Ratgeber
Tragkraft im Regal: Fachlast, Feldlast und was Ordner wiegen
Von 14 Ratgeberseiten vertauscht eine Fach- und Feldlast. Mit Datenblättern gerechnet: Volle Ordner überladen BILLY, IVAR 83 × 30 und KALLAX knapp.
- Veröffentlicht
- 2026-10-25
- Zuletzt geändert
- geändert 2026-10-27
- Zuletzt geprüft
- geprüft 2026-10-25
- Verfasst von
- Fachbereich Regale
Was versteht man unter dem Begriff Feldlast? Die Last im Regal oder die Grenze dafür
Wer „regal tragkraft“ in ein Suchfeld tippt, bekommt keinen einzigen Vorschlag. Weder Amazon noch DuckDuckGo ergänzen die beiden Wörter, auch nicht, wenn man einen Buchstaben anhängt. Gefragt wird trotzdem, nur mit anderen Wörtern. In der Autovervollständigung stehen „was bedeutet fachlast“, „feldlast regal berechnen“ und „welche maximale traglast hat ein regal“. Eine Frage klingt fast wie aus einer Prüfung: „was versteht man unter dem begriff feldlast“.
Die Antwort steht in der DGUV-Information 208-061 der gesetzlichen Unfallversicherung, und sie ist kurz. Fachlast heißt dort, was sich in ein Fach einbringen lässt. Feldlast heißt die Summe der Fachlasten eines Feldes, gerechnet meist mit gleichmäßig verteilter Last. Ein Feld reicht von Ständer zu Ständer, so beschreiben es TOPREGAL und regalbedarf auf ihren Ratgeberseiten. Welche dieser Größen Steckregal und Würfelregal im Angebot überhaupt nennen, ordnet die Übersicht über alle Regalsysteme nach Bauart.
Genau gelesen beschreiben beide Wörter zuerst eine Menge, die im Regal liegt. Zur Grenze werden sie erst mit dem Zusatz „zulässig“. Im selben Abschnitt verlangt die DGUV nämlich, dass am Regal die zulässigen Fach- und Feldlasten stehen. Die zulässige Feldlast ist damit eine eigene Zahl, die der Hersteller aus Stützen, Rahmen und Aussteifung bestimmt. Sie muss nicht das Produkt aus Fachlast und Bodenzahl sein.
Also beginnt die Verwechslung beim Weglassen eines Wortes. Wer „Feldlast 875 kg“ auf einem Etikett liest, liest eine Grenze. Liest man dagegen im Ratgeber, die Feldlast sei die Summe der Fachlasten, ist das die Definition einer Menge. Leicht hält man sie für eine Rechenregel. Wann ein Betrieb seine Regale beschriften muss, beschreibt der Stahlregal-Vergleich mit den Schwellen von 200 und 1.000 kg für das Lastschild. Diese Seite rechnet etwas anderes aus: was ein Fach mit Ordnern, Kästen, Dosen oder Büchern tatsächlich wiegt.
Gedacht ist die DGUV-Schrift für Hersteller und Betreiber von Lagereinrichtungen, nicht für Haushalte. Für die Begriffe ist sie trotzdem die beste frei lesbare Quelle, denn sie legt fest, was die Wörter auf einem Lastschild bedeuten. Im Handel tauchen dieselben Wörter auf, nur ohne diese Festlegung. Wie weit die Auslegungen auseinandergehen, zeigt ein Blick auf die Seiten, die eine Suchmaschine zu „regal tragkraft“ als Erstes anbietet.
Fachlast und Feldlast erklärt: 14 Ratgeberseiten der Websuche im Abgleich
Am späten Abend des 24.10.2026 lieferte DuckDuckGo zu „regal tragkraft“ 25 Treffer außerhalb der Anzeigen. Ausgewertet wurden sie nach der Arbeitsweise für Auszählungen auf kritero, jede Seite vollständig gelesen. Fast alle stammen aus der Lagertechnik. Es schreiben Händler von Fachboden-, Schwerlast- und Palettenregalen, ein Anbieter von Massivholzregalen nach Maß, ein Verpackungshändler und ein Wiki über Etiketten.
14 dieser Seiten erklären mindestens einen der Lastbegriffe. Zwei weitere geben die Unfallversicherung wieder: die DGUV-Information 208-043 „Sicherheit von Regalen“ selbst und KomNet, das Auskunftsportal der Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen. Der Rest sind zwei Rechner ohne Begriffsklärung, ein Forum, ein Händler für Transportrollen, eine Berechnungsregel für Regalbediengeräte, drei Shopseiten ohne Definition und eine Seite, die nicht antwortete.
| Aussage | Seiten |
|---|---|
| Fachlast an gleichmäßige Verteilung gebunden | 6 |
| Feldlast überhaupt erklärt | 10 |
| Feldlast als eigene Grenze, nicht gleich der Summe der Fachlasten | 5 |
| Feldlast als Summe der Fachlasten plus Eigengewicht der Böden | 1 |
| Last des ganzen Regals als Summe oder Produkt der Fachlasten, ohne das Wort Feldlast | 2 |
| Fach- und Feldlast vertauscht | 1 |
| Punktlast als schweres Stück im Fach | 4 |
| Punktlast als Druck unter dem Regalfuß | 2 |
| Zahl für die Punktlast | 1, mit zwei Regeln |
| Eigengewicht ausdrücklich ausgeschlossen oder eingerechnet | 2 gegen 1 |
Auffällig ist weniger, dass einzelne Seiten irren. Mehr fällt auf, dass Nachbarn sich widersprechen, sogar innerhalb eines Shops. Auf der Planungsseite von Kreckler ist die Feldlast ausdrücklich nicht einfach die Summe der Fachlasten, die Rechenseite desselben Shops nennt sie die Summe aller Fachlasten plus das Eigengewicht der Böden. Noch weiter geht etikettenwissen. Die Seite vertauscht die Wörter: Feldlast gilt dort für den einzelnen Regalboden, Fachlast für das ganze Regal, und folgerichtig soll die maximale Feldlast an die einzelnen Fächer geklebt werden.
Für jemanden, der zu Hause ein Regal einräumen will, folgt daraus eine nüchterne Regel. Das Wort im Ratgeber trägt wenig, die Zahl des Herstellers mit ihrem Bezug dagegen viel. Steht „je Boden“ oder „je Ebene“ dabei, ist es eine Fachlast. Bei „gesamt“ oder einer Zahl im Titel ohne Zusatz gehört sie fast immer zum ganzen Regal. Und wo nur eine Zahl genannt wird, fehlt eine der beiden Grenzen.
Eines tut keine der 14 Seiten: ein Gewicht für das nennen, was im Regal liegt. Ordner und Kartons kommen bei begra als Beispiel vor, Bücher und Aktenordner bei regale.berlin. Ein Gewicht steht nirgends dabei. Kreckler rechnet sein Beispiel mit einem Einzelstück von 90 kg und der Viertel-Regel und kommt so auf eine Fachlast von mindestens 360 kg. Wer zu Hause einräumt, muss die Gewichte anderswo suchen. Diese Seite trägt sie weiter unten aus Datenblättern zusammen.
Feldlast berechnen: warum die zulässige Grenze unter der Summe der Böden liegen kann
„feldlast berechnen“ und „feldlast berechnung formel“ stehen in der Autovervollständigung. Eine Formel für die zulässige Feldlast gibt es für Käufer nicht. Sie ist das Ergebnis der statischen Bemessung beim Hersteller und hängt an Teilen, die man im Keller nicht nachmessen kann: Stützenprofil, Rahmen, Verbände, Abstand der Böden. Rechnen lässt sich nur die vorhandene Feldlast. Das ist die Summe dessen, was auf allen Böden liegt, und die hält man gegen die Angabe.
begra, ein Händler für Lagertechnik, rechnet dazu ein Beispiel vor. Ein Fachbodenregal hat fünf Ebenen zu je 150 kg, rechnerisch also 750 kg, zulässig sind laut Hersteller aber nur 600 kg. Dasselbe Muster zeigt im Stahlregal-Vergleich der Taurus XL mit sieben Böden zu je 250 kg, dessen Gesamtlast bei 1.250 kg endet. In beiden Fällen ist jeder einzelne Boden in Ordnung. Das Regal als Ganzes wäre trotzdem überladen.
