: Prozent der fertigen Mischung. Dann soll das Wasser zehn Prozent des Ganzen ausmachen. Auf einen Liter Farbe kommen so 111 Milliliter, weil 111 von 1111 eben zehn Prozent sind. Bei kleinen Prozentwerten ist der Unterschied gering, bei 20 Prozent schon deutlich: 200 Milliliter in der ersten Lesart, 250 in der zweiten. Epifanes nennt für die erste Schicht seines Klarlacks auf rohem Holz 40 bis 50 Prozent Verdünnung; dort trennt die Lesart einen dünnen Lack von einem sehr dünnen.

Die dritte Lesart: Prozent vom Gewicht. Sie macht bei Dispersionsfarbe einen spürbaren Unterschied, denn die ist schwer. Caparol gibt für CapaTrend eine Dichte von etwa 1,5 Gramm je Kubikzentimeter an, ein Liter wiegt also rund 1,5 Kilogramm. Fünf Prozent davon sind 75 Gramm Wasser, also 75 Milliliter statt 50. Das ist die Hälfte mehr Wasser als in der ersten Lesart.

Welche Lesart stimmt? Belegen lässt sich das aus den Merkblättern nicht. Für die erste spricht die Bosch-Tabelle, und für Selbstverarbeiter ist sie die einzige, die man ohne Waage umsetzen kann. Wer sicher gehen will, fragt die Kundenberatung des Farbenherstellers und notiert die Antwort. Bis dahin ist die Volumen-Zugabe die vorsichtigste Lesart, weil sie am wenigsten Wasser ergibt.

Und „wie verdünnt man 1 zu 10"? Verhältnisangaben kommen in der Stichprobe nur bei Grundierungen vor. Brillux nennt für Porenbeton das Grundierkonzentrat 938 „1:3 wasserverdünnt", Keim für Lehmputz das Spezial-Fixativ „1:1 mit Wasser verdünnt". Welche Seite des Verhältnisses das Wasser ist, steht bei 1:3 nicht dabei. Für eine Wandfarbe hieße 1 zu 10 in der ersten Lesart ein Teil Wasser auf zehn Teile Farbe, also zehn Prozent Zugabe; ist ein Teil von zehn Teilen Mischung gemeint, sind es 111 Milliliter je Liter. Bei einer Grundierung 1:3 liegen die Lesarten weit auseinander: ein Viertel oder drei Viertel Wasser. Hier hilft nur das Etikett oder die Beratung.

Der Rechenweg: vom Merkblatt zur Wassermenge in fünf Schritten

Ein Rechner für das Verdünnen ist schnell gebaut, auch „wandfarbe verdünnen rechner" wird gesucht. Was ein Rechner aber nicht kann, ist die Eingangswerte wählen. Sie stehen im Merkblatt, und wer sie in der richtigen Reihenfolge abliest, braucht für den Rest nur den Dreisatz. Der Weg hat fünf Schritte.

Schritt 1: Die richtige Zeile finden

Im Merkblatt stehen oft zwei oder drei Verdünnungsangaben. Eine für das Rollen oder Streichen, eine für den Grund- oder Voranstrich, eine in der Spritzzeile. Für das Sprühen zählt die Spritzzeile, sofern sie zum Gerät passt, sonst die allgemeine Obergrenze als Deckel. Bei Polarweiss sind das fünf Prozent zum Spritzen und höchstens zehn zum Rollen.

Schritt 2: Die Farbmenge je Quadratmeter bestimmen

Jedes Wandfarben-Merkblatt der Stichprobe nennt einen Verbrauch oder eine Reichweite, acht zusätzlich eine Ergiebigkeit, zu der das Deckvermögen angegeben ist. Bei Polarweiss sind es 8,5 Quadratmeter je Liter. Ein Liter geteilt durch 8,5 ergibt rund 118 Milliliter Farbe je Quadratmeter. Alpinaweiß gibt seinen Verbrauch sogar direkt mit „ca. 118 ml/m²" an, bei derselben Ergiebigkeit.

Schritt 3: Die Fläche ausmessen

Wände: Umfang des Raums mal Höhe, abzüglich Türen und Fenster. Decke: Länge mal Breite. Diese Fläche wird mit der Menge aus Schritt 2 malgenommen. Das ergibt die Farbe für einen Anstrich, unverdünnt. Wird zweimal gestrichen oder gesprüht, verdoppelt sich die Menge.

Schritt 4: Das Wasser ausrechnen

Farbmenge mal Prozentsatz durch hundert, in der Volumen-Lesart. Für 7 Liter Farbe und fünf Prozent sind das 350 Milliliter. Mischt man nicht den ganzen Eimer auf einmal an, rechnet man je Liter: 50 Milliliter auf einen Liter Farbe. So bleibt der Rest im Eimer unverdünnt und kann bei Bedarf noch gerollt werden.

Schritt 5: Die Mischung je Quadratmeter anpassen

Dieser Schritt fehlt in den Ratgebern, die bei der Suche oben stehen. Durch das Wasser wird aus 118 Millilitern Farbe eine größere Menge Mischung, bei fünf Prozent rund 124 Milliliter. Damit auf jedem Quadratmeter dieselbe Farbmenge landet wie geplant, muss man diese 124 Milliliter auftragen, nicht 118. Wer bei seinem gewohnten Auftrag bleibt, trägt weniger Farbe auf, als das Merkblatt seiner Klassenangabe zugrunde legt.

Zwei Annahmen stecken in dieser Rechnung, und beide sind änderbar. Erstens, dass sich Volumen von Farbe und Wasser einfach addieren; bei kleinen Wassermengen ist das eine brauchbare Näherung, gemessen hat es keine der Quellen. Zweitens bleibt der Sprühverlust außen vor, also der Teil, der als Nebel nicht auf der Wand landet. Keine der ausgewerteten Unterlagen beziffert ihn für Heimwerkergeräte.