Woran das liegt, deutet die DGUV-Information 208-043 an. Die Angaben zur Tragfähigkeit müssen zu den vorhandenen Feldweiten, den Fachhöhen und gegebenenfalls zur Zahl der Felder passen. Wer daran etwas ändert, kann die Tragfähigkeit erheblich beeinflussen. Für Regale ohne aussteifende Verbände nennt die Schrift je nach Bauart eine Minderung um bis zu 30 Prozent, wenn weniger als vier Felder zusammenstehen. Kreckler gibt für eine Zweierzeile aus der Anleitung von SCHULTE 90 Prozent der Katalog-Feldlast an. Gelesen hat diese Seite die Anleitung selbst nicht.
Für ein einzelnes Kellerregal folgt daraus zweierlei. Erstens gilt die Gesamtlast für das Regal so, wie es verkauft wird, mit dieser Zahl Böden in diesen Abständen. Wer Böden herausnimmt, um hohe Kästen unterzubringen, oder mehrere Regale zu einer Reihe verbindet, verändert die Grundlage der Zahl. begra schreibt das für versetzte, ergänzte und entfernte Ebenen ausdrücklich. Zweitens ist Fachlast mal Bodenzahl keine sichere Annahme, wo der Hersteller gar keine Gesamtlast nennt. Dann bleibt die Nachfrage.
Wie ernst Betriebe das nehmen müssen, zeigt die DGUV-Information 208-043. Nach der Betriebssicherheitsverordnung wird ein Regal vor der ersten Verwendung geprüft, grundsätzlich nach jeder Montage und vor allem darauf, ob es nach den Vorgaben des Herstellers steht. Bei Palettenregalen verlangt die Norm DIN EN 15512 zudem das höchste Gewicht der Ladeeinheit und die höchste Feldlast als Angabe. Die Fachlast ist dort nicht mehr zwingend. In der Lagertechnik ist die Feldlast also die Hauptzahl. Bei Haushaltsregalen steht sie meist als Gesamtlast im Titel, ohne dass das Wort fällt.
Was bedeutet Punktlast? Ein schweres Stück im Fach oder der Druck unter dem Regalfuß
Bei der Punktlast zerfällt die Suche in zwei Welten. In der Autovervollständigung stehen „punktlast regal berechnen“ und „punktlast auf fläche verteilen“ gleich neben „punktlast estrich“, „punktlast doppelboden“ und „punktlast gabelstapler“. Gemeint ist einmal, was auf dem Boden eines Fachs liegt. Das andere Mal geht es um den Fußboden unter dem Regal.
Die DGUV-Information 208-043 meint das Erste. Sie beschreibt eine Punktlast in der Mitte des Regalfachs, also ein einzelnes schweres Stück anstelle einer verteilten Ladung. So verstehen es auch vier der 14 Ratgeberseiten. TOPREGAL dagegen versteht unter Punktlast die Kräfte, die punktförmig auf den Fußboden wirken. Auf der Planungsseite von Kreckler wird bei Palettenregalen mit Fußplatten von 80 bis 100 cm² und bis zu 7 bis 8 Tonnen je Stützenfuß gerechnet.
Beide Bedeutungen haben ihren Platz, nur an verschiedenen Stellen. Die erste entscheidet über den Boden des Fachs. Über den Fußboden des Raums entscheidet die zweite, sobald ein voll beladenes Regal auf vier kleinen Füßen auf Vinyl, Laminat oder Teppichfliesen steht. Dort zählt die Fläche unter jedem Fuß. Ein Kellerregal mit 875 kg Gesamtlast bringt voll und gleichmäßig beladen rechnerisch gut 200 kg auf jeden seiner vier Füße, und die Fläche darunter misst man am besten selbst.
Wer in einem Ratgeber „Punktlast“ liest, fragt deshalb zuerst: wo? Danach hängt die Rechnung an zwei verschiedenen Grenzen, an der Fachlast des Bodens oder an der Belastbarkeit des Fußbodens. Diese Seite behandelt die erste. Für die zweite sind der Bodenbelag und sein Hersteller zuständig, nicht das Regal. Und ein Ratgeber, der die beiden Bedeutungen nicht trennt, gibt auf keine der beiden Fragen eine brauchbare Antwort.
Punktlast im Regal berechnen: nur die halbe Fachlast für ein Stück in der Mitte
Belegt ist die Regel in der DGUV-Information 208-043 vom Juni 2020. Bemessen wird ein Regalfach für eine reine Streckenlast, also für Gewicht, das sich über die ganze Länge verteilt. Liegt dasselbe Gewicht als Punktlast in der Mitte, verdoppelt sich die Biegespannung in der Mitte des Trägers. Dann darf nur noch die halbe Fachlast hinein.
Die Schrift gibt dazu einen Auszug aus der Norm DIN EN 15512 wieder, mit Beiwerten je Belastungsmuster. Unten sind sie für ein Steckregal mit 175 kg je Boden und für einen BILLY-Boden mit 30 kg ausgerechnet.
| Lastbild | Beiwert | bei 175 kg | bei 30 kg |
|---|---|---|---|
| gleichmäßig über die ganze Länge | 1,0 | 175 kg | 30 kg |
| drei gleiche Lasten in den Viertelpunkten | 1,33 | zusammen rund 132 kg | zusammen rund 22,6 kg |
| eine Last in der Mitte | 2,0 | 87,5 kg | 15 kg |
Kreckler leitet dieselbe Halbierung aus der Balkenrechnung her. Eine mittige Einzellast erzeugt mit P·L/4 das doppelte Biegemoment einer gleich schweren, verteilten Last mit q·L²/8. Auf derselben Seite steht aber auch eine Faustregel, nach der eine Punktlast höchstens ein Viertel der Fachlast betragen soll. Woher das Viertel kommt, sagt die Seite nicht. Begründet ist die Hälfte, vorsichtiger das Viertel.
Die Übertragung auf ein Haushaltsregal ist eine Annahme dieser Seite. Gemeint sind bei der DGUV Träger in Palettenregalen; ein Fachboden, der an seinen beiden Enden aufliegt, folgt aber derselben Balkenrechnung. Auf einem Steckregal mit 175 kg je Boden darf eine Kiste Fliesen in der Mitte danach höchstens 87,5 kg wiegen. Beim IVAR-Boden mit 35 kg sind es 17,5 kg.
Zwei Einschränkungen bleiben. Hat der Boden eine Mittelstrebe, halbiert sie die Spannweite, und die Rechnung beginnt neu. Für eine Last direkt über dem Auflager fehlt ein Beiwert. Dort ist das Biegemoment kleiner, eine Zahl dafür gibt aber keine der gelesenen Quellen.
Punktlast in Flächenlast umrechnen: wann Kisten als gleichmäßig verteilt gelten
Gleichmäßig verteilt heißt nicht, dass etwas flach liegen muss. Die DGUV-Information 208-043 behandelt gleichmäßig beladene Paletten näherungsweise als Streckenlast. Übertragen auf ein Fach zu Hause liegen Kisten, die den Boden nebeneinander von Seite zu Seite füllen, ebenfalls nahe an der verteilten Last. Ein einzelner Karton in der Mitte tut es nicht, auch wenn er groß ist.
Umrechnen lässt sich das über die Fläche. Ein voller Getränkekasten mit zwölf Glasflaschen zu 0,75 Litern wiegt nach dem Datenblatt von Fachingen 17,2 kg und steht auf 40 × 26,6 cm. Das sind rund 162 kg je Quadratmeter Standfläche. Drei solche Kästen nebeneinander bedecken einen 90 cm breiten und 40 cm tiefen Boden zu fast neun Zehnteln und bringen 51,6 kg auf ihn. Als Lastbild ist das eine verteilte Last.
Dieselbe Rechnung funktioniert für den Boden. Auf einem IVAR-Boden von 83 × 50 cm verteilen sich 45 kg Fachlast auf 0,415 m², also rund 108 kg je Quadratmeter. Getränkekästen bringen 162 kg auf jeden bedeckten Quadratmeter. Für diesen Boden ist schon eine Lage zu schwer. Der 30 cm tiefe IVAR-Boden kommt auf rund 141 kg je Quadratmeter, ein Steckregal-Boden mit 175 kg auf 90 × 40 cm auf rund 486.
Zwei Kästen links und rechts mit einer Lücke in der Mitte sind ein anderes Bild. Für diesen Fall nennt die Tabelle der DGUV keinen eigenen Wert. Wer unsicher ist, schiebt die Kästen zusammen oder füllt die Lücke, dann gilt wieder der Beiwert 1,0. Eine einzelne Werkzeugkiste genau in der Mitte ist dagegen die Einzellast aus dem Abschnitt davor, mit dem Beiwert 2,0.
Was die Hersteller von Haushaltsregalen über Stoßlasten und schwere Einzelstücke schreiben, hat der Stahlregal-Vergleich in seinen Hinweisen aus den Anleitungen zu punktuellen Lasten gesammelt. Bei begra und Kreckler kommt die Lastverteilplatte hinzu, eine Platte unter dem schweren Stück, die sein Gewicht auf die Auflager des Bodens bringt. Wie dick sie sein muss, sagen beide nicht.
Wie viel kg sind 1 kN? Newton, Kilogramm und Wichte auf dem Weg zur Regallast
Lastschilder rechnen in Kilogramm, Dübel und Normen in Kilonewton. Entsprechend fragt die Autovervollständigung „wie viel kg sind 1 kn“ und „100 kg sind wieviel kn“. Die DGUV-Information 208-061 rechnet es in einem eigenen Beispiel vor: 66 kg erzeugen bei 9,81 Metern je Sekundenquadrat eine Gewichtskraft von 647 Newton, die Schrift rundet mit 10 auf 660. Ein Kilonewton entspricht damit rund 102 kg. 100 kg sind 0,98 kN.
Im Alltag rundet man auf 100 kg je Kilonewton. Wichtig wird die Umrechnung an der Wand, weil Dübelhersteller ihre Werte in Kilonewton angeben. Nachzulesen sind die Lastwerte der Dübel in Kilonewton im Ratgeber zur Wandbefestigung. Ein Dübel mit 0,4 kN hält rund 40 kg, nicht 400.
Die zweite Einheit dieser Seite ist die Wichte. Mit ihr gibt die Lastnorm für Gebäude, DIN EN 1991-1-1, in Kilonewton je Kubikmeter an, wie schwer Lagergut je Raumeinheit ist. Für Getränke, Milch und Süßwasser nennt sie 10,0 kN/m³, umgerechnet rund 1.020 kg je Kubikmeter oder gut ein Kilogramm je Liter. Bücher und Akten liegen bei 6,0 kN/m³, rund 610 kg. Im Regal rechnet man einfacher mit einer Faustzahl: 1 kN/m³ entspricht rund 0,1 kg je Liter, aus 6,0 kN/m³ werden so gut 0,6 kg je Liter. Wie man damit ein Fach abschätzt, folgt weiter unten.
Nutzlast, Traglast, Belastbarkeit: welches Wort auf welche Last zeigt
Neben Fach- und Feldlast kursieren mehr Wörter, als ein Regal Lasten hat. Die DGUV-Information 208-061 selbst spricht an zwei Stellen von der zulässigen Nutzlast. Unter ihr darf sich ein tragendes Element nur begrenzt durchbiegen, und gegen Bruch muss eine Lagereinrichtung das Doppelte der Summe aus Nutzlasten und Eigengewichten aushalten. Nutzlast ist dort das Gewicht, für das das Regal gebaut ist, ohne sein eigenes.
In den Ratgebern verschwimmt das. rajapack nennt Nutzlast und Traglast Kunstbegriffe, die je nach Zusammenhang die Fach- oder die Feldlast meinen. Bei master-rax ist die Traglast ein Oberbegriff, der sich aus der Summe der Fachlasten ergibt, wobei die Konstruktion mitspiele. TOPREGAL lässt sie je Fachboden oder je Regalrahmen gelten. IKEA schreibt „Belastung“ auf seinen Produktseiten mal mit dem Zusatz „/Regalboden“, mal ohne: beim IVAR-Boden von 83 × 50 cm mit, bei dem von 83 × 30 cm ohne.
Wie viele Lasten ein einziges Ding haben kann, zeigt ein Werkzeugkoffer. Das Datenblatt der L-BOXX 136 nennt vier Werte: Der Deckel ist bis 100 kg belastbar, die Beladungskapazität beträgt 25 kg, der Frontgriff trägt 25 kg und der Tragegriff 40 kg. Wer „Belastbarkeit 100 kg“ liest und den Koffer danach füllt, hat den Deckel mit dem Inhalt verwechselt.
Bei Wandschienen ist es noch verwickelter. Dort bezieht sich dieselbe Zahl je nach Anbieter auf 20 cm Schiene, einen Träger, ein Trägerpaar oder einen Boden, wie der Vergleich der Wandregalsysteme mit seiner Liste der fünf Bezüge einer Lastzahl an der Schiene ausgezählt hat. Für alle Fälle gilt eine schlichte Regel: Ein Wort ohne Bezug ist keine Angabe. Erst „je Boden“, „je Feld“ oder „je Träger“ macht eine daraus.
Unterschied zwischen Fachlast und Feldlast: elf Begriffe in einer Tabelle
Die Tabelle legt die Wörter nebeneinander: wie sie in den beiden DGUV-Schriften stehen, wie Ratgeber und Angebote sie verwenden und was man am eigenen Regal daraus macht. Sie funktioniert auch ohne den Rest dieser Seite. Wer ein Etikett, eine Anleitung oder ein Angebot vor sich hat, sucht das Wort in der linken Spalte und liest nach rechts.
| Begriff | Bei der DGUV | In Ratgebern und Angeboten | Am eigenen Regal |
|---|---|---|---|
| Fachlast | was sich in ein Fach einbringen lässt | meist die Grenze je Boden | Gewicht auf einem Boden zusammenzählen |
| zulässige Fachlast | Angabe am Regal; Ausnahme für kleine Lasten | „je Boden“, „je Ebene“, „Belastung/Regalboden“ | den kleinsten genannten Wert nehmen |
| Feldlast | Summe der Fachlasten eines Feldes | mal Summe, mal Grenze, einmal vertauscht | alle Böden eines Feldes addieren |
| zulässige Feldlast | eigene Angabe neben der Fachlast | „Gesamtlast“ oder Zahl im Titel | nicht aus Fachlast mal Böden ableiten |
| Nutzlast | Last, für die gebaut ist, ohne Eigengewicht | Synonym für Fach- oder Feldlast | den Bezug suchen |
| Traglast, Tragkraft | nicht verwendet, dort heißt es Tragfähigkeit | Oberbegriff ohne festen Bezug | klären: je Boden oder gesamt |
| Belastbarkeit | nur für die Aufstellfläche, also den Fußboden | bei IKEA je Regalboden, bei Koffern für den Deckel | fragen, wessen Belastbarkeit gemeint ist |
| Punktlast, Einzellast | Last in der Fachmitte, Beiwert 2,0 | auch Druck unter dem Regalfuß | Lage des schwersten Stücks prüfen |
| Streckenlast, gleichmäßig verteilt | Grundlage der Bemessung | Bedingung, oft nur in der Anleitung | das Fach von Seite zu Seite füllen |
| Ladeeinheit | statt Fachlast: Zahl je Fach und Höchstlast | bei Haushaltsregalen kaum verwendet | Kiste oder Koffer als Einheit zählen |
| Eigengewicht | getrennt von der Nutzlast geführt | mal eingerechnet, mal nicht | Behälter zählen mit, der Boden nicht |
Die Spalte „Bei der DGUV“ steht hier, weil sie die Begriffe festlegt, gegen die sich alle anderen Spalten lesen lassen. Eine Zeile verdient einen zweiten Blick. Statt der Fachlast darf ein Betrieb auch anschreiben, wie viele Ladeeinheiten in ein Fach dürfen und wie schwer jede höchstens sein darf. Für ein Kellerregal mit Getränkekästen oder Werkzeugkoffern wäre das die verständlichere Angabe, denn sie spricht in der Einheit, in der eingeräumt wird.