Vorgerechnet: ein Zimmer mit Polarweiss, CapaTrend oder StoColor

Wie verdünnt man Wandfarbe zum Sprühen für einen ganzen Raum? Angenommen sei ein Zimmer von vier mal fünf Metern mit 2,5 Metern Höhe. Seine Wände haben dann 45 Quadratmeter, abzüglich angenommener fünf Quadratmeter für Tür und Fenster bleiben 40. Mit der Decke kommen 20 Quadratmeter dazu, zusammen sind es 60. Diese Maße sind ein Beispiel; die Rechnung funktioniert mit jeder anderen Fläche genauso.

Mit Polarweiss: 60 Quadratmeter mal 118 Milliliter ergeben gut sieben Liter Farbe je Anstrich, genau 7,06. Fünf Prozent Wasser dazu sind 353 Milliliter, die Mischung hat dann 7,41 Liter. Bei zwei Anstrichen verdoppelt sich alles: rund 14,1 Liter Farbe, 0,71 Liter Wasser. Schöner Wohnen verspricht bei Polarweiss, dass meist ein Anstrich reicht. Ob das beim Sprühen mit einem Turbinengerät gilt, sagt das Merkblatt nicht.

Mit Caparol CapaTrend: Das Merkblatt nennt Kontrastverhältnis-Klasse 1 bei sieben Quadratmetern je Liter und einen Verbrauch von etwa 140 Millilitern je Quadratmeter. Ein Liter geteilt durch sieben sind rund 143 Milliliter. Für 60 Quadratmeter braucht es also etwa 8,6 Liter Farbe je Anstrich. Bei höchstens fünf Prozent Wasser sind das bis zu 430 Milliliter.

Mit Sto StoColor Select Plus: Klasse 2 bei sechs Quadratmetern je Liter, Verbrauch 0,14 bis 0,17 Liter je Quadratmeter und Anstrich. Bei sechs Quadratmetern je Liter sind es gut 167 Milliliter, für den Raum also rund zehn Liter. Laut Airless-Zeile sind ungefähr zwei Prozent erlaubt, das sind etwa 200 Milliliter auf zehn Liter. Mit dem gewohnten „Schuss" Wasser in den Eimer liegt man hier schnell über der Grenze.

Was der Vergleich zeigt: Dieselbe Fläche braucht je nach Farbe sieben, achteinhalb oder zehn Liter, und die zulässige Wassermenge liegt zwischen 200 und 430 Millilitern. Wer mit der Faustregel „zehn Prozent" an jeden dieser Eimer geht, verdünnt StoColor auf das Fünffache der erlaubten Menge und CapaTrend auf das Doppelte. Der Polarweiss-Eimer verträgt es zum Rollen, gesprüht soll er laut Merkblatt mit fünf Prozent.

Für einen Zaun oder ein Gartenhaus statt Wand und Decke lässt sich derselbe Weg mit den Werten der Lasur gehen, sofern deren Merkblatt Sprühen überhaupt zulässt. Wie viele Akkuladungen solche Vorhaben brauchen, rechnet der Vergleich mit dem Bemessungsweg von der Fläche zur Akkuladung vor; die Verdünnung verschiebt diese Rechnung nach oben, weil mehr Mischung durch den Becher läuft.

Deckvermögen Klasse 1 bei 8,5 m²/l: was Wasser an der Rechnung ändert

Warum Farbe überhaupt verdünnen, wenn sie dadurch schlechter deckt? So taucht die Frage als „warum farbe verdünnen" auf, und die Antwort hat zwei Seiten. Verdünnen hilft dem Gerät, weil dünnere Farbe sich leichter zerstäuben lässt. Es schadet der Deckung, wenn man es nicht ausgleicht. Wie stark, lässt sich aus den Merkblättern abschätzen.

Acht der elf Wandfarben-Merkblätter nennen die Deckvermögensklasse zusammen mit einer Ergiebigkeit: 8,5 Quadratmeter je Liter bei Alpinaweiß und Polarweiss, acht bei Renovo und MissPompadour, sieben bei Brillux, Caparol und Swingcolor, sechs bei Sto. Die Klasse beschreibt also, wie die Farbe deckt, wenn ein Liter auf genau diese Fläche verteilt wird. Auf einer größeren Fläche ist sie nicht mehr belegt.

Jetzt das Wasser. Wer Polarweiss mit fünf Prozent verdünnt und dann wie gewohnt 118 Milliliter je Quadratmeter aufträgt, bringt nur noch 112 Milliliter Farbe auf die Wand. Rechnerisch verteilt sich ein Liter Farbe so auf 8,9 statt auf 8,5 Quadratmeter. Bei zehn Prozent wären es 9,4 Quadratmeter. Ob die Wand dann noch deckt, sagt die Klasse nicht mehr, denn sie gilt für 8,5.

Das heißt nicht, dass verdünnte Farbe nicht deckt. Es heißt, dass man für dieselbe Deckung entsprechend mehr Mischung auftragen muss: 124 statt 118 Milliliter bei fünf Prozent, 129 bei zehn. Planbar wird das nur, wenn man die Mischung zählt, nicht die Farbe. Werte dafür liefert die Umrechnungstabelle im nächsten Abschnitt.

Ein Hinweis zur Norm: DIN EN 13300 ist in der Fassung vom Februar 2023 überarbeitet worden. Laut Änderungsvermerk wurde dabei auch ein Unschärfeprinzip in die Deckvermögensklassen eingeführt. Was das im Einzelnen bedeutet, steht im kostenpflichtigen Volltext. Für die Rechnung hier reicht, was die Merkblätter selbst angeben: Klasse und Ergiebigkeit gehören zusammen.

Umrechnungstabelle: Prozentangabe, Wasser je Liter, Mischung je m²

Die erste Tabelle übersetzt eine Prozentangabe in Milliliter Wasser je Liter Farbe, in allen drei Lesarten. Gerechnet ist die Gewichtslesart mit einer Dichte von 1,5 Gramm je Kubikzentimeter, wie sie Caparol für CapaTrend und Swingcolor für die Wand- und Deckenfarbe angeben. Polarweiss liegt mit 1,4 bis 1,5 knapp darunter, die Brillux Wandfarbe 971 mit etwa 1,27 deutlich.