Welche maximale Traglast hat ein Regal, und wie viel Reserve steckt in der Zahl?
Hinter der Frage aus der Autovervollständigung steht oft eine zweite: Bricht ein Regal schon bei einem Kilo mehr? Für Lagereinrichtungen in Betrieben beantwortet das die DGUV-Information 208-061. Gegen Bruch muss eine Lagereinrichtung mindestens das Zweifache der vorgesehenen Belastung aushalten, gerechnet aus den zulässigen Nutzlasten und den Eigengewichten.
Dazu kommen Kräfte, die beim Einräumen von der Seite wirken. Bei Regalen, die von Hand beladen werden, setzt die DGUV eine Horizontalkraft von einem Zweihundertstel der Gewichtskraft der Fachlast an und zusätzlich 50 Newton an der kritischsten Stelle. Im Beispiel der Schrift ergeben 60 kg Fachlast und 6 kg Eigengewicht 66 kg, rund 660 Newton und daraus 3,3 Newton. Die 50 Newton, das Gewicht von gut fünf Kilogramm, sind also das Größere.
Für ein Haushaltsregal ist keine dieser Reserven belegt. Die Unterlagen der Regale aus den drei Vergleichen dieses Clusters, 75 davon mit lesbarem Text, wurden für diese Seite noch einmal durchsucht, nach Sicherheitsfaktor, Sicherheitsbeiwert, Bruchlast und Reserve. Kein Treffer. Ob ein Steckregal, das 175 kg je Boden tragen soll, für das Doppelte gebaut ist, sagt also keiner der Hersteller.
Auf den Händlerseiten der Websuche liest man anderes. Kreckler empfiehlt, 20 bis 30 Prozent Reserve für künftige Nutzung einzuplanen. begra nennt für Palettenregale nach DIN EN 15512 einen Sicherheitsbeiwert von 1,54 zwischen rechnerischer Grenzlast und angegebener Nutzlast; nachprüfen ließ sich das ohne den Normtext nicht. Sicher ist nur so viel: Eine Reserve, die der Hersteller einrechnet, gehört der Konstruktion. Wer sie als Zusatzlast verbraucht, nimmt sie dem Regal für Stöße beim Einräumen und für eine schiefe Aufstellung.
Zählt das Eigengewicht der Böden zur Fachlast? Drei Seiten, zwei Antworten
TOPREGAL und rajapack schreiben, das Eigengewicht des Regals zähle nicht zur Feldlast. Auf der Rechenseite von Kreckler ist die Feldlast dagegen die Summe der Fachlasten plus das Eigengewicht der Böden. Die DGUV-Information 208-061 führt beides getrennt. In ihren Beispielen zu den Horizontalkräften steht die Fachlast neben dem anteiligen Eigengewicht der Lagereinrichtung, bei der Bruchsicherheit die Nutzlast neben dem Eigengewicht.
Für die Rechnung am eigenen Regal ist die Grenze leichter zu ziehen, als die Seiten vermuten lassen. Zum Ladegut gehört alles auf dem Boden, samt Behälter. Ein Leitz-Ordner wiegt leer 0,53 kg, ein Getränkekasten von Fachingen ohne Flaschen 1,8 kg, eine leere L-BOXX 136 2,2 kg. Das sind keine Rundungsfehler. Bei einem Kasten mit zwölf Glasflaschen sind von 17,2 kg nur 9 kg Wasser, 8,2 kg wiegt der Kasten samt Leergut.
Der Boden selbst gehört nicht dazu, jedenfalls nach TOPREGAL und rajapack. Sein Gewicht lässt sich abschätzen: Ein BILLY-Boden ist nach IKEA eine Spanplatte von 76 × 26 × 2 cm. Mit der Wichte von Spanplatten nach DIN EN 1991-1-1, 7,0 bis 8,0 kN/m³, wiegt er 2,8 bis 3,2 kg. Ob IKEAs 30 kg zusätzlich dazu gelten, sagt die Produktseite nicht.
Bei einem Steckregal aus Stahl fällt das kaum ins Gewicht. Fünf MDF-Böden von 4 mm auf 90 × 40 cm, wie sie der Stahlregal-Vergleich bei Juskys gefunden hat, wiegen mit der Wichte von MDF, 8,0 kN/m³, zusammen knapp 6 kg. Gegen 875 kg Gesamtlast ist das weniger als ein Prozent. Wichtig ist die Frage nur bei massiven Böden aus Holz und bei schmalen Fachlasten wie den 13 kg eines KALLAX-Fachs. Ob solche dünnen MDF-Böden im feuchten Keller aufquellen und welche Platte dort gedacht ist, steht im Abschnitt über Holzwerkstoffböden im Ratgeber zum feuchten Keller.
Gewicht voller Ordner, Getränkekasten, Konservendose: was das Ladegut wiegt
Gewichte stehen selten dort, wo man sie braucht. Die Autovervollständigung fragt nach „gewicht voller ordner“, „bierkasten gewicht voll“ und „gewicht voller wasserkasten“. Im Stahlregal-Vergleich blieb das Wiegen noch dem Leser überlassen. Für sechs häufige Dinge im Regal gibt es Herstellerangaben, aus denen sich das Gewicht im vollen Zustand ergibt.
| Ladegut | voll | Maße | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Leitz-Ordner A4, 8 cm Rücken | 3,53 kg | 8,1 × 31,8 × 28,5 cm | 0,53 kg leer, 600 Blatt zu 5 g |
| Glaskasten 12 × 0,75 l | 17,2 kg | 40 × 26,6 × 33 cm | Datenblatt Fachingen |
| Glaskasten 6 × 0,75 l | 8,9 kg | 30 × 20 × 33 cm | Datenblatt Fachingen |
| Konservendose 850 ml | rund 0,93 kg | 9,9 cm Durchmesser, 11,9 cm hoch | 84 g leer, Inhalt wie Wasser |
| L-BOXX 136, voll beladen | 27,2 kg | 44,5 × 35,8 × 15,2 cm | 2,2 kg leer, 25 kg Beladung |
| Wandfarbe, 10 Liter | 14,5 bis 15,5 kg | Eimer ohne Maßangabe | Dichte 1,45 bis 1,55 g/cm³ |
| Bücher und Akten | 610 bis 870 kg/m³ | je nach Reihe | DIN EN 1991-1-1, Tabelle A.12 |
Beim Ordner ergibt sich das Gewicht aus zwei Angaben. Leitz nennt für den Qualitäts-Ordner 180° mit breitem Rücken 600 Blatt Fassungsvermögen bei 80 g/m² und 0,53 kg Eigengewicht. Ein Blatt A4 ist ein Sechzehntel Quadratmeter und wiegt bei dieser Grammatur 5 g, so rechnet es die Lernseite EinFach von ZFA Medien zu den DIN-Papierformaten vor. 600 Blatt sind 3 kg, der volle Ordner wiegt 3,53 kg.
Den Kasten kann man beim Handel gegenprüfen. Ein Getränkehändler führt den Kasten Frankenbrunnen mit zwölf 0,7-Liter-Glasflaschen mit 17,0 kg samt Verpackung. Gut 17 kg sind es also, gleich welche Quelle. Für einen Bierkasten mit zwanzig Halbliterflaschen lag kein Datenblatt vor; wer ihn einräumt, stellt ihn einmal auf die Personenwaage.
Drei Annahmen stecken in der Tabelle. Voll heißt beim Ordner 600 Blatt Normalpapier; schwereres Papier, Hüllen und Register machen ihn schwerer, ein halb gefüllter ist leichter. Bei der Dose ist der Inhalt so schwer angenommen wie Wasser. Nicht gewogen sind der Deckel der Dose und der Eimer der Farbe. Und für Bücher gibt es keine Stückzahl, nur eine Wichte, die je nach Reihe ein anderes Gewicht ergibt.