Wasser je Liter Farbe, je nach Lesart der Prozentangabe
AngabeZugabe zum VolumenAnteil der MischungGewicht, 1,5 g/cm³
2 %20 ml20 ml30 ml
5 %50 ml53 ml75 ml
10 %100 ml111 ml150 ml
15 %150 ml176 ml225 ml
20 %200 ml250 ml300 ml

Die zweite Tabelle zeigt, was die Verdünnung für den Auftrag bedeutet, am Beispiel einer Farbe mit 8,5 Quadratmetern je Liter, also 118 Millilitern je Quadratmeter. In der mittleren Spalte steht die Mischung, die man je Quadratmeter auftragen muss, damit dieselbe Farbmenge ankommt. Rechts steht die rechnerische Ergiebigkeit, wenn man stattdessen bei 118 Millilitern Mischung bleibt. Alle Werte gelten für die Volumen-Lesart.

Mischung je Quadratmeter und verschobene Ergiebigkeit bei einer Farbe mit 8,5 m²/l
WasserMischung für 118 ml FarbeErgiebigkeit bei 118 ml Mischung
0 %118 ml/m²8,5 m²/l
2 %120 ml/m²8,7 m²/l
5 %124 ml/m²8,9 m²/l
10 %129 ml/m²9,4 m²/l
15 %135 ml/m²9,8 m²/l
20 %141 ml/m²10,2 m²/l

Beide Tabellen sind errechnet, nicht von einem Hersteller übernommen, und sie tragen die beiden Annahmen aus dem Rechenweg: Volumen addieren sich, Sprühverlust bleibt außen vor. Bei einer anderen Ergiebigkeit multipliziert man die Farbmenge des Merkblatts mit eins plus Prozentsatz durch hundert. Für einzelne Becherfüllungen eines Geräts stehen die Wassermengen je Becher in Millilitern im Wandfarben-Vergleich; hier geht es um Liter und Quadratmeter.

Verdünnt als Grundierung, unverdünnt zum Schluss: die zweite Zeile

Viele Merkblätter haben neben der Spritzzeile eine zweite Verdünnungsangabe, die mit dem Gerät nichts zu tun hat: die für den Grund-, Vor- oder Zwischenanstrich. Gesucht wird das als „farbe verdünnen als grundierung" oder „farbe verdünnen zweiter anstrich". Dahinter steckt bei allen Herstellern dieselbe Logik. Auf saugenden oder kontrastreichen Untergründen darf der erste Anstrich dünner sein, der letzte nicht.

Trotzdem gehen die Zahlen auseinander. Swingcolor erlaubt für den Voranstrich bis zu zehn Prozent, der Schlussanstrich soll unverdünnt sein. Polarweiss erlaubt im Zwischenanstrich bei großem Farbtonkontrast bis zehn Prozent, Alpinaweiß im Voranstrich höchstens fünf, CapaTrend im Grundanstrich höchstens fünf. Sto bleibt auch hier bei höchstens zwei. Beim Sprühen braucht es also unter Umständen zwei verschiedene Mischungen.

Ein Sonderfall ist die Suchanfrage „wandfarbe mit tiefengrund verdünnen". Sie hat einen realen Hintergrund. Alpina beschreibt im Merkblatt der Feinen Farben, man könne Alpinaweiß zur Vorbereitung mit zehn Prozent Tiefgrund verdünnen. Das ist eine Herstellerangabe für eine bestimmte Kombination zweier Alpina-Produkte, keine allgemeine Regel, und sie bezieht sich auf das Vorstreichen, nicht auf das Sprühen.

Für das Sprühen folgt daraus ein praktischer Ablauf. Erst die Grundierung oder den Voranstrich mit der dafür erlaubten Verdünnung, getrennt angemischt und beschriftet. Danach das Gerät reinigen oder den Becher wechseln. Zuletzt der Schlussanstrich mit der Spritz- oder Höchstverdünnung des Merkblatts, die oft niedriger ist. Kommt beides aus demselben Eimer, wird der Schluss zu dünn. Wie das Gerät zwischen zwei Mischungen gespült wird, beschreibt der Reinigungsratgeber nach Becher, Lanze, Akku und Kolbenpumpe je Gerät.

Spritzfreie und tropfgehemmte Wandfarbe: Wasser hebt die Formel auf

„welche farbe ist zum sprühen geeignet" ist eine Frage, die auf eine überraschende Antwort stößt. Gerade die bekanntesten Weißfarben sind für das Gegenteil gebaut. Alpinaweiß Das Original wirbt mit einer Spritz-Schutz-Formel, Polarweiss mit einer Spritzfrei-Formel, das Renovo-Produkt heißt Meisterweiss Spritzfrei. Vincent beschreibt seine Edlen Farben als tropf- und spritzgehemmt, MissPompadour die Kreide-Wandfarbe als spritzfrei und nicht tropfend.

Gemeint ist das Streichen. Diese Farben sollen von der Rolle nicht spritzen und von der Wand nicht laufen. Wie die Rezeptur das erreicht, verraten die Merkblätter nicht. Für „besonders dickflüssige, gelartige Farben" verlangt Wagner in seinen Anleitungen aber zehn Prozent Wasser, und Einhell schließt Farben mit Spritz- oder Tropfhemmung für die TC-SY 700 S ganz aus.

Was Wasser mit dieser Eigenschaft macht, sagen die Farbenhersteller selbst. Alpina schreibt bei Alpinaweiß: „Die Verdünnung mit Wasser führt zu einer Erhöhung der Spritztendenz." Schöner Wohnen schreibt bei Polarweiss fast wortgleich, beim Verdünnen mit Wasser erhöhe sich die Spritzneigung. Wer also eine spritzfreie Farbe verdünnt, um sie zu sprühen, gibt die Eigenschaft auf, für die er sie gekauft hat.

Das ist kein Verbot. Alpinaweiß und Polarweiss nennen das Spritzen ausdrücklich als Verfahren, Polarweiss sogar mit eigener Spritzzeile. Es ist aber ein Argument für die Reihenfolge beim Kauf. Wer von Anfang an sprühen will, wählt keine Farbe, deren Hauptmerkmal die Spritzhemmung ist, sondern eine, deren Merkblatt das Sprühen mit Zahlen beschreibt.