Wie viel kg hat ein Liter Regalfach? Dichte von Akten, Kästen und Büchern
Für eine schnelle Abschätzung reicht eine Zahl: wie viel ein Liter Fach wiegt, wenn er gefüllt ist. Aus den Maßen der Tabelle ergibt sie sich direkt. Ein Leitz-Ordner nimmt 7,3 Liter Raum ein und wiegt 3,53 kg, also 0,48 kg je Liter. Beim Glaskasten sind es knapp 0,49. Eine Lage Dosen auf einem IVAR-Boden kommt auf 0,76 kg je Liter, eine voll beladene L-BOXX auf 1,12.
Die Lastnorm für Gebäude rechnet für Bücher und Akten mit 6,0 kN/m³, rund 0,61 kg je Liter, und für dicht gelagerte mit 8,5 kN/m³, rund 0,87 kg je Liter. Ordner und Kästen liegen nach den Datenblättern darunter. Das passt zusammen. Die Norm soll eine Geschossdecke sicher bemessen, nicht ein einzelnes Fach genau beschreiben, und ein Ordner enthält Luft, Pappe und eine Mechanik.
Umgekehrt gerechnet zeigt die Zahl, wann ein Fach überladen sein kann. Man teilt die Fachlast durch den Raum, den man füllen will. Ein IVAR-Boden von 83 × 30 cm bietet bei angenommenen 33 cm Höhe rund 82 Liter. 35 kg darauf sind 0,43 kg je Liter. Der Boden eines Steckregals mit 90 × 40 cm und angenommenen 40 cm Höhe bietet 144 Liter für 175 kg, rund 1,2 kg je Liter. Das ist mehr als bei jedem Ladegut der Tabelle außer Wandfarbe.
Diese Abkürzung hat eine klare Richtung. Liegt die Dichte des Ladeguts unter dieser Grenzdichte, ist das Fach nicht überladen, selbst wenn man es bis unter den nächsten Boden vollstellt. Wo sie darüber liegt, wie bei Ordnern im IVAR, rechnet man nach Stückzahl genau nach. Für Einzelstücke taugt sie nicht. Dort zählt das Lastbild, nicht der Raum.
Über jeder Grenzdichte dieser Seite liegt ein Ladegut: Wandfarbe. Meffert nennt für seine Innendispersion SuperNova eine Dichte von rund 1,55 g/cm³, Schöner Wohnen für die Trendfarbe 1,45 bis 1,5. Jeder Liter wiegt also rund anderthalb Kilogramm. Zehn Liter, ein üblicher Eimer, wiegen ohne die Verpackung 14,5 bis 15,5 kg. Dem Gewicht nach dürfen auf einen Boden mit 175 kg elf bis zwölf solche Eimer. Auf einem IVAR-Boden mit 45 kg sind es zwei bis drei. Hier entscheidet nicht der Raum, sondern die Zahl der Eimer.
Aktenordner im Regal: wie viele ein BILLY-, IVAR- oder KALLAX-Boden trägt
Ein Ordner mit 8 cm Rücken braucht 8,1 cm Platz und wiegt voll 3,53 kg. Auf einen Meter Boden passen zwölf, zusammen 42,4 kg. Mit dieser Zahl lassen sich die Fachlasten der Hersteller direkt prüfen, und die Fragen nach „ikea billy regal belastbarkeit“ und „ikea kallax belastbarkeit“ aus der Autovervollständigung bekommen eine Antwort in Kilogramm.
| Boden | Ordner | Gewicht | erlaubt |
|---|---|---|---|
| KALLAX-Fach, Einsätze 33 × 33 cm | 4 | 14,1 kg | 13 kg |
| BILLY-Boden 76 × 26 cm | 9 | 31,8 kg | 30 kg |
| IVAR-Boden 42 × 30 cm | 5 | 17,7 kg | 18 kg |
| IVAR-Boden 83 × 30 cm | 10 | 35,3 kg | 35 kg |
| IVAR-Boden 83 × 50 cm | 10 | 35,3 kg | 45 kg |
| Holzboden von Regalraum, je Meter | 12 | 42,4 kg | 40 kg |
| Steckregal 90 × 40 cm | 11 | 38,8 kg | 175 kg |
Das Ergebnis fällt anders aus, als man erwarten würde. Die Wohnregale von IKEA sind mit vollen Ordnern ausgelastet oder überladen, bis auf den tiefen IVAR-Boden. Ein KALLAX-Fach liegt um gut ein Kilogramm darüber, ein BILLY-Boden um knapp zwei, ein IVAR-Boden von 83 × 30 cm um 0,3 kg. Das Stahlregal nutzt mit ihnen gut ein Fünftel seiner Fachlast.
Dahinter steckt kein Rechenfehler, sondern Bauart. Für den BILLY-Boden nennt IKEA Spanplatte, für KALLAX Spanplatte, Hartfaserplatte und eine Füllung aus Papierwaben, IVAR-Böden sind 1,8 cm Kiefer. Die Steckregale des Stahlregal-Vergleichs haben Gestelle aus Stahl, oft mit einer Strebe unter jedem Boden. Im Alltag ist der Abstand klein: Acht Ordner auf dem BILLY-Boden wiegen 28,2 kg, drei im KALLAX-Fach 10,6 kg, neun auf dem IVAR-Boden 31,8 kg. Mit einem Ordner weniger je Boden hält man die Angabe ein.
Beim BILLY-Boden kommt eine Kleinigkeit hinzu. Der Ordner ist 28,5 cm tief, der Boden 26 cm. Er steht also 2,5 cm über, und ob die 30 kg auch für eine überstehende Last gelten, sagt IKEA nicht. Für Ordner an der Wand zählen dagegen Träger und Schiene, deren Werte der Fall Arbeitszimmer mit Ordnern an schmalen Schienen nennt.
Bücherregal und Belastbarkeit: wie schwer ein Meter Taschenbücher oder Bildbände wird
Für Bücher gibt es kein Datenblatt, das für alle gilt. Ein Taschenbuch und ein Bildband haben wenig gemeinsam außer dem Papier. Zur Abschätzung bleibt die Wichte der Lastnorm: 6,0 kN/m³ für Bücher und Akten, 8,5 kN/m³ für dicht gelagerte. Mit dem Querschnitt einer Buchreihe multipliziert ergibt das ein Gewicht je Meter.
| Reihe, Höhe × Tiefe | je Meter | BILLY, 76 cm | IVAR, 83 cm |
|---|---|---|---|
| Taschenbücher, 19 × 12 cm | 14 bis 20 kg | 11 bis 15 kg | 12 bis 16 kg |
| gebundene Romane, 24 × 16 cm | 24 bis 33 kg | 18 bis 25 kg | 20 bis 28 kg |
| Bildbände, 30 × 24 cm | 44 bis 62 kg | 34 bis 47 kg | 37 bis 52 kg |
Gegen die Angaben gehalten, sind Taschenbücher in einer Reihe für BILLY mit 30 kg und IVAR mit 35 kg kein Problem. Zwei Reihen hintereinander auf dem 26 cm tiefen BILLY-Boden kommen auf 21 bis 30 kg und damit an die Grenze. Gebundene Romane bleiben in einer Reihe darunter. Bildbände im Format der Tabelle überschreiten beide Böden schon mit der niedrigeren Wichte.
Angenommen sind hier die Querschnitte und eine dicht gefüllte Reihe. Wer es genau wissen will, wiegt zehn Bücher aus einer Reihe, misst ihre Breite und rechnet hoch. Für Böden aus Massivholz nennt der Anbieter regale.berlin Faustwerte statt Kilogramm. Bis etwa 60 cm Spannweite genügen danach 20 mm Stärke auch für Bücher, bei 60 bis 80 cm braucht es für schwere Lasten 30 mm, darüber 30 mm und weniger Last oder einen Zwischensteg.