Silikatfarbe, Kreidefarbe, Latex: die Sonderfälle

Drei Farbarten tauchen in der Autovervollständigung mit eigenem Verdünnungswunsch auf: „silikat wandfarbe verdünnen", „wie verdünnt man kreidefarbe" und „latex wandfarbe verdünnen". Für alle drei gilt dasselbe wie für Dispersionsfarbe, nur strenger, und die Beleglage ist dünner.

Silikatfarbe ist in der Stichprobe nicht vertreten. Als Einzelfall gelesen wurde das Merkblatt von Keim Biosil, einer Silikatfarbe für innen. Es erlaubt Streichen, Rollen und Spritzen mit einer Düsenangabe von mindestens 423, ohne das Spritzverfahren zu nennen. Der Grundanstrich soll unverdünnt oder mit zehn Prozent Wasser, der Schlussanstrich unverdünnt sein. Für Lehmputz nennt Keim eine Vorbehandlung mit Spezial-Fixativ, eins zu eins mit Wasser verdünnt. Laut der W-590-Anleitung von Wagner verätzt Silikatfarbe Glas und Keramik; Abdecken ist hier keine Formsache.

Kreidefarbe ist in der Stichprobe einmal vertreten, mit der Kreide-Wandfarbe von MissPompadour. Ihr Merkblatt nennt als Applikation nur Pinsel und Farbroller und erlaubt bei Bedarf höchstens fünf Prozent Wasser. Das Sprühen ist dort nicht vorgesehen. Eine Zahl für das Sprühen von Kreidefarbe enthält keines der ausgewerteten Merkblätter.

Latexfarbe kommt in den 24 Merkblättern nicht als eigenes Produkt vor. Was die Geräte dazu sagen, ist dagegen gut belegt: Wagner und Bosch führen Latex als Unterart der Innenwandfarbe, Bosch mit mindestens fünf Prozent Verdünnung, Einhell schließt sie aus. Die Einzelheiten stehen in der Übersicht, welche Geräte Latexfarbe ausschließen. Für die Farbe selbst bleibt nur ihr eigenes Merkblatt.

Eingedickte oder alte Farbe verdünnen: erst temperieren, dann messen

„eingedickte farbe verdünnen", „alte wandfarbe verdünnen", „eingetrocknete wandfarbe verdünnen": Diese Anfragen kommen meist aus dem Keller, wo ein angebrochener Eimer seit dem letzten Umzug steht. Groß ist die Versuchung, so lange Wasser nachzugießen, bis die Farbe wieder fließt. Eine Erlaubnis dafür geben die Merkblätter nicht, wohl aber Hinweise, warum Farbe dick wird.

Kälte ist der häufigste Grund. Wo die Merkblätter die Lagerung beschreiben, verlangen sie frostfrei, und die Wandfarben nennen meist plus fünf Grad als untere Grenze für die Verarbeitung. Osmo schreibt für die Einmal-Lasur HSPlus genau den Fall auf: Ist sie durch Frost dickflüssig geworden, soll sie vor Gebrauch 24 bis 36 Stunden bei Zimmertemperatur lagern. Von Verdünnen steht dort nichts, im Gegenteil: „nicht verdünnen".

Der zweite Grund ist Alter. MissPompadour schreibt im Merkblatt von Stark & Schimmernd, die Farbe halte ungeöffnet mindestens zwölf Monate; nach dem Öffnen könnten Bakterien und Schimmel von außen ein Verderben verursachen. Sikkens nennt etwa zwei Jahre, Remmers für die HK-Lasur 36 Monate im ungeöffneten Gebinde, Osmo fünf Jahre und länger. Eine angebrochene Farbe, die riecht, Klumpen bildet oder sich nicht mehr aufrühren lässt, wird durch Wasser nicht wieder gut.

Der praktische Weg ist deshalb: Eimer einen Tag in einen warmen Raum stellen, gründlich aufrühren, durch ein Sieb geben. Caparol verlangt das Durchsieben für den Airless-Auftrag ohnehin. Erst dann die Verdünnung des Merkblatts wählen, als hätte man einen frischen Eimer. Und wer früher schon aus demselben Eimer gesprüht hat, schaut ins eigene Protokoll, falls es eines gibt.

Lack zum Sprühen verdünnen: drei von sieben Merkblättern sagen nein

Bei Lack gehen die Merkblätter weiter auseinander als bei Wandfarbe. Von den sieben Lacken der Stichprobe nennen vier das Spritzen, drei nicht. Brillux schreibt beim Impredur Seidenmattlack 880 „Streichen und Rollen", Hammerite beim Metall-Schutzlack Matt Pinsel oder Roller, Remmers beim Venti-Lack 3in1 „Streichen oder Rollen". Hammerite bietet für den schwarzen Farbton eine Sprühdose an, mit eigenem Merkblatt.

Auf „wie verdünnt man lack zum spritzen" antworten zwei Hersteller genauer als alle anderen. Epifanes nennt für seinen Klarlack, einen Bootslack, das Spritzen mit der Luftspritze: 15 bis 20 Prozent Spritzverdünner, Düse 1,2 bis 1,5 Millimeter, zwei bis drei bar, Viskosität 20 bis 24 Sekunden im 4-mm-Becher. Das ist die vollständigste Spritzangabe der ganzen Stichprobe, und sie gilt für eine Druckluftpistole.

Epifanes zeigt außerdem, dass eine Verdünnung nicht für den ganzen Anstrich gelten muss. Für rohes Holz gibt das Datenblatt einen Schichtaufbau mit Farbverdünner vor, dem Verdünner, den Epifanes für den Pinsel nennt: erste Schicht 50 Prozent, zweite 25, dritte 15, ab der vierten null bis fünf Prozent. Die erste Schicht soll stark verdünnt das Holz imprägnieren. Wer so einen Aufbau auf das Sprühen überträgt, braucht für jede Schicht eine eigene Mischung, und für das Spritzen nennt Epifanes nur den einen Wert von 15 bis 20 Prozent.

Der zweite ist MissPompadour, und hier steht etwas, das sonst nirgends steht. Im Merkblatt des wasserbasierten Lacks Stark & Schimmernd heißt es: „Druckluftspritzpistole Wagner Wood & Metal Sprayer W 125, 15% verdünnt mit Wasser, Luftmenge max., Materialmenge 80%". Ein Farbenhersteller nennt damit ein Heimwerkergerät mit Modellnummer und Einstellung. Unter den 24 Merkblättern ist es das einzige.

Der Hamburger Lack-Profi nennt für seinen Zweikomponenten-Lack Spritzen mit der Becherpistole, Düse 1,6 Millimeter, vier bis fünf bar, und eine eigene Spezialverdünnung. Eine Menge nennt das Merkblatt nicht. Alpina schreibt beim Anti-Rost Matt nur, Alpina-Lacke könnten gestrichen, gerollt und gespritzt werden, der Erstanstrich auf blankem Metall möglichst gestrichen. Eine Verdünnung für das Spritzen fehlt.

Für die Suche „lack verdünnen für spritzpistole" ergibt sich daraus eine Regel, die von der bei Wandfarbe abweicht. Die beiden Lacke mit Spritzangabe nennen deutlich mehr Verdünnung als die Wandfarben, 15 bis 20 Prozent statt zwei bis zehn. Das gilt aber nur, wo das Merkblatt es vorsieht. Steht dort „nicht verdünnen" oder nur Pinsel und Rolle, ist das kein Versehen. Warum, erklärt der nächste Abschnitt.

Die VOC-Grenze gilt für die gebrauchsfertige Farbe, samt Verdünner

Brillux begründet das Verdünnungsverbot beim Impredur Seidenmattlack 880 in einem Satz: „Nicht verdünnen, da hierdurch der EU-Grenzwert gemäß VOC-Richtlinie überschritten wird." Das ist der deutlichste Hinweis der Stichprobe darauf, dass Verdünnen bei Lack nicht nur eine Frage des Spritzbilds ist.

Dahinter steht die ChemVOCFarbV. Sie bezieht den VOC-Gehalt ausdrücklich auf das gebrauchsfertige Gemisch. Und sie zählt vor Gebrauch zuzugebende organische Lösemittel zum Beschichtungsstoff. Sieht der Hersteller eine Verdünnung vor, zählt sie also mit. Ein lösemittelhaltiger Lack, der knapp unter dem Grenzwert liegt, hätte mit zehn Prozent zugegebenem Lösemittel mehr VOC im gebrauchsfertigen Gemisch. Genau das meint der Satz im Brillux-Merkblatt.

Was heißt das für den Heimwerker? Die Verordnung verbietet ihm nichts, sie richtet sich an Hersteller und Händler. Sie erklärt aber, warum ein Merkblatt bei lösemittelhaltigem Lack „gebrauchsfertig" oder „nicht verdünnen" sagt: Der Hersteller darf die Verdünnung gar nicht empfehlen, die viele für das Sprühen erwarten. Wer trotzdem verdünnt, bringt mehr Lösemittel in die Mischung, als der Etikettwert angibt.

Für wasserbasierte Lacke ist das Thema kleiner. Wasser ist keine flüchtige organische Verbindung, und MissPompadour kann deshalb 15 Prozent Wasser für das Sprühen nennen. Der Etikettwert für den Höchstgehalt muss nach der Verordnung auf jedem Gebinde stehen, ebenso die Produktkategorie und ihr Grenzwert. Ob ein Lack lösemittelhaltig ist, steht dort schneller zu lesen als im Merkblatt.

Womit verdünnen: Wasser, Spritzverdünner oder gar nichts

„lack verdünnen womit", „womit lasur verdünnen", „kann man lack auf wasserbasis mit wasser verdünnen": Die Antworten der Merkblätter sind eindeutiger als die der Ratgeber. Wasserbasierte Produkte werden, wenn überhaupt, mit Wasser verdünnt. Wo die Wandfarben-Merkblätter ein Verdünnungsmittel nennen, ist es Wasser, beim wasserbasierten Lack von MissPompadour ebenso. Ein anderes Mittel nennt keines von ihnen.

Bei lösemittelhaltigen Produkten nennt das Merkblatt den Verdünner, wenn es eine Verdünnung vorsieht. Epifanes unterscheidet zwischen Farbverdünner oder Terpentinersatz für den Pinsel und 1-K-Spritzverdünner oder hochwertigem Waschbenzin für die Spritzpistole. Der Hamburger Lack-Profi verlangt für seinen Zweikomponenten-Lack eine eigene Spezialverdünnung. Andere Mittel nennen beide nicht.

Auffällig ist, wo Nitro- und Universalverdünnung vorkommen. Bondex nennt Nitro-Universalverdünnung bei der Holzlasur für außen, aber in der Zeile für die Reinigung der Werkzeuge, nicht zum Verdünnen. Die Lasur selbst soll unverdünnt verwendet werden. Hammerite nennt Pinselreiniger und Verdünner ebenfalls nur für die Werkzeuge, Sikkens Kunstharzverdünnung und Testbenzin nur zum Reinigen.

Für die Suchanfrage „farbe mit nitroverdünnung verdünnen" findet sich in den Merkblättern also keine Bestätigung. Ein Reinigungsmittel ist nicht automatisch ein Verdünnungsmittel, auch wenn es dieselbe Flasche ist. Boschs PFS-5000-E-Anleitung hält zudem fest, dass ein unpassendes Verdünnungsmittel Klumpen bilden kann, die die Pistole verstopfen. Wer beim Verdünner unsicher ist, nimmt den, den das Merkblatt nennt, oder gar keinen.

Kann man Lasur auch sprühen? Sechs Merkblätter, nur Pinsel und Rolle

Gerätehersteller werben mit Lasur. Einhell, Bosch und Wagner nennen sie als Material für ihre Becherpistolen, und im Akku-Vergleich ist die Einhell TC-SY 18/60 gerade deshalb die Empfehlung für Lack, Lasur und Öl an Zaun und Türen. Berechtigt ist die Frage „kann man lasur auch sprühen" also. Die Merkblätter der Lasuren geben darauf eine andere Antwort als die Geräte.