Wie die Hersteller von Holzregalen ihre Lasten angeben, ordnet der Vergleich der Holzregale ein, der die Angaben je Boden auf die Bodenbreite in Metern umgerechnet hat. Dort zeigt sich, dass viele Anbieter eine einzige Zahl für alle Breiten nennen. Übertragen auf Bücher heißt das: Bei einem breiten Boden steht in der Angabe weniger Reserve, als die Zahl vermuten lässt.
Regal für Getränkekisten: wie viele volle Kästen auf einen Boden dürfen
Ein Glaskasten mit zwölf Flaschen misst 40 × 26,6 cm und ist 33 cm hoch. Auf einen 90 cm breiten und 40 cm tiefen Boden passen drei nebeneinander, längs gestellt. Zusammen wiegen sie 51,6 kg. Gemessen an einer Fachlast von 175 kg ist das weniger als ein Drittel.
Mehr als eine Lage passt in einem üblichen Kellerregal selten. Bei 180 cm Höhe und fünf gleich verteilten Böden, deren untersten SCHULTE etwa 10 cm hoch setzt, bleiben zwischen zwei Böden gut 40 cm. Eine Lage Kästen braucht 33 cm, zwei Lagen 66. Die 175 kg sind mit Getränken also nur zu erreichen, wenn man Böden herausnimmt. Genau dann ändert sich aber die Grundlage, auf der die Gesamtlast beruht.
Bei den Möbeln aus Holz ist es umgekehrt. Ein IVAR-Boden von 83 × 50 cm trägt nach IKEA 45 kg, und drei Kästen längs, die genau darauf passen, wiegen 51,6 kg. Zwei sind erlaubt. Auf den 30 cm tiefen IVAR-Boden passen zwei Kästen quer, 34,4 kg bei 35 kg Fachlast. Der kleine 6er-Kasten täuscht: Von ihm passen vier längs auf denselben Boden, und mit 35,6 kg liegen sie wieder darüber.
Wer viele Kästen lagert, braucht keine hohe Fachlast, sondern Höhe zwischen den Böden. Als einfachere Lösung hat der Stahlregal-Vergleich ein Regal nur für Getränkekisten mit Platz für sechs Kisten auf drei Ebenen beschrieben. Die Frage „getränkekisten regal stabil“ beantwortet sich mit den Zahlen dieser Seite fast von selbst: Für die Last genügt in jedem gerechneten Fall ein Stahlregal mit 175 kg je Boden, eng wird es auf Holz.
Konserven im Vorratsregal: wann die zweite Lage Dosen das Fach überlädt
Eine Dose mit 850 ml und 9,9 cm Durchmesser wiegt leer 84 g und gefüllt rund 0,93 kg, wenn der Inhalt so schwer ist wie Wasser. Das klingt nach wenig. Auf einem IVAR-Boden von 83 × 30 cm stehen aber acht nebeneinander und drei hintereinander. 24 Dosen in einer Lage wiegen 22,4 kg.
Die zweite Lage verdoppelt das. Mit 44,8 kg liegt der Boden dann deutlich über den 35 kg, die IKEA nennt. Ähnlich ist es auf einem Stahlfachboden von Element System mit 800 × 200 mm: 16 Dosen je Lage, 14,9 kg, zwei Lagen 29,9 kg bei 25 kg im Datenfeld des Angebots. Im KALLAX-Fach stehen neun Dosen je Lage, und zwei Lagen kommen auf 16,8 kg bei 13 kg.
Das Steckregal im Keller hat damit kein Problem. 36 Dosen passen auf 90 × 40 cm, drei Lagen in 40 cm Höhe, zusammen 100,9 kg bei 175 kg. Mehrere Lagen Vorräte gehören also auf Stahl. Welche Stahlfachböden an Wandschienen für die Speisekammer zum Raster passen, zeigt der Fall Vorratskeller und Speisekammer an der Wand.
Wie viel ein Vorratsregal tatsächlich aufnehmen muss, lässt sich mit den Empfehlungen der Behörden ausrechnen. Zu einem Vorrat für zehn Tage rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, und für drei Personen nennt es 60 Liter Wasser. Der Vorratskalkulator der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung setzt je Person und Tag 1,38 kg Lebensmittel an, für drei Personen und zehn Tage also gut 41 kg, ohne Verpackung. Die 60 Liter füllen sieben Glaskästen mit zusammen 120,4 kg. Auf einem Steckregal mit 175 kg je Boden sind das drei Böden mit Kästen und einer für die Lebensmittel, auf IVAR-Böden von 83 × 50 cm vier mit Kästen und mindestens einer weiteren.
Für Einmachgläser lag kein Gewicht vor. Dosen werden gestapelt, weil sie es können. Wer im Vorratsregal Platz sparen will, stapelt also genau das Ladegut, das ein schmales Fach am schnellsten an seine Grenze bringt. Eine Lage je Boden auf Holz, mehrere auf Stahl: Diese Faustregel ergibt sich aus der Rechnung, nicht aus einer Herstellerangabe.
Werkzeugkoffer im Regal stapeln: Deckellast, Beladungskapazität und Fachlast
Werkzeugkoffer werden gestapelt, und dabei zählen drei Grenzen gleichzeitig. Die L-BOXX 136 misst 44,5 × 35,8 × 15,2 cm, wiegt leer 2,2 kg und darf mit 25 kg beladen werden. Voll sind das 27,2 kg je Koffer. Ihr Deckel trägt laut Datenblatt 100 kg.
Auf einem Boden von 90 × 40 cm stehen zwei nebeneinander. Bei gut 40 cm Fachhöhe passen zwei übereinander, zusammen 108,8 kg und damit weit unter 175 kg. Der untere Deckel trägt dabei 27,2 kg statt der erlaubten 100. Stellt man nach dem Herausnehmen eines Bodens vier übereinander, kippt die Rechnung: 217,6 kg auf dem Boden liegen über der Fachlast, während der unterste Deckel mit 81,6 kg noch hält.
Ein IVAR-Boden von 83 × 50 cm trägt einen Koffer, 27,2 kg bei 45 kg. Zwei sind zu viel, ob quer gestellt nebeneinander oder übereinander: 54,4 kg. Allein in der Mitte ist ein Koffer zudem kein verteiltes Gewicht. Er deckt rund die Hälfte der Breite und wirkt eher wie eine Einzellast, für die die DGUV-Tabelle bis zum Beiwert 2,0 geht. Auf einem Boden mit 175 kg spielt das keine Rolle, auf einem mit 45 kg schon: 27,2 mal 2 sind 54,4.
Wie wenig die Größe eines Koffers über seine Last verrät, zeigt die L-BOXX 136 G4 von Sortimo. Sie hat mit 360 × 444 × 152 mm fast dieselben Außenmaße, wiegt nach dem Hersteller 1,87 kg und darf mit höchstens 12 kg beladen werden, ihr Deckel trägt 85 kg und soll auch als Tritt dienen. Gegenüber der L-BOXX 136 aus dem Datenblatt von BS Systems ist das die halbe Zuladung. Koffer anderer Hersteller haben wieder andere Werte, und nicht jeder nennt seine Beladungskapazität. Wer eine Werkzeugkiste ohne Datenblatt hat, wiegt sie voll. Schwer gefüllte Koffer stehen besser auf dem untersten Boden, und zwar neben einem zweiten statt allein in der Mitte.
Regalboden biegt sich: was die doppelte Spannweite an der Rechnung ändert
Die Fachlast hängt an der Spannweite, stärker, als die runden Zahlen vieler Angebote vermuten lassen. Kreckler nennt für die verteilte Last das Biegemoment q·L²/8. Bei gleicher Last je Meter und doppelter Spannweite wird das Moment in der Mitte viermal so groß. Verteilt sich dasselbe Gesamtgewicht auf die doppelte Spannweite, wird es doppelt so groß.
Die Durchbiegung wächst noch schneller. Der Massivholzanbieter regale.berlin schreibt, dass eine halbierte Spannweite die Durchbiegung auf einen Bruchteil senkt und dass die Biegesteifigkeit mit der dritten Potenz der Bodenstärke steigt. Ein 30 mm starker Boden ist danach gut dreimal so steif wie einer mit 20 mm, nicht anderthalbmal. Wer Böden selbst zuschneidet, sollte das wissen.
Gegen diese Physik stehen Angebote mit einer Zahl für alle Breiten. Der Holzregal-Vergleich fand bei Lenmar für Breiten von 80 bis 150 cm eine einzige Angabe, 50 kg je Boden, und bei STOLMAK eine für 80 bis 170 cm. Rechnet man mit dem Biegemoment, trägt der 150 cm breite Boden bei denselben 50 kg die 1,9-fache Beanspruchung des 80 cm breiten. Warum beide dieselbe Zahl tragen sollen, erklärt keines der Angebote.
Für die eigene Rechnung folgt daraus zweierlei. Ein verbreitertes Fach erbt die Fachlast des schmaleren nicht. Und wo ein Boden eine Mittelstrebe hat, halbiert sich die Spannweite, das Moment unter verteilter Last sinkt dann auf rund ein Viertel. Damit ist die Mittelstrebe der einfachste Weg zu mehr Reserve, nur muss sie tatsächlich anliegen.
Die Last aller Böden zusammen: ein Kellerregal von unten bis oben durchgerechnet
Ein übliches Kellerregal von 180 × 90 × 40 cm mit fünf Böden, 175 kg Fachlast und 875 kg Gesamtlast soll aufnehmen, was auf dieser Seite vorkam. Angenommen ist ein Fach von gut 40 cm Höhe. Die Tabelle rechnet Boden für Boden, mit den Gewichten aus den Datenblättern.
| Boden | Ladegut | Gewicht | Anteil an 175 kg |
|---|---|---|---|
| 1, unten | drei Glaskästen | 51,6 kg | 29 % |
| 2 | vier volle L-BOXX, zwei hoch | 108,8 kg | 62 % |
| 3 | 108 Dosen in drei Lagen | 100,9 kg | 58 % |
| 4 | elf volle Ordner | 38,8 kg | 22 % |
| 5, oben | gebundene Bücher, 90 cm | 21 bis 30 kg | 12 bis 17 % |
| Summe | gegen 875 kg Gesamtlast | 321 bis 330 kg | 37 bis 38 % |
Kein Boden kommt über zwei Drittel seiner Fachlast, und das Regal als Ganzes trägt gut ein Drittel seiner Gesamtlast. Seine Zahlen erreicht es so nicht, solange die Böden bleiben. Die 875 kg im Titel sind für den Keller zu Hause selten die Grenze, an die man stößt. Eher ist es die Höhe der Fächer.
Was es bräuchte, um einen dieser Böden auszulasten, zeigt die Gegenrechnung. 175 kg sind zehn volle Glaskästen, also drei Lagen und mehr, oder rund 50 Ordner, für die ein einzelner Boden viel zu kurz ist. Erst schweres, dichtes Gut kommt in die Nähe. Dazu gehören elf bis zwölf Eimer Wandfarbe, Fliesen, Säcke mit Zement oder Streusalz und Metallteile. Für Fliesen, Säcke und Metall lag kein Datenblatt vor, und gerade dort ist Wiegen der einzige verlässliche Weg. Mittig gelegt, ist eine Packung Fliesen zudem eine Einzellast.
An der Wand wird aus der Summe eine Kette. Dort trägt jedes Teil seinen Anteil, und das schwächste bestimmt, was der Boden halten darf. Wie das bei Schienen aussieht, rechnet der Vergleich der Wandregalsysteme mit seiner Kette aus Schiene, Träger, Boden und Dübel vor. Am Ende steht dort die Wand. Für sie nennen die Regalhersteller dieses Clusters keine Zahl.
Fachlast berechnen in sieben Schritten: der Rechenweg für ein einzelnes Fach
Was diese Seite an einzelnen Fällen gerechnet hat, lässt sich auf jedes Fach übertragen. Dazu braucht es ein Maßband und eine Waage oder ein Datenblatt. Der Weg gilt für freistehende Wohn- und Kellerregale, nicht für Wandschienen, bei denen Schiene, Träger und Dübel dazukommen.
Rechenweg für ein Regalfach in sieben Schritten
Fachlast und Bedingung notieren
Die kleinste Last je Boden, die zum Regal irgendwo genannt wird, samt Zusatz wie gleichmäßig verteilt oder nur mit Wandbefestigung.
Innenmaß des Fachs messen
Breite, Tiefe und die Höhe bis zum nächsten Boden. Sie legen fest, wie viel überhaupt hineinpasst.
Ladegut wiegen oder ein Datenblatt nehmen
Kasten, Ordnerhülle und Koffer zählen mit. Richtwerte stehen in der Tabelle zum Ladegut.
Stückzahl bestimmen
Nebeneinander, hintereinander und übereinander, so wie tatsächlich eingeräumt wird.
Gewicht des Fachs zusammenzählen
Stückzahl mal Stückgewicht. Bei Büchern: Länge der Reihe mal Querschnitt mal Wichte.
Lastbild einrechnen
Fach von Seite zu Seite gefüllt: Faktor 1,0. Drei gleich schwere Stücke in gleichen Abständen: 1,33. Ein Stück in der Mitte: 2,0. Das Ergebnis bleibt unter der Fachlast.
Alle Böden addieren
Die Summe bleibt unter der Gesamt- oder Feldlast. Fehlt diese Angabe, beim Hersteller fragen, statt Fachlast mal Bodenzahl zu rechnen.
Ein Beispiel von Anfang bis Ende: Auf einen BILLY-Boden mit 30 kg Fachlast sollen Ordner, und eine Bedingung zur Last nennt die Produktseite nicht. Das Innenmaß ist 76 × 26 cm. Ein voller Leitz-Ordner wiegt 3,53 kg und ist 8,1 cm breit, neun passen nebeneinander. Das ergibt 31,8 kg, gleichmäßig verteilt, Faktor 1,0. Weil 31,8 mehr ist als 30, kommen acht Ordner hinein, 28,2 kg. Schritt sieben entfällt, denn für BILLY nennt IKEA keine Gesamtlast.
Zweites Beispiel, eine Einzellast. Auf den Boden eines Steckregals mit 175 kg soll ein voller Werkzeugkoffer in die Mitte, 27,2 kg. Mit dem Faktor 2,0 sind das 54,4 kg, gut unter 175. Derselbe Koffer auf einem IVAR-Boden von 83 × 50 cm ergibt 54,4 kg gegen 45. Dort gehört er nicht allein in die Mitte, sondern ins Stahlregal.
Im dritten Beispiel geht es um Bücher. Auf einen IVAR-Boden von 83 × 30 cm mit 35 kg sollen Bildbände von 30 cm Höhe und 24 cm Tiefe. In Schritt fünf rechnet man 0,83 m Länge mal 0,30 m mal 0,24 m mal rund 610 kg je Kubikmeter und kommt auf 36,6 kg, mit der Wichte für dicht gelagerte Bücher auf 51,8 kg. Beides liegt über 35. Eine halbe Reihe Bildbände und daneben leichtere Bücher bleibt darunter.
Bei Regalen mit einer Gesamtlast ist Schritt sieben die eigentliche Kontrolle. Er ist schnell gemacht, wenn die einzelnen Böden schon gerechnet sind: addieren und gegen die Zahl im Titel halten. Wer dabei weit darunter bleibt, hat die übliche Lage im Keller. Liegt die Summe knapp darunter, bleibt für den nächsten Kasten keine Reserve.
Wo die Rechnung aufhört: Wand, Kippen, Fußboden und bewegte Lasten
Die Rechnung sagt, ob ein Boden sein Gewicht trägt. Ob das Regal steht, sagt sie nicht. Ein voll beladenes Regal, 180 cm hoch und 30 cm tief, kann jeden einzelnen Boden einhalten und trotzdem kippen, wenn jemand oben herauszieht. Den Unterschied zwischen Kippschutz und tragender Wandbefestigung beschreibt der Ratgeber zur Wand.
Unter dem Regal liegt der Fußboden, und er sieht die Punktlast im zweiten Sinn. Auf Fliesen und Beton ist das selten eine Frage. Vinyl oder Laminat, schwimmend verlegt, verlangen den Blick auf das Gewicht je Fuß und die Fläche darunter. Eine Grenze dafür nennen die Unterlagen des Belags, nicht die des Regals.