Keine der sechs Lasuren der Stichprobe ist für private Anwender zum Spritzen vorgesehen. Bondex nennt als Auftragsverfahren „Streichen". Osmo empfiehlt Flächenstreicher oder Mikrofaserrolle, Renovo das Streichverfahren mit dem Pinsel, Sikkens streichen, Xyladecor streichen und rollen. Remmers wird bei der HK-Lasur am deutlichsten: „Private Anwender: Streichen mit Lasurpinsel." Spritzen erlaubt Remmers nur qualifizierten Fachbetrieben in geschlossenen Anlagen.

Verdünnen ist bei allen sechs ebenfalls nicht vorgesehen: „unverdünnt verwenden", „streichfertig, nicht verdünnen", „nicht verdünnen", „streichfertig eingestellt", „verarbeitungsfertig". Zu „lasur verdünnen zum sprühen" enthalten diese Merkblätter also weder eine Erlaubnis zum Sprühen noch eine zum Verdünnen.

Ist das ein Widerspruch zu den Geräten? Nicht ganz. Die Merkblätter beschreiben das Verfahren, für das der Hersteller seine Verbrauchs- und Haltbarkeitsangaben macht. Ob eine gesprühte Lasur dieselbe Schicht und denselben Schutz erreicht, sagen die Merkblätter nicht. Die HK-Lasur enthält zudem laut Merkblatt ein Biozidprodukt als Filmschutz und hat dazu einen eigenen Abschnitt; ob die Beschränkung auf geschlossene Anlagen damit zusammenhängt, steht dort nicht.

Praktisch heißt das: Wer eine Lasur sprühen will, fragt vorher den Lasurhersteller, ob er das Verfahren für sein Produkt freigibt, und notiert die Antwort. Welche Lasur zum Sprühen geeignet ist, beantworten die sechs ausgewerteten Merkblätter mit keiner. Der Ausweg liegt bei Produkten, deren Merkblatt das Sprühen ausdrücklich nennt; in dieser Stichprobe war das keine Lasur, wohl aber ein Lack.

Viskosität im Merkblatt: vier Messsysteme, keine Wandfarbe

Fünf der 24 Merkblätter nennen eine Viskosität, und keines davon ist eine Wandfarbe. Bondex gibt für die Holzlasur etwa 44 Sekunden im DIN-Becher mit vier Millimetern an, Osmo 18 bis 26 Sekunden nach DIN EN ISO 2431 mit vier Millimetern, Remmers für die HK-Lasur etwa 80 Sekunden nach ISO 2431 mit drei Millimetern. Epifanes nennt 50 Sekunden im 6-mm-Becher für den Lack im Gebinde und 20 bis 24 Sekunden im 4-mm-Becher für die Spritzviskosität. MissPompadour gibt etwa 100 Krebs-Einheiten an, abgekürzt K.U.

Das sind vier verschiedene Messsysteme. Auslaufbecher mit drei, vier und sechs Millimetern Öffnung liefern für dieselbe Farbe verschiedene Sekunden, und Krebs-Einheiten sind eine eigene Skala ohne Sekunden. Einen Umrechnungsweg zwischen diesen Werten nennt keines der Merkblätter. Eine „viskosität tabelle farbe", wie sie gesucht wird, müsste deshalb immer das Messverfahren mitnennen, sonst vergleicht sie Äpfel mit Birnen.

Für das Sprühen brauchbar ist eigentlich nur ein Wert der Stichprobe: Epifanes 20 bis 24 Sekunden im 4-mm-Becher als Spritzviskosität. Alle anderen beschreiben das Produkt im Gebinde, nicht den Zustand, in dem es gesprüht werden soll. Und bei den Lasuren mit Viskositätsangabe ist das Sprühen gar nicht vorgesehen.

Wandfarben-Merkblätter nennen keine Viskosität, und das hat einen Grund. Dispersionsfarbe verhält sich im Becher anders als Lack: Steht sie, ist sie dick, gerührt fließt sie leichter, und die Auslaufzeit hängt dann mehr vom Rühren ab als von der Farbe. Warum das so ist und was das für die DIN-Sekunden in Geräteangeboten bedeutet, steht in der Auszählung der Viskositätsangaben von 24 Geräten. Die Viskosität der eigenen Wandfarbe steht in keinem dieser Merkblätter.

Viskosität messen: den eigenen Bezugswert festhalten

„viskosität farbe messen" lässt sich trotzdem sinnvoll beantworten, nur anders als erwartet. Für Lack und Lasur, also dünnere Materialien, ist der Auslaufbecher brauchbar, sofern man ihn als Vergleich mit sich selbst nutzt. Bei Wandfarbe ist die Sprühprobe der bessere Maßstab. In beiden Fällen geht es nicht darum, eine Normzahl zu treffen, sondern einen eigenen Wert festzuhalten.

Beim Lack funktioniert das so. Man mischt nach Merkblatt an, etwa die 15 Prozent bei MissPompadour, und misst die Auslaufzeit mit dem Becher, der dem Gerät beiliegt, dreimal hintereinander. Der Mittelwert ist der eigene Bezugswert für genau diesen Lack und genau diesen Becher. Beim nächsten Gebinde trifft man dieselbe Konsistenz, ohne raten zu müssen.

Nennt das Merkblatt eine Spritzviskosität in derselben Bechergröße, wie Epifanes mit 20 bis 24 Sekunden im 4-mm-Becher, lässt sich der eigene Wert zusätzlich daran halten. Stimmen die Becher nicht überein, bleibt es beim Vergleich mit sich selbst. Warum die beigelegten Tauchbecher nicht der Norm entsprechen, beschreibt der Abschnitt über den Viskositätsbecher im Karton; für den eigenen Bezugswert spielt das keine Rolle.

Bei Wandfarbe ersetzt die Sprühprobe den Becher. Ein Stück Karton, eine Bahn mit der geplanten Einstellung, ein Blick auf das Bild. Grobe Tropfen sprechen für zu wenig Luft oder zu dicke Farbe, starker Nebel für zu viel Luft; so beschreiben es die Geräteanleitungen. Das Ergebnis hält man fest, als Milliliter Wasser je Liter Farbe. Wie das auf einem Blatt aussieht, zeigt das Protokoll im nächsten Abschnitt.

Das Prüfprotokoll: Ansatz, Probe und Ergebnis auf einem Blatt

Wer einmal die passende Mischung gefunden hat, will sie beim zweiten Eimer wieder treffen. Genau dafür ist ein Protokoll da. Es ersetzt die fehlende Angabe im Merkblatt nicht, aber es macht die eigene Antwort reproduzierbar. Und es hilft im Gewährleistungsfall, wenn man zeigen muss, wie verarbeitet wurde.

Prüfprotokoll für eine Sprühmischung

  • Farbe, Produktnummer, Charge vom Etikett und Stand des Merkblatts notieren.

    Merkblätter ändern sich; die Zahl von heute gilt für diese Fassung. Die Charge zeigt, ob ein zweiter Eimer aus derselben Herstellung stammt.

  • Aus dem Merkblatt abschreiben: Spritzzeile, allgemeine Höchstverdünnung, Ergiebigkeit.

    Steht die Spritzzeile unter Airless, gilt sie für ein Becher- oder Akkugerät nur als Untergrenze.

  • Gerät, Aufsatz oder Düse, Luft- und Materialstufe notieren.

    Dieselbe Mischung sprüht mit anderer Luftstufe ganz anders.

  • Temperatur von Farbe und Raum messen.

    Die Merkblätter der Stichprobe nennen meist plus fünf Grad als Untergrenze; kalte Farbe ist zäher.

  • Ausgangsmenge mit dem Messbecher abmessen, etwa 1000 ml.

    Nicht nach Augenmaß aus dem Eimer schöpfen.

  • Wasser oder Verdünner in Schritten zugeben, je Schritt die Menge in ml notieren.

    Mit der kleineren der beiden Grenzen aus Merkblatt und Geräteanleitung beginnen, nie über die Höchstgrenze des Merkblatts.

  • Bei Lack oder Lasur: Auslaufzeit dreimal messen, Mittelwert und Becherart notieren.

  • Sprühprobe auf Karton: Spritzbild in Worten beschreiben.

    Grob, fein, ausgefranste Ränder, Läufer, Nebel.

  • Ergebnis als ml Wasser je Liter Farbe festhalten.

    Diese Zahl gilt für den nächsten Eimer derselben Farbe und dasselbe Gerät.

  • Nach dem Anstrich: Fläche und verbrauchte Mischung notieren, ml je m² ausrechnen.

    Mit dem Verbrauch im Merkblatt vergleichen und dabei die Verdünnung herausrechnen.

Der letzte Punkt verdient einen Satz mehr. Wer nach dem Sprühen weiß, wie viel Mischung auf wie vielen Quadratmetern gelandet ist, kann die Farbmenge zurückrechnen und mit der Ergiebigkeit des Merkblatts vergleichen. Liegt die Fläche je Liter Farbe deutlich über der Ergiebigkeit, ist zu dünn gesprüht worden; liegt sie deutlich darunter, ging viel als Nebel verloren oder es wurde zu dick aufgetragen. Beides lässt sich beim nächsten Raum korrigieren.

Was kein Merkblatt beantwortet, und wie man es selbst herausfindet

Drei Fragen bleiben nach 24 Merkblättern offen, und sie sind genau die, die Heimwerker mit einem Farbsprühsystem am meisten beschäftigen. Erstens: Wie viel Wasser braucht eine bestimmte Wandfarbe in einem Turbinen- oder Akkugerät? Keines der Merkblätter nennt es, und die Geräteanleitungen verweisen zurück auf die Farbe.

Zweitens: Worauf bezieht sich eine Prozentangabe? Keines der 24 sagt, ob Volumen oder Gewicht gemeint ist, ob Zugabe oder Anteil an der Mischung. Bei fünf Prozent und einer Dichte von 1,5 macht die Lesart den Unterschied zwischen 50 und 75 Millilitern je Liter. Drittens: Wie groß ist der Sprühverlust eines Heimwerkergeräts? Ohne diese Zahl lässt sich der Farbbedarf beim Sprühen nicht so genau planen wie beim Rollen.

Selbst herausfinden lässt sich das Erste und das Dritte. Auf die Wassermenge führt das Prüfprotokoll mit Sprühprobe, den Sprühverlust die Rückrechnung nach dem ersten Raum. Das Zweite lässt sich nur beim Hersteller erfragen; die Beratungsnummern stehen in den Merkblättern, bei Remmers, Akzo Nobel, MissPompadour und anderen. Eine schriftliche Antwort ist mehr wert als jede Faustregel.

Was diese Seite nicht leisten kann, ist eine Garantie, dass die Merkblätter morgen noch so lauten. Alle 24 sind mit Stand oder Abrufdatum erfasst, das jüngste stammt vom August 2026, das älteste vom April 2016. Hersteller ersetzen Fassungen ohne Ankündigung. Eine neuere Fassung mit anderen Zahlen lässt sich über die Korrekturseite melden; die Änderung wird mit Datum übernommen.

Und eine Frage beantwortet kein Merkblatt, weil sie vorher kommt: ob sich das Sprühen für das eigene Vorhaben überhaupt eignet. Wer nach dieser Seite den Eindruck hat, dass Verdünnen, Protokoll und Probe mehr Aufwand sind als der Raum wert ist, liegt nicht falsch. Abdeckfläche, Atemschutz und die einzige Flächenschwelle aus 48 Geräteangeboten wägt der Ratgeber über die Wahl zwischen Rolle und Sprühgerät an einem Fallzimmer ab. Die Rolle braucht in keinem der 24 Merkblätter eine Spritzzeile.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser gibt man zum Sprühen in Wandfarbe?