Bewegte Lasten liegen außerhalb jeder Zahl auf dieser Seite. PROREGAL und Juskys schließen in ihren Anleitungen punktuelle Stoßlasten und dynamische Lasten aus, PRIOstahl lässt für seine Wandträger nur statische Anwendungen zu. Eine Kiste, die täglich herausgezogen und wieder hineingeschoben wird, belastet den Boden jedes Mal anders, als ein Datenblatt es beschreibt.
Bei Holz und Holzwerkstoff kommt die Zeit hinzu. Unter Dauerlast wächst ihre Durchbiegung weiter, und ein Fach, das beim Einräumen genau auf der Angabe liegt, hat dafür keinen Spielraum. Was dabei geschieht und wie man es misst, steht im Abschnitt über das Kriechen von Holzböden unter dauernder Last. Ein Fach an der Grenze ist dort keine Dauerlösung.
Datenstand: was am 25. Oktober 2026 nachgerechnet wurde und was sich ändern kann
Die Websuche zu „regal tragkraft“ wurde am späten Abend des 24.10.2026 ausgewertet, die 25 Treffer in derselben Nacht gelesen. Ergebnislisten ändern sich täglich. Gezählt wurde für diese eine Liste und für den Wortlaut, den die 14 Ratgeberseiten in dieser Nacht hatten.
Abgerufen wurden die Herstellerangaben am 25.10.2026: IKEA für BILLY, KALLAX und IVAR, Leitz für den Ordner, Fachingen für den Kasten, BS Systems für die L-BOXX mit einem Datenblatt der Revision 8.0 vom Juli 2025, Sortimo für die L-BOXX G4, Meffert und Schöner Wohnen für die Farbe, MÄVO für die Dose. Vom selben Tag stammen die Angaben zum Vorrat, von BBK und BLE. Angaben können sich mit neuen Fassungen eines Möbels ändern. Für ein älteres BILLY oder KALLAX kann deshalb eine andere Zahl gelten als die, die heute auf der Produktseite steht.
Das Regelwerk ist älter und ändert sich langsamer. Die DGUV-Information 208-043 stammt vom Juni 2020, die DIN EN 1991-1-1 in der hier gelesenen Fassung vom Dezember 2010. Der Volltext der DIN EN 15512 ist kostenpflichtig. Ihre Beiwerte stammen hier aus dem Auszug der DGUV. Erscheint eine neue Fassung einer dieser Schriften, sind Beiwerte und Wichten als Erstes zu prüfen.
Vier Annahmen tragen die Rechnungen: Ordner sind voll, der Inhalt der Dose ist so schwer wie Wasser, die Querschnitte der Buchreihen sind gewählt, und ein Fach ist gut 40 cm hoch. Wer andere Werte hat, setzt sie ein; der Weg bleibt derselbe. Abweichende Gewichte, neue Fachlasten oder einen Fehler in einer der Rechnungen nimmt die Seite für Hinweise auf geänderte Angaben entgegen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Fachlast und Feldlast?
Fachlast heißt nach der DGUV-Information 208-061, was sich in ein Fach einbringen lässt, Feldlast die Summe der Fachlasten eines Feldes, meist bei gleichmäßig verteilter Last. Als Grenzen gelten die zulässige Fach- und die zulässige Feldlast, zwei eigene Angaben des Herstellers. Die zulässige Feldlast kann kleiner sein als Fachlast mal Bodenzahl.
Wie berechnet man die Feldlast eines Regals?
Die zulässige Feldlast legt der Hersteller aus Stützen, Rahmen und Aussteifung fest; aus Fachlast mal Bodenzahl lässt sie sich nicht sicher ableiten. Rechnen lässt sich die vorhandene Last: das Gewicht aller Böden addieren und gegen die angegebene Gesamt- oder Feldlast halten. Fehlt diese Angabe, hilft nur die Nachfrage beim Hersteller.
Wie schwer darf ein einzelnes Stück in der Mitte eines Regalfachs sein?
Die DGUV-Information 208-043 rechnet für eine Einzellast in der Fachmitte mit dem Beiwert 2,0, also mit der halben Fachlast, für drei gleiche Lasten in den Viertelpunkten mit 1,33. Bei 175 kg Fachlast bleiben mittig 87,5 kg, bei einem BILLY-Boden mit 30 kg 15 kg. Die Übertragung vom Träger eines Palettenregals auf einen Fachboden ist eine Annahme.
Wie viel wiegt ein voller Aktenordner?
Ein Leitz-Ordner mit 8 cm Rücken wiegt leer 0,53 kg und fasst 600 Blatt zu 80 g/m², das sind 3 kg Papier. Voll wiegt er also 3,53 kg. Zwölf davon auf einem Meter Boden kommen auf 42,4 kg, neun auf einem BILLY-Boden auf 31,8 kg, während IKEA für diesen Boden 30 kg angibt.
Wie viel wiegt ein voller Getränkekasten?
Nach dem Datenblatt von Fachingen wiegt ein Kasten mit zwölf Glasflaschen zu 0,75 Litern voll 17,2 kg und mit Leergut 8,2 kg; er misst 40 × 26,6 × 33 cm. Ein Getränkehändler nennt für einen Kasten mit zwölf 0,7-Liter-Flaschen 17,0 kg. Für Bierkästen lag kein Datenblatt vor.
Wie viel kg sind 1 kN?
Rund 102 kg. Die DGUV-Information 208-061 rechnet mit 9,81 Metern je Sekundenquadrat; 66 kg erzeugen dort 647 Newton, die Schrift rundet auf 660. Im Alltag rundet man auf 100 kg je Kilonewton. Ein Dübel mit 0,4 kN hält demnach rund 40 kg.
Quellen
- [1]DGUV Information 208-043: Sicherheit von Regalen, Juni 2020 (PDF)· abgerufen 2026-10-24
- [2]DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und Ladungsträger, Kapitel 4 Bau und Ausrüstung (BGN)· abgerufen 2026-10-25
- [3]Fachingen: Handelsdatenblatt Gebinde still, Gewichte und Kastenmaße (PDF)· abgerufen 2026-10-25
- [4]Leitz: Qualitäts-Ordner 180°, A4 breit, Fassungsvermögen und Gewicht· abgerufen 2026-10-25
- [5]BS Systems: Datenblatt L-BOXX 136 mit Beladungskapazität und Deckellast (PDF)· abgerufen 2026-10-25
- [6]IKEA: KALLAX Regal, Maße und Belastung je Regalboden· abgerufen 2026-10-25
- [7]IKEA: BILLY extra Regalboden 76 × 26 cm, Material und Belastung· abgerufen 2026-10-25
- [8]BBK: Ratgeber für Notfallvorsorge, Wasservorrat je Person und Tag (PDF)· abgerufen 2026-10-25
Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.
Änderungen an diesem Beitrag
- 2026-10-27Verweise auf die Übersichtsseite beim Begriff Feldlast und auf die Holzwerkstoffböden im Keller-Ratgeber nachgetragen, zwei Linkziele genauer gesetzt. Korrigiert: 66 kg ergeben 647 Newton, die DGUV rundet auf 660; Wandfarbe liegt über der Grenzdichte des Steckregals; auf den IVAR-Boden 83 × 50 passen quer zwei L-BOXX nebeneinander, zusammen zu schwer; der Fall Arbeitszimmer nennt Trägerwerte, keine Ordnerrechnung.
- 2026-10-25Ersterstellung. Die 25 Treffer der Websuche zu „regal tragkraft“ auf Fach-, Feld- und Punktlast gelesen, 14 Ratgeberseiten kodiert und gegen die DGUV-Informationen 208-061 und 208-043 gehalten; Gewichte von Ordner, Getränkekasten, Dose, Werkzeugkoffer und Farbe aus Datenblättern und Wichten nach DIN EN 1991-1-1 gegen die Fachlasten von IKEA und der Regale des Clusters gerechnet; Rechenweg in sieben Schritten und Begriffstabelle.
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