Das steht im technischen Merkblatt der Farbe, und die Werte gehen weit auseinander: Sto erlaubt bei StoColor Select Plus etwa zwei Prozent, Schöner Wohnen bei Polarweiss fünf, Renovo und Swingcolor fünf bis zehn. Diese Zahlen stehen meist in einer Airless-Zeile. Für ein Becher- oder Akkugerät beginnt man mit der kleineren Grenze aus Merkblatt und Geräteanleitung und geht nach Sprühprobe nie über die Höchstgrenze des Merkblatts.

Muss man Farbe zum Sprühen immer verdünnen?

Nein. Schöner Wohnen nennt für die Designfarben mit Perfect-Spray-Geräten die unverdünnte Anwendung, Wagner lässt handelsübliche Wandfarbe in der W 590 unverdünnt verarbeiten. Alle sechs ausgewerteten Lasuren und drei von sieben Lacken sollen gar nicht verdünnt werden. Ob verdünnt werden muss, entscheiden Merkblatt und Geräteanleitung zusammen.

Bezieht sich 5 Prozent Verdünnung auf Volumen oder Gewicht?

Keines der 24 ausgewerteten Merkblätter sagt es. Üblich ist die Zugabe zum Farbvolumen, so rechnet auch die Bosch-Anleitung: 300 Milliliter Farbe und 15 Milliliter Wasser bei fünf Prozent. Nach Gewicht wären es bei einer Farbe mit 1,5 Gramm je Kubikzentimeter 75 statt 50 Milliliter je Liter. Im Zweifel die Kundenberatung des Farbenherstellers fragen.

Darf man Lasur mit einem Farbsprühsystem sprühen?

Laut den sechs ausgewerteten Lasur-Merkblättern ist das Spritzen für Privatleute nicht vorgesehen. Bondex, Osmo, Renovo, Sikkens und Xyladecor nennen Pinsel oder Rolle, Remmers erlaubt das Spritzen der HK-Lasur nur Fachbetrieben in geschlossenen Anlagen. Wer sprühen will, fragt vorher beim Lasurhersteller nach einer Freigabe.

Warum darf man manche Lacke nicht verdünnen?

Bei lösemittelhaltigen Lacken zählt zugegebener Verdünner zum VOC-Gehalt. Die ChemVOCFarbV bezieht die Grenzwerte auf das gebrauchsfertige Produkt, für deckende Lacke auf Lösemittelbasis 300 Gramm je Liter. Brillux schreibt deshalb beim Impredur Seidenmattlack 880: nicht verdünnen, sonst wird der EU-Grenzwert überschritten.

Womit verdünnt man Lack zum Spritzen?

Mit dem Mittel, das das Merkblatt nennt. Wasserbasierter Lack wie Stark und Schimmernd von MissPompadour wird mit Wasser verdünnt, dort 15 Prozent fürs Sprühen. Epifanes nennt für seinen Klarlack 15 bis 20 Prozent Spritzverdünner oder Waschbenzin. Nitro- und Universalverdünnung stehen in den ausgewerteten Merkblättern nur als Reinigungsmittel.

Deckt verdünnte Wandfarbe noch so gut wie angegeben?

Die Deckvermögensklasse gilt bei der Ergiebigkeit im Merkblatt, etwa 8,5 Quadratmeter je Liter. Wer fünf Prozent Wasser zugibt und gleich viel aufträgt wie vorher, bringt rund fünf Prozent weniger Farbe auf die Wand. Für dieselbe Farbmenge braucht es etwa 124 statt 118 Milliliter Mischung je Quadratmeter.

Kann man die Viskosität von Wandfarbe mit dem Auslaufbecher messen?

Kein ausgewertetes Wandfarben-Merkblatt nennt einen Becherwert. Viskositätsangaben stehen nur bei Lasuren und Lacken, etwa 18 bis 26 Sekunden im 4-mm-Becher bei Osmo. Dispersionsfarbe wird beim Rühren dünner, der Becher misst sie nicht zuverlässig. Bei Wandfarbe ersetzt die Sprühprobe auf Karton den Becher, das Ergebnis wird als Milliliter Wasser je Liter notiert.

Quellen

  1. [1]ChemVOCFarbV: Chemikalienrechtliche Verordnung zur Begrenzung der VOC-Emissionen (Gesamtausgabe)· abgerufen 2026-10-11
  2. [2]DIN Media: DIN EN 13300:2023-02, Klassifizierung von Farben und Lacken für Innenwände und -decken· abgerufen 2026-10-11
  3. [3]Schöner Wohnen Farbe: Perfect Spray, Sprühverarbeitung· abgerufen 2026-10-11
  4. [4]Schöner Wohnen Farbe: Technisches Merkblatt Designfarben (TM 9491)· abgerufen 2026-10-11
  5. [5]Caparol: Technische Information Nr. 343 CapaTrend (Stand 05/2025)· abgerufen 2026-10-11
  6. [6]MissPompadour: Technisches Datenblatt Stark und Schimmernd (09.07.2025)· abgerufen 2026-10-11
  7. [7]Remmers: Technisches Merkblatt HK-Lasur 2250· abgerufen 2026-10-11
  8. [8]Brillux: Impredur Seidenmattlack 880, Produktseite mit Praxismerkblatt· abgerufen 2026-10-11

Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.

Änderungen an diesem Beitrag

  1. 2026-10-11Querverweise im Cluster ergänzt: Übersichtsseite im Abschnitt zur Zuordnung der Angaben je Gerät, Reinigungsratgeber im Abschnitt zu Grund- und Schlussanstrich, Ratgeber Sprühen oder Rollen im Schlussabschnitt.
  2. 2026-10-11Ersterstellung. 24 technische Merkblätter von Wandfarben, Lasuren und Lacken auf Spritzverfahren, Verdünnung, Spritzdaten und Viskosität ausgewertet, Wassermenge und Mischung je Quadratmeter aus Ergiebigkeit und Dichte vorgerechnet.

Das Veröffentlichungsdatum bleibt bei Korrekturen unverändert. Wie mit Fehlern umgegangen wird, steht auf Korrekturen.